Diplomarbeit, 2004
153 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Fragestellung
2 Die Beziehungen zwischen der EU und Russland: »Komplexer Bilateralismus«
2.1 Wegmarken der Entwicklung der EU-Russland Beziehungen
2.2 Die EU und Russland – Zwei Akteure im Transformationsprozess
2.2.1 Die EU auf dem Weg zum eigenständigen außenpolitischen Akteur?
2.2.2 Russland - Gefangen zwischen außenpolitischen Gestaltungsansprüchen einer Großmacht und innenpolitischem Modernisierungsdefizit?
2.3 Chancen und Risiken in den EU-Russland Beziehungen: Ausbau zur strategischen Partnerschaft oder Entfremdung?
2.3.1 Strukturelle Merkmale
2.3.2 Sicherheitspolitik
2.3.3 Wirtschaftspolitik
2.3.4 Modernisierung ohne Demokratisierung? – Die Frage nach den gemeinsamen Werten Russlands und der EU
2.4 Zwischenfazit: »Der Komplexe Bilateralismus« als Hintergrundfolie für die Konfliktperioden Kosovo – 9/11 – Irak
3 Erklärungsansätze aus der Theorie der Internationalen Beziehungen
3.1 Realistische und Neorealistische Erklärungsversuche
3.2 Interdependenz und Neoinstitutionalismus
3.3 Konstruktivismus
3.4 Schlussfolgerungen für die Fragestellung
4 Die Beziehungen zwischen der EU und Russland unter Druck
4.1 Der Krieg im Kosovo
4.1.1 Ereignischronologie und Eingrenzung des Betrachtungszeitraums
4.1.2 Unmittelbare Folgen
4.1.2.1 »Die Gemeinsame Strategie der EU für Russland« und die »Mittelfristige Strategie Russlands für die EU«
4.1.2.2 Das »Nationale Sicherheitskonzept« und die »Nationale Militärdoktrin« Russlands
4.1.2.3 Das »außenpolitische Konzept« Russlands
4.1.2.4 Die russische Antwort auf die NATO-Intervention im Kosovo: Tschetschenien und die Reaktion der EU
4.1.2.5 Zusammenfassung: Strategische Neuausrichtung der Beziehungen?
4.1.3 Mittel- bis langfristige Konsequenzen - Kosovo im Kontext
4.1.3.1 Russland und der Kosovo – letztes Aufbäumen einer untergegangenen Großmacht?
4.1.3.2 Kosovo: Die »Geburtsstunde« der EU als sicherheitspolitischer Akteur und die Folgen für den »Komplexen Bilateralismus«
4.1.3.3 Zwischenbilanz I: Neue Klarheit und alte Probleme
4.2 Der 11. September 2001
4.2.1 Ereignischronologie und Eingrenzung des Betrachtungszeitraums
4.2.2 Unmittelbare Folgen
4.2.3 Mittel- bis langfristige Konsequenzen – 9/11 im Kontext
4.2.3.1 Russlands Beitritt zur Antiterrorkoalition – Neue Strategie?
4.2.3.2 Die EU und Russland nach 9/11: Neue Chancen für die strategische Partnerschaft?
4.2.3.3 Zwischenbilanz II: Ein Jahr nach 9/11
4.3 Irak-Krieg
4.3.1 Ereignischronologie und Eingrenzung des Betrachtungszeitraums
4.3.2 Unmittelbare Folgen
4.3.3 Mittel- bis langfristige Konsequenzen - Irak im Kontext
4.3.3.1 Zerbricht Putins Strategie am Riss im transatlantischen Bündnis?
4.3.3.2 Die »Achse« Paris-Berlin-Moskau: Sprungbrett zur strategischen Partnerschaft EU-Russland?
4.3.3.3 Alternative Entwicklungen für den »komplexen Bilateralismus« nach Irak
4.4 Zusammenfassung: Kosovo – 9/11 – Irak
5 Der »Komplexe Bilateralismus« – Ein schwieriger Kooperationsauftrag
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Beziehungen zwischen der EU und Russland im Zeitraum 1999–2003 unter dem Eindruck signifikanter internationaler Krisen wie dem Kosovo-Krieg, dem 11. September und dem Irak-Krieg. Das zentrale Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit diese Krisen als Katalysatoren für Veränderungen in der Außenpolitik beider Akteure wirkten und ob sich daraus eine strategische Partnerschaft oder eine Entfremdung ableiten lässt.
