Diplomarbeit, 2007
104 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Methodik der Arbeit
2. Ökonomie von Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege
2.1 Organisationen der Freien Wohlfahrt im Dritten Sektor
2.2 Markt
2.3 Arten von Güter
2.4 Marktversagen
2.5 Staatsversagen
2.6 Organisationen des Dritten Sektors – Kompensation oder Konflikt zwischen Markt und Staat?
3. Begriffliche und historische Dimensionen der Freien Wohlfahrtspflege
3.1 Charakterisierung der Spitzenverbände
3.2 Fürsorge in der Zeit des Mittelalters bis zum 19. Jahrhundert
3.3 Entwicklung verbandlicher Wohlfahrt vom 19. Jahrhundert bis zum Nationalsozialismus
3.4 Wohlfahrtspflege im Nationalsozialismus und der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg
3.5 Entwicklung der Freien Wohlfahrtspflege in der Bundesrepublik Deutschland
3.6 Das Subsidiaritätsprinzip als Grundlage wohlfahrtsverbandlicher Tätigkeit
3.7 Gegenwärtige Anforderungen an die Freie Wohlfahrtspflege
3.8 Vergleich internationaler Wohlfahrtstraditionen
3.9 Fazit
4. Traditionelle Finanzierungsquellen der Freien Wohlfahrtspflege
4.1 Rahmenbedingungen wohlfahrtlicher Finanzierung
4.2 Finanzierungsträger
4.2.1 Öffentliche Finanzierung
4.2.2 Fremdfinanzierung
4.2.3 Eigenmittelfinanzierung
4.3 Probleme der traditionellen Finanzierungsquellen
4.3.1 Probleme der öffentlichen Finanzierungsquellen
4.3.2 Probleme der Fremdfinanzierung
4.3.3 Probleme der Eigenfinanzierung
4.4 Fazit
5. Alternative Finanzierungsinstrumente für die Freie Wohlfahrtspflege
5.1 Grundsätzliche Anforderungen
5.2 Marketinginstrumente für die Finanzierung Freier Wohlfahrtspflege
5.2.1 Fundraising
5.2.2 Sponsoring
5.3 Kapitalwirtschaftliche Instrumente für die Freie Wohlfahrtspflege
5.3.1 Verbandsinterne Finanzierungsgesellschaft
5.3.2 Mezzanine Kapitalform
5.3.3 Fondsfinanzierungen
5.3.4 Stiftungen
5.4 Kooperationsformen
5.4.1 Investor-Betreiber-Modelle
5.4.2 Public-Social-Private-Partnerships
5.5 Fazit
6. Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht die aktuellen finanziellen Herausforderungen für die Freie Wohlfahrtspflege in Deutschland, die durch sinkende öffentliche Zuwendungen und steigenden ökonomischen Anpassungsdruck entstehen. Ziel ist es, unter Einbeziehung theoretischer ökonomischer Ansätze sowie praktischer Expertenmeinungen aufzuzeigen, wie Wohlfahrtsorganisationen durch neue Finanzierungsstrategien und alternative Instrumente ihre Handlungsfähigkeit sichern können.
2.1 Organisationen der Freien Wohlfahrt im Dritten Sektor
Zum Begriff des Dritten Sektors gibt es in der Literatur viele Definitionsansätze, welche sich im Wesentlichen auf die Abgrenzungsmerkmale zu den anderen Sektoren Markt und Staat beschränken. Die gängigsten Ansätze werden nun kurz vorgestellt, wobei der Fokus immer auf Organisationsformen der Freien Wohlfahrt liegen soll.
Organisationen des Dritten Sektors werden institutionell neben Markt und Staat als Privatorganisationen ohne Erwerbszweck verortet. Sie unterscheiden sich durch ihre Wirtschaftslogik von Organisationen der anderen Sektoren: der Staat übernimmt Aufgaben, die durch Gesetze bestimmt sind und finanziert diese über Steuern und Abgaben. Zweck von Profit-Organisationen ist es, auf einem Markt Güter und Dienstleistungen anzubieten und darüber Gewinne zu erzielen. Organisationen des Dritten Sektors sind dagegen nicht primär erwerbswirtschaftlich orientiert. Sie decken jene Bedürfnisse, die auf dem Markt gar nicht oder nur zu hohen Preisen befriedigt werden können und die vom Staat ebenfalls nicht oder nur unzureichend bereitgestellt werden. Aufgrund dieser Stellung auch als Nonprofit-Organisationen bezeichnet, werden etwaige Gewinne nicht an die Organisationsmitglieder ausgeschüttet, sondern an die Organisation selbst zurückgeführt.
