Bachelorarbeit, 2021
74 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Unentgeltliche Übertragung nach § 6 Abs. 3 EStG
2.1 Grundlagen und Teleologie
2.2 Tatbestandsvoraussetzungen für die unentgeltliche Übertragung
2.2.1 Persönliche Voraussetzungen
2.2.2 Sachliche Voraussetzungen
2.2.2.1 Übertragung aller funktional wesentlichen Betriebsgrundlagen in einem einheitlichen Vorgang
2.2.2.2 Unentgeltliche Übertragung
2.2.2.3 Aufgabe der bisherigen unternehmerischen Tätigkeit des Übergebers
2.2.2.4 Sicherstellung der Besteuerung der stillen Reserven
2.3 Ertragsteuerrechtliche Folgen der Buchwertfortführung
2.4 Verhältnisse zu anderen Normen
3 Unentgeltliche Übertragung oder Überführung nach § 6 Abs. 5 EStG
3.1 Grundlage und Teleologie
3.2 Überführung nach § 6 Abs. 5 S. 1 und 2 EStG
3.3 Übertragung nach § 6 Abs. 5 S. 3 EStG
3.3.1 Anwendungsbereich
3.3.2 Der Begriff der Unentgeltlichkeit
3.3.2.1 Definition
3.3.2.2 Ansichten zur Trennungstheorie
3.3.2.3 Übertragung gegen Gewährung oder Minderung von Gesellschaftsrechten
3.4 § 6 Abs. 5 S. 4 EStG
3.5 Verhältnisse zu anderen Normen
4 Rechtsprechungen und Verwaltungsauffassungen
4.1 BMF vom 03.05.2005 zu den Zweifelsfragen zu § 6 Abs. 3 EStG
4.2 Divergenzen zwischen BFH und BMF
4.2.1 Zeitgleiche Anwendung des § 6 Abs. 3 EStG mit § 6 Abs. 5 EStG
4.2.2 Gesamtplangedanke
4.2.3 Zeitpunktbezogene Ausgliederung
4.3 BMF vom 20.11.2019 zu den Zweifelsfragen zu § 6 Abs. 3 EStG
4.3.1 Übertragung des gesamten Mitunternehmeranteils
4.3.2 Übertragung eines Teils eines Mitunternehmeranteils
4.3.3 Funktionsfähige betriebliche Einheit
5 Anwendungsfälle der Unternehmensnachfolge
5.1 Konzept der Übertragung
5.2 Ausgangssachverhalt
5.3 Ausgliederungsmodell
5.4 Weitere Lösungsmöglichkeiten
5.4.1 Übertragung unter Nießbrauch
5.4.1 Versorgungsleistungen
6 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht kritisch die unentgeltliche Übertragung betrieblicher Sachgesamtheiten nach § 6 Abs. 3 EStG und die Überführung bzw. Übertragung nach § 6 Abs. 5 EStG. Ziel ist es, die steuerlichen Konsequenzen, die Anforderungen an die Buchwertfortführung sowie die Divergenzen zwischen der Rechtsprechung des BFH und der Verwaltungsauffassung des BMF im Kontext der Unternehmensnachfolge zu analysieren und Lösungsmöglichkeiten für die Praxis aufzuzeigen.
2.2.1 Persönliche Voraussetzungen
Die Normen des § 6 Abs. 3 EStG sind grundsätzlich unabhängig von der Gewinner mittlungsart praktikabel. Es wird nicht zwischen der Bilanzierung gem. den §§ 4 Abs. 1, 5 EStG und der Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG differenziert. Ebenfalls wird nicht in der Rechtsform unterschieden. Die Buchwertfortführung wird sowohl für natürliche Personen und Personengesellschaften, als auch für Kapitalgesellschaften und Stiftungen gewährt. Dabei können diese sowohl Übergebers als auch Übernehmer sein. Eine Ausnahme hiervon bietet § 6 Abs. 3 S. 1 HS 2 EStG. Für den Fall der unentgeltlichen Aufnahme einer natürlichen Person in ein bestehendes Einzelunternehmen sowie der unentgeltlichen Übertragung eines Teilmitunternehmeranteils wird vorausgesetzt, dass der Erwerber eine natürliche Person ist. Weitere Abweichungen sind im EStG nicht definiert. Es müssen indes weitere Vorschriften beachtet werden, welche die Buchwertfortführung ausschließen können. So müssen im Fall einer Kapitalgesellschaft als Übergebers oder Empfänger die Normen des KStG berücksichtigt werden. Hierbei ist § 8 Abs. 3 KStG von zentraler Bedeutung. Die Regelungen zur verdeckten Gewinnausschüttung oder der verdeckten Einlage sind den Normen des EStG vorzuziehen. Überträgt eine Kapitalgesellschaft unentgeltlich eine betriebliche Sachgesamtheit auf einen Gesellschafter selbiger Kapitalgesellschaft, werden die stillen Reserven zwingend aufgedeckt und sind im Rahmen einer verdeckten Gewinnausschüttung bei der Kapitalgesellschaft zu besteuern. Selbiges gilt, wenn nicht auf den Gesellschafter der Kapitalgesellschaft übertragen wird, sondern auf eine diesem nahe stehende Person.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die steuerlichen Herausforderungen bei der Unternehmensnachfolge und stellt die Relevanz von § 6 Abs. 3 EStG für die Existenzsicherung von Unternehmen dar.
