Magisterarbeit, 1998
103 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Quellen und Methode
2.1. Quellen
2.1.1. Primärquellen
2.1.2. Bewertung der Quellen
2.2. Methode
3. Die Geschichte Timbuktus als Zentrum afrikanischer Gelehrsamkeit
3.1. Die Gründung der Stadt
3.1.1. Die Ursprünge Timbuktus
3.1.2. Der Sudan vor dem Aufstieg Timbuktus
3.1.2.1. Der Transsahara-Handel
3.1.2.2. Die Ausbreitung des Islam in Westafrika
3.2. Der Aufstieg Timbuktus zum Gelehrtenzentrum unter Mali
3.2.1. Historischer Überblick
3.2.2. Die Gründung einer Gelehrtentradition
3.2.2.1. Der Einfluß der Politik Mansa Mussas
3.2.2.2. Der Aufstieg Timbuktus
3.2.2.3. Die ersten Gelehrten Timbuktus
3.3. Die Stadt unter den Tuareg
3.3.1. Historischer Überblick
3.3.2. Die Ulama unter den Tuareg
3.4. Timbuktu unter Songhai-Herrschaft: Sonni Ali
3.4.1. Historischer Überblick
3.4.2. Die Ulama unter Sonni Ali
3.4.2.1. Die Politik Sonni Alis gegenüber den Gelehrten Timbuktus
3.4.2.2. Die verbleibenden Gelehrten Timbuktus
3.5. Die Blütezeit Timbuktus unter den Askia
3.5.1. Historischer Überblick
3.5.2. Die Blüte Timbuktus als Gelehrtenstadt
3.5.2.1. Die Gelehrten Timbuktus unter den Askia
3.5.2.2. Organisation, Umstände und Inhalt der Lehre
3.5.2.3. Bedeutung der Gelehrten Timbuktus im soziokulturellen Kontext des Sudan
3.5.3. Die Ulama als politische Akteure
3.5.3.1. Die Politik Askia Mohammeds
3.5.3.2. Der politische Einfluß der Ulama unter den Askia
3.6. Die marokkanische Eroberung und die Herrschaft der Arma
3.6.1. Historischer Überblick
3.6.2. Die Gelehrtentradition unter den Arma
3.7. Das 19. Jahrhundert
3.7.1. Historischer Überblick
3.7.2. Die Gelehrtentradition im 19. Jahrhundert
4. Zusammenfassung
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung Timbuktus als Zentrum afrikanischer Gelehrsamkeit und untersucht die Faktoren, die zu Entstehung, Blüte und Niedergang dieser Gelehrtentradition beigetragen haben. Dabei steht insbesondere die Wechselwirkung zwischen Gelehrsamkeit, islamischer Religion, ökonomischer Prosperität und politischer Stabilität im Vordergrund.
3.2.2.1. Der Einfluß der Politik Mansa Mussas
Mansa Mussa wird wie kein anderer Souverän Malis von den zeitgenössischen Quellen des mittelalterlichen Afrika in großer Ausführlichkeit beschrieben. Besonders seine Wallfahrt rief ein großes Echo hervor, und die Quellen lassen darauf schließen, daß seine Politik einen großen Einfluß auf die Entwicklung des Handels, auf die Beziehungen mit der arabischen Welt und somit auch auf die Entfaltung der Gelehrtentradition in Mali im allgemeinen und in Timbuktu im besonderen hatte.
