Bachelorarbeit, 2005
62 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Literaturübersicht
2.1. Das Konzept der FOCJ
2.2. Schulbildung und Föderalismus – Anwendungen von FOCJ
3. Gemeindestrukturen im Kanton Zürich
3.1. Einteilung der politischen und der Schulgemeinden
3.2. Organisationsform und politische Rechte
3.3. Historische und aktuelle Entwicklungen
3.4. Kritik der Schulgemeinden und andere Meinungen
4. Operationalisierung des FOCJ-Konzepts
4.1. Entschärfung der Kritikpunkte der Schulgemeinden
4.2. Mögliche Wirkungen von FOCJ-Strukturen auf Gemeinden
4.3. Identifikation von FOCJ-Strukturen
4.4. Probleme der Identifikation
5. Empirische Überprüfung der Effizienz
5.1. Bestimmung der abhängigen Variablen
5.1.1. Abhängige Variable: Steuerbelastung
5.1.2. Abhängige Variable: Liegenschaftspreise
5.2. Bestimmung der unabhängigen Variablen
5.2.1. Unabhängige Variablen zur Steuerbelastung
5.2.2. Unabhängige Variablen zu den Liegenschaftspreisen
5.3. Schätzung der Steuerbelastung pro Einwohner
5.3.1. Robustheitstests zur Schätzung der Steuerbelastung
5.3.2. Einwände zu den Schätzungen der Steuerbelastung
5.4. Schätzung der Liegenschaftspreise
5.4.1. Robustheitstests zu den Schätzungen der Liegenschaftspreise
5.4.2. Einwände zu den Schätzungen der Liegenschaftspreise
6. Diskussion und Ausblick
6.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2. Ausblick
Die Arbeit untersucht empirisch, ob Gemeinden mit FOCJ-Strukturen (Functional, Overlapping and Competing Jurisdictions) – hier anhand der Schulgemeinden im Kanton Zürich – effizienter arbeiten als herkömmliche Einheitsgemeinden. Dabei wird analysiert, ob diese funktionalen Einheiten durch Wettbewerb und direkte demokratische Kontrolle zu einer niedrigeren Steuerbelastung und positiven Effekten auf Liegenschaftspreise führen.
2.1. Das Konzept der FOCJ
In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur wurde dem Thema des funktionalen Föderalismus bis jetzt eher geringe Aufmerksamkeit gewidmet. Die führenden Lehrbücher der Finanzwissenschaft befassen sich zwar im Regelfall mit dem Thema des Föderalismus im Allgemeinen, jedoch sind die neueren Konzepte des funktionalen Föderalismus und der FOCJ noch nicht in der Standardliteratur mitverarbeitet. Dies erklärt sich unter anderem auch durch die Neuheit des Konzepts und dem Fehlen von empirischen Beiträgen zu dessen Überprüfung. Im Rahmen von mehreren Artikeln und einem Buch mit dem Titel „The New Democratic Federalism for Europe“ stellen BRUNO S. FREY und REINER EICHENBERGER (1999) ihre Theorie der FOCJ der Öffentlichkeit vor. Dabei steht die Abkürzung FOCJ für Functional, Overlapping and Competing Juristdictions. Bei den FOCJ handelt es sich um ein System, das sich von den herkömmlichen Grundaspekten und Analyseeinheiten der Theorie des Föderalismus unterscheidet. Die traditionelle Theorie des Föderalismus untersucht die in einem geographischen Gebiet gegebenen politischen Einheiten auf den verschiedenen Regierungsebenen. Dagegen wird beim Konzept der FOCJ davon ausgegangen, dass diese Einheiten erst als Antwort auf verschiedene Probleme gebildet werden.
