Masterarbeit, 2018
95 Seiten, Note: 2,4
1 Einleitung und Problemstellung
1.1 Die Flexibilisierung der Arbeitswelt
1.2 Pendeln als notwendiges oder gewolltes Übel?
2 Zielsetzung
3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1 Pendeln
3.1.1 Pendeln in der Bundesrepublik Deutschland
3.1.2 Gründe zum Pendeln
3.2 Stressmodelle
3.2.1 Selye und Canon
3.2.2 Lazarus
3.2.3 Salutogenesekonzept nach Antonovsky
3.2.3.1 Sense of coherence SOC
3.2.3.2 Generalisierte Widerstandressourcen
3.2.4 Model of psychosocial work characteristics and consequences of strain
3.2.5 Stress bei Pendlern
3.2.6 Die Doppelbelastung der Frau und deren Auswirkung auf das Stresserleben beim Pendeln
3.2.7 Die gesundheitlichen Folgen des Pendelns
3.3 Grundlagen der Stressbewältigung
3.3.1 Coping
3.3.2 Coping beim Pendeln
3.3.3 Resilienz
4 Methodik
4.1 Definition der Fragestellung
4.2 Definition der Ein- und Ausschlusskriterien
4.3 Literatursuche
4.4 Informationen aus den eingeschlossenen Manuskripten
5 Diskussion
5.1 Ergebnisinterpretation
5.2 Ergebnisdiskussion
5.3 Methodenkritik
5.4 Ausblick
6 Ergebnisse
7 Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit ist es, einen narrativen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu den gesundheitlichen Auswirkungen des beruflichen Pendelns zu geben. Dabei steht die Untersuchung von Stressoren, gesundheitlichen Folgen und Bewältigungsstrategien für Pendler unter Berücksichtigung soziodemografischer Faktoren im Mittelpunkt.
Die Flexibilisierung der Arbeitswelt
Die Bedingungen in der Arbeitswelt haben sich in den letzten Jahren immer mehr verändert. Neue Informationswege und Möglichkeiten zur Kommunikation, eine gesteigerte Flexibilität, die Individualisierung und die vermehrt kognitive Arbeit sind Trends einer fortwährenden Globalisierung (Cox, Griffiths, Rial-González, 2000). Vor dieser Erneuerung der Arbeitswelt gab es für Arbeiter unbefristete Arbeitsverträge, standardisierte Arbeitsabläufe und stabile soziale Beziehungen. In der heutigen Zeit gibt es verschiedene Anstellungsformen (Teil-, Vollzeit, Minijobs), aufgrund neuer Kommunikationstechnologien neue Arbeitsorganisationen (Projektteams, Home-Office), sowie durch den demographischen Wandel ganz neue Herausforderungen (ältere Arbeitskräfte) (Glaser et al 2015).
Kauffeld (2011) beschreibt diese Veränderungen als chronologischen Wandel des Economic Man zum Social Man zum Self-actualizing Man zum Complex Man hin zum Virtual Man und konstatiert, dass der Wandel der Gesellschaft zu elementaren Veränderungen für den arbeitenden Menschen führt. „Die starke Flexibilisierung der Arbeit, Zeitarbeit und befristete Verträge, der permanente Druck der Optionsvielfalt und das konstante Unsicherheitsgefühl in der modernen Arbeitswelt haben das Stresspotenzial der Arbeit drastisch erhöht.“
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den gesellschaftlichen Wandel der Arbeitswelt ein und beleuchtet das steigende Stresspotenzial durch zunehmende Flexibilisierung und Pendelaufkommen.
2 Zielsetzung: Hier werden der Zweck des Reviews sowie die leitenden Forschungsfragen zur gesundheitlichen Belastung von Pendlern definiert.
3 Gegenwärtiger Kenntnisstand: Dieser umfangreiche Teil behandelt die Definition von Pendeln, verschiedene psychologische Stressmodelle und die Grundlagen der individuellen Stressbewältigung.
4 Methodik: Beschreibt das systematische Vorgehen bei der Literaturrecherche, einschließlich der Kriterien zur Auswahl der 17 einbezogenen Primärstudien.
5 Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse der Studien hinsichtlich der Auswirkungen von Pendeldauer und Verkehrsmittelwahl auf die Gesundheit und diskutiert methodische Limitationen.
6 Ergebnisse: Bietet eine tabellarische Zusammenfassung aller untersuchten Studien inklusive ihrer Probandencharakteristik, der verwendeten Instrumente und der wesentlichen Erkenntnisse.
7 Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von betrieblichem und individuellem Gesundheitsmanagement für Pendler.
Pendeln, Stress, Gesundheit, Pendeldauer, Stressbewältigung, Coping, Resilienz, Arbeitswelt, Mobilität, Pendler, Psychische Belastung, Stressmanagement, Prävention, Verkehrsmittel, Soziale Unterstützung
Die Arbeit untersucht in Form eines narrativen Reviews die gesundheitlichen Auswirkungen des beruflichen Pendelns auf Erwerbstätige.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Zusammenhänge zwischen Pendelaufwand (Zeit, Strecke), Verkehrsmittelwahl, Geschlechtsunterschieden und psychischen sowie physischen Stressreaktionen.
Das Ziel ist es, den Stand der Forschung zu systematisieren und herauszufinden, ob und wie berufliches Pendeln die Gesundheit beeinflusst und welche Rolle Bewältigungsstrategien dabei spielen.
Es handelt sich um ein Scoping Review, das methodisch an das PRISMA-Statement und Cochrane-Standards angelehnt ist, um relevante Primärstudien zu identifizieren und auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Stressmodelle, Coping, Resilienz), das methodische Vorgehen bei der Literaturrecherche sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse aus den identifizierten Studien.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pendeln, Stress, Gesundheit, Pendeldauer, Coping und Mobilität charakterisieren.
Dies ist eine Hypothese in der Pendelforschung: Sie besagt, dass nur Menschen, die körperlich und psychisch fit genug sind, lange Pendelzeiten über längere Zeiträume tolerieren, während gesundheitlich angeschlagene Pendler das Verhalten oder die Dauer anpassen.
Die Studien deuten darauf hin, dass aktives Pendeln (Rad, Zu-Fuß) teilweise positiver wahrgenommen wird als passives Pendeln mit dem Auto oder dem ÖPNV, wobei dieser Zusammenhang auch stark vom Grad der Urbanisierung abhängt.
Die Arbeit verweist auf den Rollenkonflikt, da Frauen trotz Erwerbstätigkeit oft die Hauptverantwortung für Haushalt und Kinderbetreuung tragen, was durch Zeitverlust beim Pendeln zusätzlich verschärft wird.
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