Die Wallfahrt des Mansa Mussa, sowie wahrscheinlich auch die weniger gut dokumentierten Pilgerfahrten seiner Vorgänger, bewirkten eine ökonomische und kulturelle Öffnung des Sudan gegenüber der arabischen Welt und besonders gegenüber Ägypten. Die Handelsbeziehungen und die politischen Bindungen zu den nordafrikanischen Nachbarn wurden gestärkt, der Zustrom arabischer Kaufleute, die vom Gold des Sudan angezogen wurden, in den Sudan nahm zu und die östlichen transsaharischen Handelswege von Timbuktu über Gao und Tadmekka oder über Tuat und Ghadames nach Ägypten gewannen an Bedeutung (CORNEVIN 1962: 356). Hierbei mag auch die Tatsache eine Rolle gespielt haben, daß die nubischen Goldminen, welche für Ägypten damals die wichtigste Goldquelle darstellten, zu jener Zeit erschöpft waren (HISKETT 1984: 15). Mansa Mussa knüpfte nicht zuletzt aus wirtschaftspolitischen Motiven umfangreiche diplomatische Beziehungen mit den Herrschern von Kairo und Mekka sowie mit dem Sultan von Fez. IBN KHALDUN erwähnt die freundschaftliche Beziehung, die den Mansa mit dem merinidischen Sultan von Marokko Abou-‘l-Hacen verband und durch gegenseitige Geschenke gepflegt wurde (IBN KHALDUN 1959: 72).
1. Einleitung: Einführung in das Thema Timbuktu als Zentrum afrikanischer Gelehrsamkeit und Darlegung der Forschungsfragen.
2. Quellen und Methode: Vorstellung und Bewertung der primären Chroniken (Tarikhs) sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
3. Die Geschichte Timbuktus als Zentrum afrikanischer Gelehrsamkeit: Analyse der städtischen Entwicklung von den Ursprüngen bis zur Eroberung durch die Franzosen unter Berücksichtigung der jeweiligen Herrscher und Gelehrten.
4. Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse zur Entwicklung Timbuktus als Gelehrtenstadt durch die Faktoren Islam, Handel und politische Strukturen.
Timbuktu, Gelehrsamkeit, Ulama, Songhai-Reich, Mali-Reich, Islamisierung, Transsahara-Handel, Gelehrtentradition, Geschichte Westafrikas, Mansa Mussa, Askia Mohammed, Tarikhs, Wissenschaftsgeschichte, Sankore, Maghreb.
Die Arbeit untersucht die historische Genese und Entwicklung von Timbuktu als bedeutendes Zentrum islamischer Gelehrsamkeit in Westafrika über einen Zeitraum von acht Jahrhunderten.
Die zentralen Themen sind die Verknüpfung von Handelswegen, islamischer Religion und der Institutionalisierung wissenschaftlicher Lehre in verschiedenen historischen Herrschaftsepochen.
Das Ziel ist es, die Faktoren zu benennen, die zu Entstehung, Blüte und Niedergang der Gelehrtentradition Timbuktus beitrugen, und das Verhältnis zwischen den Gelehrten (Ulama) und den politischen Machthabern zu analysieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine chronologische Auswertung lokaler Chroniken (Tarikhs) sowie europäischer Reiseberichte, die durch moderne geschichtswissenschaftliche Sekundärliteratur ergänzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte von der Stadtgründung, über die Ära von Mali und den Songhai-Herrschern bis hin zur marokkanischen Eroberung und der Zeit des 19. Jahrhunderts.
Wichtige Begriffe sind Timbuktu, Ulama, Transsahara-Handel, Gelehrtentradition, Mali, Songhai und islamische Gelehrsamkeit.
Mansa Mussa förderte durch seine Wallfahrten, Diplomatie und Investitionen in Moscheen und Gelehrte die kulturelle und wirtschaftliche Öffnung Timbuktus, was wesentlich zum Aufstieg der Stadt beitrug.
Die Spannungen resultierten aus der unterschiedlichen politischen Ideologie; Sonni Ali vertrat traditionelle militärische Machtansprüche, während die Gelehrten eine politische Mitgestaltung basierend auf islamischer Orthodoxie anstrebten.
Die Eroberung führte zu einer anfänglichen Unterdrückung der Gelehrten, Deportationen (u.a. von Ahmed Baba) und einem allmählichen Verlust der Autonomie, was langfristig zum Niedergang der Dynamik der Gelehrtentradition beitrug.
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