2.2.1 Die EU auf dem Weg zum eigenständigen außenpolitischen Akteur?
Die EU ist als internationaler Akteur sui generis nicht mit internationalen Organisationen wie der UNO vergleichbar. Noch viel weniger entspricht sie aber dem Modell eines souveränen Bundesstaates, auch wenn sie schon heute in vielen Fragen letztinstanzlich und verbindlich die Politik ihrer Gliedstaaten verpflichtet. Über die Finalität des europäischen Integrationsprozesses besteht auch nach dem Abschluss der Arbeiten des Verfassungskonvents noch keine endgültige Klarheit. Die GASP (und noch mehr die ESVP) befindet sich als jüngste „Säule“ des europäischen Hauses in einem statu nascendi. Das besondere an diesem Zustand ist die Vermischung supranationaler und intergouvernementaler Entscheidungsmechanismen. Die supranationalen Elemente erklären sich dabei durch den säulenübergreifenden Charakter, den jede Außenpolitik im gegenwärtigen internationalen System gezwungenermaßen annehmen muss. In einer zunehmend entgrenzten und vernetzten Welt unterliegen Nationalstaaten und EU gleichermaßen, sowohl was ihre Wirtschaftspolitik betrifft, als auch die Bereiche Justiz und Inneres, dem Zwang zur internationalen Zusammenarbeit, um den grenzüberschreitenden Herausforderungen ihrer Interessen zu begegnen.
1 Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die historische Entwicklung der EU-Russland-Beziehungen ein und definiert den Untersuchungszeitraum sowie das methodische Vorgehen.
2 Die Beziehungen zwischen der EU und Russland: »Komplexer Bilateralismus«: Hier wird das Konzept des komplexen Bilateralismus als analytischer Rahmen eingeführt, um die vielschichtige Beziehung zwischen der EU und Russland zu begreifen.
3 Erklärungsansätze aus der Theorie der Internationalen Beziehungen: Dieses Kapitel liefert theoretische Werkzeuge aus Realismus, Interdependenztheorie und Konstruktivismus, um das Handeln der Akteure zu deuten.
4 Die Beziehungen zwischen der EU und Russland unter Druck: Der Hauptteil analysiert detailliert, wie die Krisen Kosovo, 9/11 und Irak die bilateralen Beziehungen unter verstärkten Handlungsdruck setzten.
5 Der »Komplexe Bilateralismus« – Ein schwieriger Kooperationsauftrag: Das Abschlusskapitel resümiert die Schwierigkeiten der EU-Russland-Kooperation und bewertet die Zukunftsaussichten einer strategischen Partnerschaft.
Europäische Union, Russland, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, Komplexer Bilateralismus, Kosovo-Krieg, 11. September 2001, Irak-Krieg, Partnerschafts- und Kooperationsabkommen, ESVP, GASP, strategische Partnerschaft, Identitätsbildung, Systemtransformation, Modernisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Veränderung der Beziehungen zwischen der EU und Russland im Zeitraum von 1999 bis 2003, insbesondere unter dem Druck großer internationaler Krisen.
Die zentralen Felder sind die Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie die Frage nach gemeinsamen Werten und Identitäten in einem transformativen internationalen System.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob und inwiefern der Kosovo-Krieg, der 11. September und der Irak-Krieg als Auslöser für eine strategische Neuausrichtung oder Vertiefung der Partnerschaft zwischen der EU und Russland gedient haben.
Der Autor nutzt politikwissenschaftliche Analysen, die verschiedene Theorien der Internationalen Beziehungen (wie Realismus, Neoinstitutionalismus und Konstruktivismus) als Werkzeuge verwenden, um die Empirie der betrachteten Phasen zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Phasen Kosovo, 9/11 und Irak. Für jede Phase werden die Ereignisse chronologisch erfasst, die unmittelbaren Folgen dargestellt und die mittel- bis langfristigen Auswirkungen auf die EU-Russland-Beziehungen untersucht.
Wichtige Begriffe sind EU-Russland-Beziehungen, ESVP/GASP, komplexer Bilateralismus, Sicherheitspolitik und die strategische Modernisierung Russlands.
Dieser Begriff dient als theoretisches Hintergrundmodell, um zu verdeutlichen, dass die Beziehung zwischen der EU und Russland aus zahlreichen Parallelbeziehungen auf verschiedenen Ebenen besteht, die sich oft gegenseitig beeinflussen, aber selten linear verlaufen.
Der Autor verwendet diesen Begriff, um auszudrücken, dass Russland zwar über ein beachtliches nukleares Arsenal verfügt, ökonomisch jedoch andere Herausforderungen bewältigen muss, während die EU als wirtschaftliche Supermacht, aber politischer "Zwerg" in Sicherheitsfragen agiert.
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