Examensarbeit, 2007
59 Seiten, Note: 3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Fachwissenschaftliche Auseinandersetzung
2.1 Lyrik
2.1.1 Begriffserklärung
2.1.2 Kinderlyrik
2.2 Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
2.2.1 Begriffserklärung
2.2.2 Begründung für den Einsatz handlungs- und produktionsorientierter Methoden
2.2.3 Ausgewählte Verfahren für die dargestellte Unterrichtseinheit
3. Planungsaspekte der Unterrichtseinheit
3.1 Aussagen zur pädagogisch-psychologischen Situation der Zielgruppe
3.2 Didaktische Begründung der Thematik
3.3 Methodische Überlegungen
3.4 Gliederung der Unterrichtseinheit (Übersicht)
4. Praktische Umsetzung einzelner Unterrichtsstunden
4.1 „Welch ein Durcheinander!“ – Zwei Gedichte entflechten
4.1.1 Kompetenzen
4.1.2 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.1.3 Ergänzungen zu den Lernvoraussetzungen
4.1.4 Sachanalyse
4.1.5 Ergänzungen zur Didaktischen Begründung
4.1.6 Methodische Überlegungen
4.1.7 Reflexion
4.2 „Kleine Trommelgeschichte“- Ein Gedicht verklanglichen
4.2.1 Kompetenzen
4.2.2 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.2.3 Ergänzungen zu den Lernvoraussetzungen
4.2.4 Sachanalyse
4.2.5 Ergänzungen zur Didaktischen Begründung
4.2.6 Methodische Überlegungen
4.2.7 Reflexion
4.3 „Die Dinge reden“ – Wir schreiben Parallelgedichte
4.3.1 Kompetenzen
4.3.2 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.3.3 Sachanalyse
4.3.4 Ergänzungen zur Didaktischen Begründung
4.3.5 Methodische Überlegungen
4.3.6 Reflexion
5. Gesamtreflexion
Die Arbeit untersucht, wie Grundschüler der dritten Klasse durch handlungs- und produktionsorientierte Methoden motiviert und befähigt werden können, einen selbstständigen und freudvollen Zugang zur Gattung der Lyrik zu finden. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob diese spezifischen didaktischen Verfahren eine nachhaltige Auseinandersetzung mit Gedichten fördern und der Heterogenität der Lerngruppe gerecht werden.
2.1.1 Begriffserklärung
Der Begriff „Lyrik“ stammt vom griechischen Wort lyrikos ab und bezeichnete im Altertum Texte, die zur Begleitung des Instrumentes Lyra gesungen wurden. Dies verdeutlicht die ursprüngliche Verbindung von Text und Musik.
Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgte eine neue Einteilung literarischer Texte nach inhaltlichen und formalen Aspekten. Neben der Lyrik, die auch als „Urform der Dichtung“ beschrieben wird, gibt es nun zwei weitere Gattungen der Literatur, nämlich die Epik und das Drama. Diese sogenannten „drei Naturformen der Poesie“ existieren bis heute. Lyrische Werke werden auch als „Gedichte“ bezeichnet, bei denen es sich nach Wilpert allgemein um „jede Erscheinungsform der metrisch oder rhythmisch gebundenen Versdichtung“ handelt. In dieser Arbeit werden die Begriffe Lyrik bzw. lyrische Werke und Gedicht synonym verwendet.
Im Laufe der Zeit hat sich der Lyrikbegriff stark ausgeweitet. Gehörten zunächst nur liedartige Texte dazu, sind es später auch erzählende, satirische oder in Prosaform geschriebene Texte, mit und ohne Versmaß oder Reim. Es wird von der Lyrik als einer Gattung gesprochen, zu der verschiedene lyrische Textarten mit unterschiedlichen Funktionen gehören. Dabei reicht das Spektrum von stark subjektiven bis hin zu eher sachlichen Inhalten, von Liedern bis zu komplexer Kunstlyrik oder von umfangreichen bis zu sehr kurzen Gedichten. Eine eindeutige Einteilung der verschiedenen Lyrikarten ist nicht möglich. Es gibt aber Einteilungen, die eine allgemeine Richtung vorgeben, wobei sich die verschiedenen Arten nicht immer deutlich voneinander abgrenzen lassen. Hassenstein z.B. spricht von folgenden Lyrikarten: traditionelle Lyrik, politische Lyrik, Alltagslyrik, Gedankenlyrik, moderne Lyrik, Volkslied, Ballade und Kindergedicht. Diese werden, mit Ausnahme des Kindergedichtes (vgl. 2.2 Kinderlyrik), auf Grund des begrenzten Umfanges dieser Arbeit jedoch nicht näher erläutert.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema der Arbeit ausgehend von der persönlichen negativen Erfahrung mit „Gedichtbehandlung“ und formuliert die Forschungsfrage zur methodischen Annäherung von Kindern an Gedichte.
