Examensarbeit, 2008
39 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. J. L. Moreno und die Entstehung des Psychodramas
2. Theoretische Grundlagen des Psychodramas
2.1. Das triadische System
2.2. Spontanität und Kreativität
2.3. Tele
2.4. Rollentheorie
3. Methoden des Psychodramas
3.1. Instrumente im Psychodrama
3.1.1. Bühne
3.1.2. Protagonist
3.1.3. Therapeutischer Leiter
3.1.4. Hilfs-Ichs
3.1.5. Publikum
3.2. Ablauf einer Psychodramasitzung
3.2.1. Erwärmungsphase
3.2.2. Spielphase
3.2.3. Integrationsphase
3.3. Handlungstechniken in der Spielphase
3.3.1. Rollentausch
3.3.2. Doppeln
3.3.3. Spiegeln
3.3.4. Selbstgespräch
4. Aggressionen
4.1. Was ist Aggression
4.2. Theorien zur Entstehung von Aggressionen
4.2.1. Triebtheorie
4.2.2. Frustrations-Aggressions-Theorie
4.2.3. Lerntheorie
4.2.4. Stressbewältigungstheorie
5. Psychodramaarbeit mit aggressiven Jugendlichen
5.1. Das Jugendalter
5.2. Rahmenbedingungen
5.2.1. Gruppengröße und Zusammensetzung der Gruppe
5.2.2. Co-Leiter
5.2.3. Gruppenregeln
5.3. Besonderheiten im Ablauf
5.3.1. Erwärmung
5.3.2. Spielphase
5.3.3. Integrationsphase
5.4. Nutzeffekt der Klienten
5.4.1. Stressoren anders bewerten
5.4.2. Aggressionshemmungen fördern
5.4.3. Erweiterung des Rollenrepertoires
Ausblick
Diese Arbeit untersucht das Potenzial des Psychodramas als therapeutische Methode für die Arbeit mit aggressiven Jugendlichen, mit dem Ziel, deren aggressives Verhalten nachhaltig zu reduzieren und prosoziale Verhaltensweisen zu fördern.
3.3.1. Rollentausch
Der Rollentausch stellt die elementarste Technik des Psychodramas dar, da, wie schon in Kapitel 3.2.2. erwähnt, kein Psychodrama ohne ihn stattfinden sollte. Der Protagonist tauscht seine Rolle mit der Rolle eines seiner Hilfs-Ichs, entweder um das Hilfs-Ich in die Ausgestaltung seiner Rolle einzuführen, oder auf Anweisung des Leiters, um sich in die Rolle seines Gegenübers einzufühlen.
„Hierbei passiert auf Seiten des Protagonisten zweierlei: Er erlebt die Person, die er vorstellt, aus einer ganz neuen Perspektive, entwickelt größere Nähe oder auch innere Distanz zu ihr, indem er sich ganz auf sie einlässt und in ‚ihre Haut’ schlüpft. Nachdem er wieder aus dieser Rolle zurückgetreten ist und der Mitspieler zum Hilfs-Ich geworden ist, begegnet der Protagonist dieser Person so, wie er sie erschaffen hat. Dadurch kann sich eine neue Erfahrung und Interpretation der Beziehung ergeben.“
Man betrachtet seine eigene Rolle und die des Gegenübers also von einer anderen Seite und selbst wenn man mit der anderen Person nicht einer Meinung ist, wird doch das ‚Tele’ (vgl. Kapitel 2.3.) gefördert, so dass das ‚sich in jemand anderen einfühlen können’ bei den Gruppenmitgliedern immer ausgereifter wird.
In einer Gruppe, welche noch keine Erfahrungen mit der Technik des Rollentausches gemacht hat, muss der Leiter den Rollentausch ausführlich einleiten, indem er „die Spieler von Anfang an in ihren Rollen“ anspricht „und ihnen durch eine Rolleneinführung die Gelegenheit [gibt], sich in die neue Rolle einzufühlen.“
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet das brisante Thema aggressiven Verhaltens bei Jugendlichen und führt die Zielsetzung ein, das Psychodrama als Interventionsmöglichkeit darzustellen.
1. J. L. Moreno und die Entstehung des Psychodramas: Dieses Kapitel zeichnet die Biografie und den Werdegang von J. L. Moreno sowie die Ursprünge seiner Theater- und Therapiemethode nach.
2. Theoretische Grundlagen des Psychodramas: Hier werden zentrale Konzepte wie das triadische System, die Bedeutung von Spontanität und Kreativität sowie die Rollentheorie als theoretisches Fundament erläutert.
3. Methoden des Psychodramas: Dieses Kapitel beschreibt die wesentlichen Instrumente, den klassischen Ablauf einer Sitzung und die wichtigsten Handlungstechniken, die im Spiel zum Einsatz kommen.
4. Aggressionen: Es erfolgt eine wissenschaftliche Definition von Aggression sowie die Auseinandersetzung mit klassischen psychologischen Erklärungsmodellen zur Aggressionsentstehung.
5. Psychodramaarbeit mit aggressiven Jugendlichen: Der Hauptteil verknüpft die Psychodramamethode mit der spezifischen Lebensphase und Problematik aggressiver Jugendlicher und leitet daraus konkrete Anwendungsmöglichkeiten und Nutzeffekte ab.
Ausblick: Die Autorin reflektiert die zukünftige Bedeutung des Psychodramas als Anti-Aggressions-Training und betont den Bedarf an weiterer therapeutischer Begleitung.
Psychodrama, Aggressive Jugendliche, J. L. Moreno, Rollentheorie, Aggression, Rollentausch, Doppeln, Spiegeln, Spielphase, Erwärmung, Adoleszenz, Stressbewältigung, Soziometrie, Gruppenpsychotherapie, Verhaltensmodifikation.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Psychodramas als therapeutische Methode zur Arbeit mit Jugendlichen, die durch aggressives Verhalten auffällig geworden sind.
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen des Psychodramas, die Psychologie von Aggressionen sowie die praktische Umsetzung und Anpassung psychodramatischer Methoden für aggressive Jugendliche.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Psychodrama dazu beitragen kann, aggressives Verhalten bei Jugendlichen zu reduzieren und ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern.
Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender psychodramatischer Konzepte und Aggressionstheorien basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Aggressionstheorien und eine detaillierte Ausarbeitung der Psychodramaarbeit, inklusive Rahmenbedingungen, methodischer Besonderheiten und Nutzeffekten.
Wichtige Begriffe sind Psychodrama, aggressive Jugendliche, Rollentheorie, Rollentausch, Aggressionshemmung und Verhaltensmodifikation.
Der Co-Leiter unterstützt die Leitung bei der Steuerung des Spielflusses und kann aktiv in das Geschehen eingreifen, um als Vorbild oder therapeutisches Hilfs-Ich zu fungieren, während der Hauptleiter den Überblick behält.
Durch den Rollentausch erleben die Jugendlichen eine Perspektivübernahme, die es ihnen ermöglicht, die Wirkung ihres eigenen Verhaltens auf andere aus der Distanz zu reflektieren und alternative Verhaltensweisen zu erproben.
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