Bachelorarbeit, 2021
40 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Einfluss des Migrationshintergrunds von Schüler*innen auf Bildungschancen
2.1 Vergleichsstudien zum Bildungserfolg
2.2 Einfluss durch Risikolagen
2.3 Schulsegregation
2.4 Auswirkung der Defizitorientierung
3 Auswirkungen der Pandemie auf die Bildung
3.1 Änderungen in der Unterrichtssituation
3.2 Strukturelle Produktion von Ungleichheit
4 Maßnahmen, die trotz Pandemie zu mehr Bildungsgerechtigkeit führen könnten - Diversitätssensible Konzepte der Politischen Bildung
4.1 Diversity-Ansatz
4.2 Diversitymanagement und Diversity Education
4.3 Gesamtgesellschaftliche Voraussetzungen
4.4 Fachdidaktische Bedingungen
4.5 Schulorganisation
4.6 Die Laborschule Bielefeld – ein positives Praxisbeispiel
5 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie sich die Coronapandemie auf die Bildungschancen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund auswirkt und welche diversitätssensiblen Konzepte der Politischen Bildung dazu beitragen können, Bildungsgerechtigkeit trotz dieser erschwerten Bedingungen zu fördern.
4.1 Diversity-Ansatz
Der Diversity-Ansatz ist durch den gesellschaftlichen Wandel entstanden. Industrialisierung, Globalisierung und Migrationsprozesse haben die Gesellschaft vielfältiger werden lassen. Die Vielfältigkeit ist jedoch ein Produkt sozialer Konstruktionsprozesse, bei dem Individuen bestimmten sozialen Gruppen aufgrund ihrer sozialen, sprachlichen, religiösen, kulturellen Orientierungen oder aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes zugerechnet werden. Das geschieht auch, wenn sie dieser „sozialen Gruppe“ (die meist stereotypisiert wird) nicht angehören oder mit dieser nicht identifiziert werden wollen (Surur und Hofmann 2013).
Stereotypisierung ist ein kognitiver Prozess, bei dem Menschen in soziale Gruppen oder Klassen eingeteilt werden. Diese Einteilung beruht auf Kategorisierung und Attribuierung mit positiven oder negativen Eigenschaften (vgl. Thiele, 2016). Das Aufteilen von Menschen in soziale Gruppen liegt Vorstellungen zugrunde, die nur eine homogene Gesellschaft als „normal“ ansehen, sodass scheinbar andere als nicht zugehörig, als „fremd“ bezeichnet werden. Diese Praxis nennt man auch „Othering“ (Achor, et al., 2019, S.60). In der Forschung wird davon ausgegangen, dass Differenz durch sogenanntes „Doing Differenz“ (Fenstermaker und West, 1995) während sozialer Interaktion situationsabhängig hergestellt wird. Dabei werden mehrere Differenzdimensionen gleichzeitig erzeugt und erlebt.
Wenn Individuen in Schubladen gesteckt werden und mit Zuschreibungen versehen werden, profitieren einige von Privilegien und andere sind von Diskriminierungen und Benachteiligungen betroffen. Die Auswirkungen beziehen sich auf alle Gesellschaftsbereiche vom Bildungssystem, dem privaten Bereich über den Arbeitsmarkt bis in die Politik. Die Folge ist, dass sich Herrschafts- und Machtstrukturen bilden können, die Individuen und Gesellschaftsteile langfristig benachteiligen und von gesellschaftlicher Teilhabe ausschließen. So hat die strukturelle Diskriminierung unter anderem von Menschen mit Behinderung, Frauen, „LGBTQ-people“ und „People of Color“, gesellschaftliche Bewegungen hervorgebracht, die für ihre Rechte einstehen. Diese Bewegungen, darunter auch die US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King bis heute zu Black Lives Matter (englisch für Schwarze Leben zählen), haben das Denken über Diversity und erste Diversitätsdiskurse neu angestoßen. Der Diversity-Ansatz sieht Vielfalt und Pluralismus in der Gesellschaft als selbstverständlich an und es wird versucht, durch Handlungsansätze, unter anderem im Bildungssystem, benachteiligende Strukturen und Diskriminierungen abzubauen und ihnen entgegenzuwirken.
1 Einleitung: Die Arbeit identifiziert die Herausforderungen durch Bildungsungleichheit und den zunehmenden Migrationshintergrund bei Schüler*innen im Kontext der Coronapandemie.
2 Einfluss des Migrationshintergrunds von Schüler*innen auf Bildungschancen: Es wird analysiert, wie sozioökonomische Faktoren und Defizitorientierung die Bildungschancen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund negativ beeinflussen.
3 Auswirkungen der Pandemie auf die Bildung: Das Kapitel beleuchtet, wie der Distanzunterricht durch fehlende Ressourcen und digitale Kompetenzen bestehende Ungleichheiten strukturell vertieft hat.
4 Maßnahmen, die trotz Pandemie zu mehr Bildungsgerechtigkeit führen könnten - Diversitätssensible Konzepte der Politischen Bildung: Es werden didaktische und organisatorische Konzepte wie Diversity Education und offener Unterricht vorgestellt, um Inklusion und Chancengleichheit aktiv zu fördern.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Forderung nach einer strukturellen Schulentwicklung und einer diversitätssensiblen Lehrkräfteausbildung, um Bildung als Ressource für alle zu realisieren.
Bildungsgerechtigkeit, Migrationshintergrund, Coronapandemie, Diversity-Ansatz, Inklusion, Fernunterricht, soziale Ungleichheit, Defizitorientierung, Diversity Education, offener Unterricht, politische Bildung, Schulentwicklung, Chancengleichheit, Lehrkräfteausbildung, Diskriminierung.
Die Arbeit analysiert, wie sich bestehende soziale Ungleichheiten und Bildungsbenachteiligungen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund durch die Bedingungen der Coronapandemie und den Fernunterricht verschärft haben.
Zentrale Themen sind Migration und Bildung, der Einfluss von Risikolagen auf den Schulerfolg, die Auswirkungen des digitalen Distanzlernens sowie Konzepte einer diversitätssensiblen und inklusiven Pädagogik.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Konzepte der Politischen Bildung und diversitätssensible Unterrichtsstrategien dazu genutzt werden können, den pandemiebedingten Bildungsbenachteiligungen entgegenzuwirken und Bildungsgerechtigkeit zu stärken.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis aktueller Fachliteratur, bildungspolitischer Berichte (wie dem Bildungsbericht 2020) und Online-Studien den Forschungsstand sowie Konzepte zur Schulentwicklung analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Problemlagen (Migrationshintergrund und Risikolagen) sowie der Herausforderungen durch die Pandemie (Fernunterricht) und mündet in die Darstellung konkreter Maßnahmen wie Diversity-Ansätze und offener Unterricht.
Schlüsselbegriffe sind Bildungsgerechtigkeit, Diversität, Inklusion, soziale Ungleichheit, Migrationshintergrund, Fernunterricht, politische Bildung und Lehrkräftekompetenzen.
Das Modell von Frohn dient als theoretischer Rahmen, um Lehrer*innen für die Planung von inklusiven und diversitätssensiblen Unterrichtsformaten zu sensibilisieren, was besonders in Krisenzeiten zur individuellen Kompetenzentwicklung beiträgt.
Die Laborschule zeigt auf, wie durch systematische Unterstützung selbstgesteuerten Lernens und die Aufrechterhaltung persönlicher Beziehungen zu Schülern und Eltern auch unter Pandemiebedingungen inklusives Lernen möglich bleibt.
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