Die reine Zuordnung im Sinne von nicht-staatlich und nicht-kommerziell ist allerdings ungenügend, da Organisationen des Dritten Sektors ganz unterschiedliche Formen haben können.
1. Einleitung: Darstellung der zentralen Rolle der Freien Wohlfahrtspflege sowie der Forschungsfragen hinsichtlich aktueller Finanzierungsproblematiken und möglicher Lösungsansätze.
2. Ökonomie von Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege: Untersuchung des Dritten Sektors anhand mikroökonomischer Theorien, um das Handeln der Akteure bei Markt- und Staatsversagen zu erklären.
3. Begriffliche und historische Dimensionen der Freien Wohlfahrtspflege: Historischer Abriss der Wohlfahrtsentwicklung in Deutschland, des Subsidiaritätsprinzips und ein Vergleich internationaler Wohlfahrtstraditionen.
4. Traditionelle Finanzierungsquellen der Freien Wohlfahrtspflege: Analyse der bestehenden Finanzierungsstrukturen (öffentlich, fremd, eigen) und deren spezifische Probleme angesichts knapper öffentlicher Kassen.
5. Alternative Finanzierungsinstrumente für die Freie Wohlfahrtspflege: Vorstellung innovativer Ansätze wie Sozialmarketing, Kapitalmarktfinanzierung und Kooperationsformen zur Sicherung der zukünftigen Leistungsfähigkeit.
6. Schlussfolgerungen: Fazit zu den notwendigen strategischen Anpassungen der Verbände, um den Wandel zur stärker eigeninitiativen Mittelakquisition erfolgreich zu bewältigen.
Freie Wohlfahrtspflege, Finanzierung, Dritter Sektor, Subsidiarität, Sozialwirtschaft, Nonprofit-Organisationen, Sozialmarketing, Fundraising, Sponsoring, Kapitalmarkt, Leistungsentgelte, Wohlfahrtsverbände, Finanzmanagement, Basel II, Kooperationsmodelle.
Die Arbeit befasst sich mit der Finanzierung der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland vor dem Hintergrund knapper öffentlicher Haushalte und eines zunehmenden ökonomischen Anpassungsdrucks.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Wohlfahrtspflege, ökonomischen Erklärungsansätzen, einer Analyse traditioneller Finanzierungsquellen und dem Potenzial neuer, alternativer Finanzierungsinstrumente.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wohlfahrtsverbände ihre Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen verringern und durch moderne Managementmethoden und Finanzierungsstrategien ihre Zukunftsfähigkeit sichern können.
Es wurde eine Kombination aus theoretischer Literaturrecherche und der Auswertung von teilstandardisierten Experteninterviews mit Vertretern der Spitzenverbände (Caritas, Paritätischer, Rotes Kreuz) genutzt.
Der Hauptteil analysiert kritisch das traditionelle Finanzierungssystem, beleuchtet die Auswirkungen von Basel II auf Nonprofit-Organisationen und bewertet Instrumente wie Fundraising, Sponsoring sowie kapitalwirtschaftliche Beteiligungsmodelle.
Wohlfahrt, Finanzierungsmix, Subsidiarität, Sozialwirtschaft und strategische Professionalisierung sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Die befragten Experten sehen darin eine ernsthafte Gefährdung der Qualität und fordern eine strategische Neuausrichtung, bei der die Verbände ihre spezifischen Kompetenzen und Marktchancen aktiver nutzen müssen.
Eine starke Marke hilft Verbänden, wie am Beispiel des Roten Kreuzes ersichtlich, bei der Gewinnung von Spenden und der Positionierung in einem wettbewerbsorientierten Umfeld, was besonders für die Akquise privater Mittel entscheidend ist.
Die Experten kritisieren, dass starre Leistungskataloge den kreativen und selbstbestimmten Umgang mit komplexen sozialen Problemfeldern verhindern und die Organisationen in einem starren, bürokratischen Kreislauf gefangen halten.
Nein, es geht nicht um eine vollständige Kommerzialisierung, sondern um eine ökonomisch begründete Professionalisierung, um den Erhalt des ideellen Leistungsangebotes unter geänderten Rahmenbedingungen sicherzustellen.
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