Bachelorarbeit, 2008
39 Seiten, Note: 1,7
I Einleitung
II Die Akteurtheorie nach Schimank
2.1 Akteurmodelle
2.2 Akteurkonstellationen
2.3 Entscheidungsmodi
2.4 Strukturdynamiken
2.5 Steuerung
2.6 Zusammenfassung
III Anwendung: Die akteurtheoretische Erklärung der Weltwirtschaftskrise
3.1 Die Entwicklung der Krise
3.2 Die Krise
3.3 Der Weg aus der Krise
3.4 Zusammenfassung
IV Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine Brücke zwischen Wirtschaftsgeschichte und Soziologie zu schlagen, indem sie die Weltwirtschaftskrise von 1929 durch einen akteurtheoretischen Blickwinkel nach Uwe Schimank analysiert und somit bestehende Lücken in der wirtschaftshistorischen Erklärung dieses historischen Tatbestandes schließt.
Die Entwicklung der Krise
In den 1920er Jahren war ganz Amerika von der „ewigen Konjunktur“ überzeugt. Das Wirtschaftswachstum der USA war tatsächlich immens, nicht verwunderlich unter der Prämisse, dass der erste Weltkrieg sich nicht auf eigenem Territorium abgespielt hatte und man trotzdem von dem Aufschwung durch die Kriegswirtschaft und den Dawes- Plan profitieren konnte (vgl. Kindleberger 1973: 30). Auch der Fordismus, also die Automatisierung der Produktion, maßgeblich durch Ford und seine bis dahin neue Maßstäbe setzende Produktionsstätte ‚River Rouge’ repräsentiert, trugen zum Wachstum dieser Volkswirtschaft bei (vgl. Hughes 1989). Nach Schumpeter waren diese neuen Innovationen, wie das Automobil und das Radio, Basisinnovationen, die durch ihren breiten Absatz in der Bevölkerung die Konjunktur beschleunigte. Die wirtschaftliche Entwicklung verläuft in regelmäßigen längerfristigen Wellen, die gesetzmäßig aufeinander folgen (Borchardt 1982: 104).
In Deutschland waren jedoch schon in den Anfängen des Wachstums Schwierigkeiten zu verzeichnen, die sich später in der Weltwirtschaftskrise entluden. So sind die Zyklen nicht einer Regelmäßigkeit zuzuschreiben und verlaufen durch die gegebenen Umstände, Krieg, Inflation, Missernten, Streikwellen etc. eher zufällig (Borchardt 1980: 222). Diese Umstände sind jeder für sich natürlich auch akteurtheoretisch erklärbar - was hier nicht im Rahmen des Möglichen liegt- doch die zufällige Konstellation all dieser Unregelmäßigkeiten ist eine offene soziale Strukturdynamik, womit die Erklärung durch die Akteurtheorie hier an ihre Grenzen stößt. Zeitpunkt und Ablauf der Krise waren daher durch das Zusammenwirken dieser Faktoren nicht exakt vorhersehbar und sind im Nachhinein „in ihrer Verkettung von Ursachen und Wirkungen [zu] erzählen“ (Schimank 2007a: 198).
I Einleitung: Die Einleitung legt das Fundament der Arbeit, indem sie die Defizite bisheriger wirtschaftshistorischer Erklärungen der Weltwirtschaftskrise aufzeigt und die Relevanz eines akteurtheoretischen Zugangs begründet.
II Die Akteurtheorie nach Schimank: Dieses Kapitel führt die wesentlichen soziologischen Werkzeuge ein, darunter verschiedene Akteurmodelle, Konzepte zu Akteurkonstellationen, Entscheidungsmodi und Strukturdynamiken, die als Grundlage für die spätere Analyse dienen.
III Anwendung: Die akteurtheoretische Erklärung der Weltwirtschaftskrise: Der Hauptteil wendet die zuvor eingeführten theoretischen Konzepte chronologisch auf die Entstehung, den Verlauf und die Bewältigungsversuche der Weltwirtschaftskrise an.
IV Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont den Mehrwert des akteurtheoretischen Blickwinkels für das Verständnis historischer Ereignisse, weist jedoch zugleich auf die Grenzen der Theorie bei der Analyse offener Strukturdynamiken hin.
Weltwirtschaftskrise 1929, Akteurtheorie, Uwe Schimank, Soziologie, Wirtschaftsgeschichte, Homo Oeconomicus, Akteurkonstellationen, Strukturdynamiken, Transintentionalität, Inkrementalismus, Börsencrash, Weimarer Republik, politische Steuerung, Identitätsbehaupter, Rationalitätsfiktionen.
Die Arbeit analysiert die Weltwirtschaftskrise von 1929 aus einer soziologischen Perspektive, spezifisch unter Verwendung der Akteurtheorie nach Uwe Schimank, um soziale Hintergründe der Krise zu beleuchten.
Die zentralen Felder sind die soziologische Handlungstheorie, die Wirtschaftsgeschichte der Weimarer Republik und der USA sowie politische Entscheidungsprozesse in Krisenzeiten.
Das Ziel ist es, wirtschaftshistorische Erklärungen durch soziologische Erkenntnisse zu ergänzen und zu zeigen, wie menschliches Handeln und soziale Strukturen die Krise beeinflussten.
Die Arbeit nutzt die akteurzentrierte Soziologie nach Schimank, um durch die Anwendung theoretischer "Werkzeuge" (Akteurmodelle, Konstellationen etc.) historische Ereignisse neu zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Phasen der Krise: Entstehung, Börsencrash/Krise selbst und Lösungsversuche in Deutschland und den USA, jeweils unterlegt mit soziologischen Analysen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Akteurtheorie, Transintentionalität, Inkrementalismus, Identitätsbehaupter und Strukturdynamiken charakterisiert.
Der Homo Oeconomicus dient zur Erklärung nutzenmaximierenden Handelns, etwa bei Anlegern, die versuchen, ihre finanziellen Gewinne während des Booms zu maximieren.
Brünings Handeln wird als eine Mischung aus der Rolle des "Identitätsbehaupters" (Machterhalt) und des "Homo Sociologicus" (internalisierte Rollen) interpretiert.
Er beschreibt Situationen, in denen das handelnde Zusammenwirken von Akteuren Ergebnisse produziert, die so weder beabsichtigt noch vollständig vorhergesehen waren.
Die Strategie des Inkrementalismus führte oft dazu, dass langfristige Lösungen vernachlässigt wurden, was die Krisenbewältigung ineffizient machte und langfristige negative Folgen hatte.
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