Dabei ist es bedeutend, dass die FOCJ eine oder eine kleine Zahl von Funktionen (functional) innerhalb einer geographischen Zone erfüllen (zum Beispiel Schulbildung, Polizeischutz, Gesundheitswesen, Wasserversorgung und soziale Sicherheit). Die Ausdehnung der Tätigkeitszone der FOCJ ist durch deren Aufgabe beziehungsweise Funktion bestimmt. Da verschiedene Funktionen verschiedene optimale Größen von Gebietskörperschaften erfordern, scheinen spezialisierte funktionale Einheiten eine mögliche Lösung des Problems der Skalenerträge und zur Realisierung von Synergieeffekten. Die Größe wird endogen durch die von der FOCJ-Einheit auszuführende Funktion bestimmt.
1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Forschungsfrage, ob FOCJ effizienter als herkömmliche Gemeindestrukturen sind, und erläutert den methodischen Ansatz mittels Gemeinde-Panel-Daten im Kanton Zürich.
2. Literaturübersicht: Es werden die theoretischen Grundlagen des funktionalen Föderalismus (FOCJ) sowie die Literatur zu amerikanischen Special Districts als Vergleichsbasis aufgearbeitet.
3. Gemeindestrukturen im Kanton Zürich: Dieses Kapitel beschreibt die rechtliche und organisatorische Situation der politischen Gemeinden und der Schulgemeinden im Kanton Zürich.
4. Operationalisierung des FOCJ-Konzepts: Es wird diskutiert, wie die Theorie der FOCJ auf die Zürcher Schulgemeinden angewendet werden kann und welche Identifikationsprobleme dabei auftreten.
5. Empirische Überprüfung der Effizienz: Das Kernkapitel enthält die ökonometrische Schätzung der Auswirkungen von FOCJ-Strukturen auf die Steuerbelastung und Liegenschaftspreise.
6. Diskussion und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und mit einem Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen zur praktischen Anwendung und Struktur der FOCJ ergänzt.
FOCJ, funktionaler Föderalismus, Schulgemeinden, Kanton Zürich, Effizienz, Steuerbelastung, Liegenschaftspreise, Wettbewerb, politische Konkurrenz, öffentliche Güter, Spezialisierung, fiskalische Äquivalenz, direkte Demokratie, empirische Analyse, Gemeindeorganisation.
Die Arbeit untersucht die Effizienz von funktionalen, überlappenden und konkurrierenden Jurisdiktionen (FOCJ) im Vergleich zu herkömmlichen politischen Einheitsgemeinden am Beispiel des Zürcher Schulwesens.
Die zentralen Themen sind der funktionale Föderalismus, die öffentliche Finanzwirtschaft, die Organisation von Schulgemeinden sowie die Messung von Effizienz durch steuerliche Belastung und Immobilienpreise.
Ziel ist es, empirisch zu verifizieren, ob die durch das FOCJ-Konzept postulierte höhere Effizienz durch Schulgemeinden in der Praxis messbar ist.
Der Autor verwendet eine statistische Analyse mittels linearer Mehrfachregression (Ordinary Least Squares, OLS) basierend auf Panel-Daten des Kantons Zürich.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Literaturaufarbeitung, die Beschreibung der Zürcher Gemeindestrukturen, die Operationalisierung der Theorie und die statistische Auswertung zur Effizienzmessung.
Die wichtigsten Begriffe sind FOCJ, funktionaler Föderalismus, Fiskalwettbewerb, Steuerbelastung pro Einwohner und die Differenzierung zwischen Schul- und politischen Gemeinden.
Die Arbeit gilt als eine der ersten in Europa, die sich direkt mit der empirischen Überprüfung des funktionalen Föderalismus auseinandersetzt, während bisherige Forschung vor allem auf US-amerikanische Special Districts fokussierte.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Fusionen von Schulgemeinden und politischen Gemeinden zu Einheitsgemeinden keine signifikanten Effizienzgewinne bringen und oft mit Nachteilen verbunden sind.
Neben der Schulgemeinde-Struktur sind insbesondere die Lage zur Stadt Zürich, die Seesicht, kulturelle Angebote und der Steuerfuß entscheidende Einflussfaktoren auf das Preisniveau.
Da die historisch gewachsenen Organisationsformen der Schulgemeinden über 100 Jahre alt und strukturell sehr stabil sind, können sie als exogen betrachtet werden.
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