2. Fachwissenschaftliche Auseinandersetzung: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen zu Lyrik und Kinderlyrik sowie die Konzepte und Zielsetzungen des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts.
3. Planungsaspekte der Unterrichtseinheit: Hier werden die Lernausgangslage der Klasse, die didaktische Begründung der Thematik sowie die methodischen Überlegungen zur Unterrichtsreihe dargelegt.
4. Praktische Umsetzung einzelner Unterrichtsstunden: Der Hauptteil dokumentiert detailliert die Vorbereitung, den Verlauf und die Reflexion dreier ausgewählter Unterrichtsstunden zu verschiedenen Methoden.
5. Gesamtreflexion: Das abschließende Kapitel resümiert die Erfahrungen der gesamten Einheit, bewertet die Wirksamkeit der gewählten Methoden und leitet Konsequenzen für einen handlungsorientierten Literaturunterricht ab.
Lyrik, Kinderlyrik, Grundschule, Literaturunterricht, Handlungs- und Produktionsorientierung, Gedichte, Textanalyse, didaktische Reduktion, Schreibgestaltung, Verklanglichung, Lesekompetenz, Unterrichtsplanung, kreatives Schreiben, Szenische Gestaltung, Schülermotivation
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Gestaltung eines schülerorientierten Literaturunterrichts in der Grundschule, wobei der Schwerpunkt auf dem Umgang mit Gedichten durch handlungs- und produktionsorientierte Verfahren liegt.
Zentrale Themen sind die fachwissenschaftliche Definition von Lyrik und Kinderlyrik, die theoretische Fundierung eines produktiven Literaturunterrichts sowie deren konkrete Planung und praktische Erprobung in einer dritten Klasse.
Das Hauptziel ist es, durch den Einsatz von vielfältigen Methoden (wie Verklanglichung oder Schreibgestaltung) die Freude und Neugier von Kindern an Gedichten zu wecken und ihnen einen selbstständigen Zugang zur Literatur zu ermöglichen.
Die Arbeit nutzt einen praxisbezogenen Ansatz, bei dem theoretische didaktische Konzepte in einer Unterrichtseinheit angewendet und anschließend anhand von Beobachtungen und Reflexionen qualitativ evaluiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Planung der Unterrichtseinheit sowie die detaillierte Darstellung und Reflexion dreier ausgewählter Unterrichtsstunden (Gedichte entflechten, Verklanglichung eines Gedichtes, Schreiben von Parallelgedichten).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Handlungs- und Produktionsorientierung", "Kinderlyrik", "ganzheitliches Lernen" und "Schülerorientierung" geprägt.
Die moderne Kinderlyrik zeichnet sich durch eine größere Themen-, Sprach- und Formvielfalt aus, vermeidet die früher übliche pädagogische Belehrung und greift stattdessen Themen auf, die die kindliche Lebenswelt direkt betreffen.
Diese Methode verbindet analytisches Arbeiten mit einem hohen Rätselcharakter, der motivierend wirkt und Schüler dazu anregt, sich intensiv mit Textstrukturmerkmalen wie Reimschema und Zeilenaufbau auseinanderzusetzen.
Die Verklanglichung zwingt die Schüler dazu, den Inhalt eines Gedichtes genau zu erfassen, um passende akustische Untermalungen mit Musik- oder Körperinstrumenten zu finden, wodurch Texterlebnis und Vorstellungsvermögen gefördert werden.
Die Reflexion verdeutlicht, dass das Verfassen von Parallelgedichten zwar ein sehr effektives Werkzeug für erste Schreiberfolge ist, aber eine klare didaktische Strukturierung und differenzierte Hilfsangebote für leistungsschwächere Schüler erfordert.
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