Examensarbeit, 2004
96 Seiten, Note: 1
A. Einleitung
B. Methodische Überlegungen
1. Oral History
2. Eigene Vorgehensweise
C. Historischer Kontext
1. Jüdisches Leben in München
a) Historischer Abriss bis 1939
b) Antisemitismus in München
c) Emigration aus München
2. Die Situation in Großbritannien
a) Immigrationspolitik
b) Ankunft und Integration
D. Vorstellung der Befragten
E. Auswertung der Interviews
1. Erfahrungen in der Jugend
a) Elternhaus
b) Kindheit in München
c) Emigration
d) Ankunft
2. Integration, Selbstverständnis und Identität heute
a) Integration
b) Identität
c) Sprache
d) Deutsch, Jüdisch, Englisch?
e) Judentum, Religion und Israel
f) Kinder und Enkelkinder
g) Emigranten heute
h) Verhältnis zu Deutschland, Bayern und München
F. Schlussbetrachtung
G. Anhang
1. Fragebogen
2. Quellen
3. Bibliographie
Die Arbeit untersucht mittels einer qualitativen empirischen Studie im Rahmen der Oral History die persönlichen Lebenswege und Erfahrungen einer kleinen Gruppe jüdischer Münchner Emigranten, die in den 1930er Jahren nach London flohen. Ziel ist es, die individuellen Erinnerungen an die Kindheit, die Ausgrenzung in München, den Emigrationsprozess und die spätere Ankunft sowie Integration in Großbritannien zu erfassen, um ein subjektives Gesamtbild dieser Zeitzeugen zu skizzieren.
b) Kindheit in München
Die Kindheit der von mir interviewten Personen in München war nicht nur aufgrund des sozialen Hintergrundes recht verschieden, sondern auch aufgrund des Altersunterschiedes von ca. 10 Jahren. Während beispielsweise Peter Siegel (Jahrgang 1921) bei seiner Emigration 1939 fast achtzehn Jahre alt war, waren die beiden jüngsten Emigranten, Marion Hofheimer (Jahrgang 1932) und Thomas Heinemann (Jahrgang 1931), sechs und sieben Jahre alt als sie München verließen. Daher sind naturgemäß ihre Erinnerungen an München wesentlich kindgemäßer: „Ich bin immer Schlittschuh gelaufen mit einer Dedda im Luitpoldpark, ich habe eine Dedda gehabt, ein Kinderfräulein, das war mehr wie ein Au-pair.[...]Und ich hatte eine very happy childhood. That is all I can say. There is no recollection of any trouble in my part.”161 Der einzige antisemitische Vorfall, an den sich Marion Durst erinnern kann162, war, dass vermutlich Angestellte den Bürostuhl ihres Vater von unten her mit Nägeln durchschlagen hatten, so dass er sich dadurch eine Verletzung hätte zuziehen können.
A. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation für die Arbeit vor dem Hintergrund der Neueröffnung des jüdischen Gemeindezentrums in München und beschreibt die methodische Entscheidung für eine qualitative Oral-History-Studie an neun Zeitzeugen.
B. Methodische Überlegungen: Dieses Kapitel diskutiert die theoretischen Grundlagen der Oral History, reflektiert die Rolle des Historikers sowie ethische Dilemmata und legt die konkrete Vorgehensweise bei der Befragung und Auswertung offen.
C. Historischer Kontext: Hier werden die jüdische Geschichte in München bis 1939 sowie die spezifische Immigrationspolitik und Ankunftssituation in Großbritannien nach 1933 detailliert dargestellt.
D. Vorstellung der Befragten: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über die Lebensläufe der neun befragten jüdischen Emigranten in alphabetischer Reihenfolge.
E. Auswertung der Interviews: Der Hauptteil analysiert die Interviews thematisch, unterteilt in Jugend-Erfahrungen, Integrationsaspekte, Identitätsfragen, religiöse Orientierung, familiäre Entwicklungen sowie das aktuelle Verhältnis der Befragten zur alten Heimat.
F. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über den Charakter der Emigration als Erfolg oder individuelles Schicksal unter Berücksichtigung der methodischen Grenzen der Untersuchung.
G. Anhang: Der Anhang enthält den für die Interviews verwendeten Fragenkatalog sowie eine Auflistung der Quellen und die Bibliographie.
Oral History, jüdische Emigration, München, Großbritannien, Kindertransport, Integration, Identität, Zeitzeugen, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Assimilation, Erinnerungskultur, Lebensgeschichte, Exil, Zweiter Weltkrieg.
Die Arbeit befasst sich mit den Lebenswegen und Erinnerungen jüdischer Emigranten aus München, die infolge der nationalsozialistischen Verfolgung nach London flohen.
Im Zentrum stehen die Kindheitserlebnisse in München, der Emigrationsprozess, die Ankunft in Großbritannien sowie die anschließende Integration und die langfristige Identitätsentwicklung der Befragten.
Das Ziel ist es, durch eine qualitative Untersuchung subjektive Erfahrungsberichte von Zeitzeugen zu sammeln, um ein Bild der Lebensumstände, der Vertreibung und des Exils jüdischer Münchner Familien zu zeichnen.
Die Arbeit verwendet die Methode der Oral History. Dabei wurden in einer qualitativen Studie neun Zeitzeugen in London interviewt und deren subjektive Erinnerungen systematisch analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung der Interviews, die Themen wie Elternhaus, Kindheit, Emigration, Identität, Sprache, Judentum sowie das Verhältnis der Emigranten zum heutigen Deutschland und München umfasst.
Zentrale Begriffe sind Oral History, Emigration, Integration, Identität, Kindertransport, Exil und deutsch-jüdisches Selbstverständnis.
Der Kindertransport war für fünf der neun Befragten der konkrete Weg der Rettung aus Deutschland, wobei die Erinnerungen daran oft zwischen der Wahrnehmung als Abenteuer und dem traumatischen Abschied von den Eltern schwanken.
Die Emigration reichte von einer organisierten und relativ wohlhabenden Ausreise 1938 bis hin zu dramatischen Fluchterfahrungen infolge der sogenannten "Polenaktion" oder durch die Kindertransporte 1939.
Das Verhältnis ist meist nostalgisch-positiv geprägt. Während sie sich in England zuhause fühlen, besuchen sie München gerne als Heimat der Vergangenheit, ohne jedoch eine Rückkehr anzustreben.
Die Mehrheit der Befragten äußert sich kritisch über aktuelle Einwanderungsströme und betont Unterschiede in der Integrationsbereitschaft und Loyalität zwischen ihrer eigenen Emigrationssituation und der heutigen Lage.
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