Bachelorarbeit, 2017
49 Seiten, Note: 2,2
Einleitung
1 Gewalt
1.1 Definitionen von Gewalt
1.2 Sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze – „Warum übt ein Subjekt Gewalt aus?“
1.3 Der feministische /patriarchatskritische Ansatz
1.4 Zusammenfassung
2 Partnerschaftsgewalt in gemischt-geschlechtlichen Beziehungen
2.1 Risikofaktoren
2.1.1 Alter und Zivilstand
2.1.2 Sozialer und sozioökonomischer Status
2.1.3 Alkohol
2.1.4 Schwangerschaft
2.2 Tätertypologien
2.3 Frauen als Täterinnen- Männer als Opfer
2.4 Zusammenfassung
3 Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen
3.1 Forschungsschwierigkeiten
3.2 Ein Vergleichsversuch von heterosexueller und lesbischer PG
3.2.1 Gemeinsamkeiten
3.2.2 Besonderheiten von lesbischer PG
3.2.3 Defizite der Beratungsangebote
3.3 Einflussvariablen
3.4 Der Einfluss von Gender Stereotypen auf die Bewertung lesbischer PG
3.5 Zusammenfassung
4 Fazit
Diese Arbeit analysiert literaturbasiert das Phänomen der Partnerschaftsgewalt unter besonderer Berücksichtigung der feministischen Epistemologie. Das zentrale Ziel ist es, zu untersuchen, ob sich heterosexuelle Partnerschaftsgewalt von Gewalt in lesbischen Beziehungen unterscheidet und welche Rolle gesellschaftliche Machtverhältnisse und Rollenbilder dabei spielen.
3.1 Forschungsschwierigkeiten
Der Teil der Frauenbewegung, der sich mit Gewalt befasste, sorgte für die Verbreitung der Haltung, dass Gewalt grundsätzlich von Männern ausgeht (vgl. Ohms 1993: 36). Die Anerkennung von gleichgeschlechtlicher Gewalt im Beziehungskontext würde die bedeuten, dass „Lesben und andere Frauen gewalttätig sein können“ und „den Mythos von der >>Friedfertigkeit der Frau<<“ (Ohms 1993: 36) zerstören. Daraus resultiert die Bagatellisierung von lesbischer Gewalt. Es wird eher von heftigen Auseinandersetzungen gesprochen. Darauf lässt sich der aktuelle Forschungsstand in diesem Bereich zurückführen; zuverlässigen Studien zu lesbischer Beziehungsgewalt, die mit Statistiken zu heterosexueller PG vergleichbar sind, wurden erst innerhalb des letzten zwei Jahrzehnte erhoben.
Hinzu kommt: Wie bei den meisten Gewaltdelikten lässt sich die Dunkelziffer als wesentlich höher vermuten. Bezogen auf den deutschen Raum gibt es keine genauen Informationen, da es durch juristische / polizeiliche Rahmenbedingungen keine exakten Angaben bezüglich der Opfergruppen und Täter_in- Opfer-Beziehung gibt (vgl. Ohms 2006: 7). Es gibt zwar die Möglichkeit statistisch belegte Aussagen über die Häufigkeit zu treffen, diese definieren sich jedoch über das Kriterium der eingetragenen Lebenspartnerschaft:
„Zwei Personen gleichen Geschlechts, die gegenüber dem Standesbeamten persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit erklären, miteinander eine Partnerschaft auf Lebenszeit führen zu wollen (Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner), begründen eine Lebenspartnerschaft. Die Erklärungen können nicht unter einer Bedingung oder Zeitbestimmung abgegeben werden.“ (Lebenspartnerschaftsgesetz, Abschnitt1, Paragraph 1, Satz 1)
Dieses Kriterium erfüllen jedoch nur 0,2% der Lesben und Schwulen (vgl. Ohms 2006: 9).
Einleitung: Einführung in das Thema Partnerschaftsgewalt und die Forschungsfrage, ob sich Gewalt in heterosexuellen von der in lesbischen Beziehungen unterscheidet.
1 Gewalt: Theoretische Annäherung an den Gewaltbegriff, verschiedene Erklärungsansätze und Einführung in die feministische Epistemologie als Analyseinstrument.
2 Partnerschaftsgewalt in gemischt-geschlechtlichen Beziehungen: Analyse von Erscheinungsformen, Risikofaktoren wie Alter und Alkohol sowie Vorstellung verschiedener Tätertypologien.
3 Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen: Untersuchung von lesbischer Beziehungsgewalt, Forschungshindernissen, Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu heterosexuellen Mustern sowie strukturellen Problemen in der Beratung.
4 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext der Sozialen Arbeit und gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
Partnerschaftsgewalt, feministische Epistemologie, Heteronormativität, Tätertypologien, lesbische Beziehungen, häusliche Gewalt, Gender-Stereotype, Machtverhältnisse, Gewaltforschung, Risikofaktoren, Beratung, Soziale Arbeit, Diskriminierung, Homonegativität, Gewaltstrukturen.
Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem Phänomen der Gewalt in Partnerschaften auseinander, wobei der Fokus darauf liegt, ob sich Gewaltmuster zwischen heterosexuellen Paaren und lesbischen Paaren unterscheiden.
Die Arbeit umfasst theoretische Gewaltbegriffe, soziologische Erklärungsansätze, die Analyse von Risikofaktoren, Tätertypologien bei Männern und die spezifische Situation lesbischer Frauen bei Gewalterfahrungen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich heterosexuelle Partnerschaftsgewalt von der in lesbischen Beziehungen unterscheidet und inwiefern gesellschaftliche Machtstrukturen dies beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten literaturbasierten Analyse, die Erkenntnisse der Gewaltforschung mit feministischen Theorien verknüpft.
Der Hauptteil behandelt neben der allgemeinen Gewaltforschung spezifisch die Dynamiken in gemischt-geschlechtlichen Beziehungen und überträgt diese Erkenntnisse auf den lesbischen Kontext unter Einbezug struktureller Faktoren.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Partnerschaftsgewalt, patriarchatskritische Perspektive, Gender-Stereotype, Homonegativität und die Analyse von Machtasymmetrien.
Es bestehen erhebliche Hürden durch mangelnde statistische Erfassbarkeit, Bagatellisierung des Phänomens als bloße „Streitereien unter Frauen“ und die Sorge der Betroffenen vor Diskriminierung bei einem unfreiwilligen Coming-Out.
Viele bestehende Hilfsangebote sind primär auf heterosexuelle Dynamiken ausgerichtet. Die Autorin kritisiert, dass Beratungsstellen oft nicht ausreichend für lesbische Lebensentwürfe sensibilisiert sind, was Opfer von einer Hilfesuche abhalten kann.
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