2 Unentgeltliche Übertragung nach § 6 Abs. 3 EStG: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen, die Teleologie und die detaillierten Tatbestandsvoraussetzungen für die Buchwertfortführung bei der unentgeltlichen Übertragung betrieblicher Sachgesamtheiten.
3 Unentgeltliche Übertragung oder Überführung nach § 6 Abs. 5 EStG: Hier werden die spezifischen Regelungen für die Überführung und Übertragung einzelner Wirtschaftsgüter zwischen verschiedenen Betriebsvermögen desselben Steuerpflichtigen untersucht.
4 Rechtsprechungen und Verwaltungsauffassungen: Dieses Kapitel widmet sich den Divergenzen zwischen BFH und BMF, insbesondere dem Gesamtplangedanke und der zeitgleichen Anwendung der Normen.
5 Anwendungsfälle der Unternehmensnachfolge: Anhand praktischer Konzepte wie dem Ausgliederungsmodell, Nießbrauch und Versorgungsleistungen werden Gestaltungsmöglichkeiten für die Nachfolge aufgezeigt.
6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse und einer Bewertung der Handlungsoptionen für die steuerliche Beratung bei Umstrukturierungen.
§ 6 Abs. 3 EStG, § 6 Abs. 5 EStG, Buchwertfortführung, Unternehmensnachfolge, Mitunternehmeranteil, betriebliche Sachgesamtheit, Stille Reserven, Gesamtplangedanke, Trennungstheorie, Sonderbetriebsvermögen, Ausgliederungsmodell, Nießbrauch, Versorgungsleistungen, Umwandlungssteuergesetz, Rechtssicherheit.
Die Arbeit analysiert die steuerlichen Regelungen zur unentgeltlichen Übertragung betrieblicher Sachgesamtheiten, insbesondere die Anwendung der §§ 6 Abs. 3 und 6 Abs. 5 EStG bei Unternehmensumstrukturierungen.
Zu den Kernbereichen gehören die Voraussetzungen der Buchwertfortführung, die Abgrenzung zur steuerpflichtigen Veräußerung sowie die steuerliche Behandlung von Mitunternehmeranteilen und deren Sonderbetriebsvermögen.
Das Ziel ist es, auf Basis der aktuellen Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen rechtssichere Gestaltungspfade für eine steuerneutrale Unternehmensnachfolge zu entwickeln und bestehende Rechtsunsicherheiten aufzuklären.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise durch Auswertung von Gesetzestexten, aktueller BFH-Rechtsprechung, BMF-Schreiben sowie einschlägiger Fachliteratur zur steuerlichen Gestaltung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der §§ 6 Abs. 3 und 6 Abs. 5 EStG, die Analyse kontroverser Punkte zwischen Finanzverwaltung und Rechtsprechung sowie die Darstellung konkreter Anwendungsfälle der Nachfolgeplanung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Buchwertfortführung, betriebliche Sachgesamtheit, Mitunternehmeranteil, Gesamtplangedanke und steuerneutrale Übertragung.
Für die Buchwertfortführung nach § 6 Abs. 3 EStG ist das Bestehen einer funktionsfähigen betrieblichen Einheit zwingend. Während unwesentliche Wirtschaftsgüter vor der Übertragung ausgegliedert werden können, führt das Fehlen oder die Ausgliederung funktional wesentlicher Wirtschaftsgüter zur Aufdeckung stiller Reserven.
Die Gesamtplanrechtsprechung versuchte, mehrere Rechtsgeschäfte als einheitlichen Vorgang zu bewerten. Durch das BMF-Schreiben vom 20.11.2019 wurde diese Sichtweise für § 6 Abs. 3 EStG weitgehend aufgegeben, was Gestaltungen durch "logische Sekunden" (Reihenfolge von Übertragungen) für die Praxis deutlich rechtssicherer macht.
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