Examensarbeit, 2007
62 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Schwerpunkt und Zielsetzung
1.2. Quellenlage
2. Zur Person des Perikles und zum Beginn seiner Karriere
2.1. Perikles Innenpolitik
2.2. Perikles und Thukydides Melesiou
2.3. Perikles Sturz
3. Die Pest in Athen und ihre sozialen Folgen
3.1. Die politischen Folgen der Pest und der Tod Perikles´
4. Die Nachfolger Perikles
4.1. Kleon und Nikias
4.2. Der „Nikiasfrieden“
4.3. Hyperbolos, Alkibiades und Nikias
4.4. Der Ostrakismos von 417 v. Chr.
5. Die Opposition gegen die attische Demokratie
6. Der oligarchische Umsturz von 411 v. Chr.
6.1. Vergleich der Darstellungen von Aristoteles und Thukydides
6.2. Die Wiederherstellung der Demokratie
7. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Pest von 430 v. Chr. auf die innenpolitischen Strukturen Athens im 5. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, inwieweit die durch die Seuche ausgelöste soziale Krise und die zunehmende Unbeständigkeit in der Führung zu einer Destabilisierung der Demokratie und letztlich zum oligarchischen Staatsstreich von 411 v. Chr. beitrugen.
3. Die Pest in Athen und ihre sozialen Folgen
Im zweiten Buch seines Geschichtswerkes geht Thukydides detailliert auf die Auswirkungen der großen Seuche ein, die die Bewohner Athens im Frühsommer des Jahres 430 heimsuchte. Der Historiker bietet neben einer ausführlichen Analyse der Symptome auch einen Bericht über die verheerenden Auswirkungen der Krankheit auf die Moral der Athener und verweist auf die verhängnisvollen Folgen des Massensterbens für den weiteren Kriegsverlauf. Die Beschreibung der Pest folgt unmittelbar und fast übergangslos auf den berühmten „Epitaphios Logos“, den Thukydides Perikles anlässlich des Begräbnisses der ersten Todesopfer des Krieges vortragen lässt.
Der in dieser Rede noch in den höchsten Tönen gefeierten Kulturstadt steht nun das von der Pest heimgesuchte Athen in Agonie gegenüber. Dieser dramatische Bruch dokumentiert sich auch in der Beschreibung des Niederganges der öffentlichen Ordnung in der Stadt. Es herrscht ein Zustand des Verfalls. Auf die Schilderung dieser Zustände hat Thukydides viel Mühe verwandt. Im Vergleich mit dem leuchtenden Bild Athens, das die Gefallenenrede beherrscht, erscheint die Stadt unter dem Eindruck der Pest als verkehrte Welt. So wird aus dieser Darstellung recht deutlich, wie die Situation in Athen während dieser Tage war.
Ende Mai/Anfang Juni 430 v. Chr., im zweiten Jahr des Peloponnesischen Krieges brach in Athen eine Epidemie aus. Ob es wirklich die Pest war, wird in der Forschung heftig diskutiert. Die Rede ist auch von Masern oder Typhus, einer kombinierten Fleckfieber- und Pockenepidemie oder der Lungenpest. Wenn auch nicht genau geklärt ist, was für eine Krankheit es war: die Auswirkungen für Athen waren verheerend. Die Stadt war bei Ausbruch der Seuche angefüllt mit Menschen, die vor den einfallenden Truppen des peloponnesischen Bundes hinter Athens Mauern Schutz gesucht hatten. Die meisten Historiker geben als Opfer ein Drittel der anwesenden Zivilbevölkerung an.
1. Einleitung: Vorstellung der politischen Ausgangslage unter Perikles und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses der Pest.
2. Zur Person des Perikles und zum Beginn seiner Karriere: Beleuchtung der Herkunft und des Aufstiegs von Perikles sowie seiner Methoden zur Machtsicherung in der Demokratie.
3. Die Pest in Athen und ihre sozialen Folgen: Analyse der verheerenden Auswirkungen der Seuche auf die soziale Ordnung, Moral und politische Stabilität der Stadt.
4. Die Nachfolger Perikles: Darstellung der instabilen politischen Phase nach dem Tod des Perikles, geprägt durch den Machtkampf zwischen verschiedenen Fraktionen.
5. Die Opposition gegen die attische Demokratie: Untersuchung der Ursprünge und der Struktur der antidemokratischen Kräfte in Athen.
6. Der oligarchische Umsturz von 411 v. Chr.: Detaillierte Betrachtung des Staatsstreichs und der anschließenden demokratischen Restauration unter Einbeziehung antiker Historiker.
7. Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse zur Wechselwirkung zwischen Seuche, Krieg und dem Wandel des politischen Systems.
Perikles, Athen, attische Demokratie, Peloponnesischer Krieg, Pest in Athen, Thukydides, Nikias, Kleon, Alkibiades, oligarchischer Umsturz, Staatsstreich 411 v. Chr., Aristoteles, Quellenkritik, Machtpolitik, Innenpolitik.
Die Publikation untersucht, wie ein einschneidendes Ereignis wie die Pest im Jahr 430 v. Chr. die innenpolitische Stabilität der attischen Demokratie nachhaltig erschütterte und zu einem Wandel in der Machtstruktur führte.
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie des Perikles, der politischen Analyse der Pest-Auswirkungen, der Rolle der verschiedenen Nachfolger wie Nikias und Alkibiades sowie der Untersuchung der oligarchischen Oppositionsbewegungen.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der unerwarteten Seuche und den späteren politischen Umbrüchen, insbesondere dem oligarchischen Staatsstreich von 411 v. Chr., historisch fundiert zu belegen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine historiographische Quellenanalyse. Dabei werden zentrale Berichte antiker Autoren wie Thukydides und Aristoteles gegenübergestellt und kritisch auf ihre historische Exaktheit geprüft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der perikleischen Politik, die soziale Zersetzung durch die Pest, den Machtkampf der Nachfolge-Strategen und die detaillierte Rekonstruktion des oligarchischen Umsturzes.
Wichtige Begriffe sind Perikles, athenische Demokratie, Peloponnesischer Krieg, Pest von 430 v. Chr., politische Instabilität, Oligarchie und Staatsstreich.
Perikles verkörperte für Athen eine integrierende Führungspersönlichkeit. Sein Wegfall hinterließ ein politisches Vakuum, in dem verschiedene Fraktionen wie die Kriegspartei um Kleon und gemäßigte Kräfte um Nikias um die Vorherrschaft stritten, was die Stabilität der Stadt schwächte.
Die Seuche verursachte nicht nur ein Massensterben, sondern untergrub auch die gesellschaftlichen und religiösen Normen. Das Gefühl der Hoffnungslosigkeit ließ viele Bürger an der Leistungsfähigkeit der radikalen Demokratie zweifeln, was den Nährboden für oligarchische Bestrebungen bereitete.
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