Examensarbeit, 2003
97 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Sachunterricht und historisches Lernen
2.1 Was heißt historisches Lernen?
2.2 Lernvoraussetzungen von Grundschulkindern für historisches Lernen
2.3 Notwendigkeit des historischen Lernens im Sachunterricht
2.4 Folgerungen für die vorliegende Arbeit
3. Handlungsorientierter Unterricht
3.1 Bestimmungsmomente von handlungsorientiertem Unterricht
3.2 Handlungsorientiertes Lernen im Sachunterricht
3.3 Die Rolle des Lehrers im handlungsorientierten Unterricht
3.4 Möglichkeiten und Grenzen handlungsorientierten Lernens für historisches Lernen im Sachunterricht
4. Vorüberlegungen zur Unterrichtseinheit
4.1 Die Lernausgangslage der Klasse 4b
4.1.1 Zur Situation der Lerngruppe sowie allgemeine Lernvoraussetzungen
4.1.2 Fach- und inhaltsspezifische Lernvoraussetzungen
4.2 Didaktisch-methodische Reflexion
4.2.1 Legitimation der Thematik durch die Rahmenrichtlinien und „Stoffverteilungsplan“
4.2.2 Begründete Auswahl der Thematik
4.2.3 Sachanalyse
4.2.4 Methodische Reflexion
4.3 Der Aufbau der Einheit und methodische Entscheidungen
4.4 Zur Beobachtungsmethode
5. Darstellung ausgewählter Unterrichtsstunden
5.1 Erster ausführlicher Unterrichtsentwurf
5.2 Zweiter ausführlicher Unterrichtsentwurf
6. Gesamtreflexion
6.1 Bemerkungen zum Verlauf der Unterrichtseinheit
6.2 Auswertung der Unterrichtsergebnisse unter Berücksichtigung der Kernfrage und der Beobachtungsmethode
6.3 Didaktisch-methodische Konsequenzen/ Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten und Grenzen historischen Lernens in einer Grundschulklasse aufzuzeigen, indem das Thema „Indianer“ mittels handlungsorientierter Methoden bearbeitet wird. Dabei steht insbesondere die Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins bei den Schülerinnen und Schülern im Fokus.
3.4 Möglichkeiten und Grenzen handlungsorientierten Unterrichts
Der handlungsorientierte Unterricht mit seinen unterschiedlichen Lernfeldern ganzheitliches, sinnvolles und lebensnahes Lernen bietet nach JANK/MEYER den SchülerInnen die Möglichkeiten der besseren Identifizierung mit Unterrichtsinhalten sowie der Mitverantwortung für den Unterrichtsverlauf. Aus Sicht vieler Lehrpersonen schafft diese Art des Unterrichtens weniger Stress, da der kräftezehrenden Disziplinierung der SchülerInnen weniger Gewicht zukommt. Darüber hinaus kann den Kindern ihre Methodenkompetenzen und –defizite bewusst gemacht und gezielt weiterentwickelt bzw. ausgeglichen werden (vgl. JANK/MEYER 2000, S.368f).
Weitere Gründe für einen handlungsorientierten Unterricht belegt JANK/MEYER aus bildungstheoretischer Sicht so:
„Wenn die Erziehung zur Selbstständigkeit ein übergeordnetes Ziel der Schule ist, dann muss sie im Unterricht geübt werden (....).
Handlungsorientierter Unterricht kann die SchülerInnen bei der schwieriger gewordenen Identitätsbildung unterstützen (...).
Handlungsorientierter Unterricht ist notwendig, um dem allmählichen Verschwinden der Wirklichkeit aus dem Lernprozess zu begegnen (...).
Handlungsorientierter Unterricht ist notwendig, um der Ausgrenzung der Sinnlichkeit im Lehr/ Lernprozess entgegenzuwirken (...).
Handlungsorientierter Unterricht ist notwendig, um den gesellschaftlichen Verwertungszusammenhang des in der Schule angeeigneten Wissens durchschauen und kritisieren zu können“ (ebd. S.371ff).
Nach Aussagen vieler Lehrpersonen, die über einen längeren Zeitraum hinweg handlungsorientiert gearbeitet haben, wird stets betont, dass dieser zwar für SchülerInnen und Lehrpersonen oft anstrengender aber auch durchaus befriedigender ist.
Dennoch gibt es zunehmend Einwände. Auf unterrichtspraktischer- und organisatorischer Basis stellen sie sich so dar, dass zum einen mehr Materialaufwand betrieben werden muss und zum anderen besteht die Gefahr, dass sich die SchülerInnen in ihrer Motivation überfordert fühlen können. Ferner zahlt sich der zeitliche Mehraufwand nicht auf der Stelle aus, sondern zumeist erst viel später. Handlungsorientierter Unterricht kann auch, wenn er aufgrund der Komplexität der Organisationsstruktur schlecht vorbereitet worden ist, Unruhe und Reibungen im alltäglichen Schulbetrieb schaffen (vgl. ebd. S.369 f).
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas „Indianer“ für den Sachunterricht und formuliert die zentralen Leitfragen bezüglich der Möglichkeiten und Grenzen historischen Lernens.
2. Sachunterricht und historisches Lernen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des historischen Lernens definiert und auf die Lernvoraussetzungen von Grundschulkindern sowie die curriculare Bedeutung im Sachunterricht bezogen.
3. Handlungsorientierter Unterricht: Hier werden die Merkmale und Zielsetzungen des handlungsorientierten Unterrichts erarbeitet, wobei insbesondere die Rolle der Lehrkraft und die Anwendung auf historische Themen beleuchtet werden.
4. Vorüberlegungen zur Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel stellt die konkrete Lernausgangslage der Klasse 4b dar und begründet die didaktisch-methodische Planung der Unterrichtseinheit inklusive der verwendeten Beobachtungsmethode.
5. Darstellung ausgewählter Unterrichtsstunden: Es werden zwei Unterrichtsentwürfe exemplarisch detailliert ausgeführt, reflektiert und in den Kontext der handlungsorientierten Methodik gestellt.
6. Gesamtreflexion: Die abschließende Gesamtreflexion wertet die Unterrichtseinheit anhand der Leitfragen aus und zieht didaktisch-methodische Konsequenzen für den zukünftigen Sachunterricht.
Sachunterricht, Historisches Lernen, Handlungsorientierter Unterricht, Grundschule, Geschichtsbewusstsein, Identitätsbildung, Interkulturelles Lernen, Indianer, Potlach, Methodenkompetenz, Selbsttätigkeit, Wirklichkeitsbewusstsein, Unterrichtsplanung, Reflexion
Die Hausarbeit untersucht die Anwendung von historischem Lernen im Sachunterricht am Beispiel einer handlungsorientierten Unterrichtseinheit zum Thema „Indianer“ in einem vierten Schuljahr.
Im Mittelpunkt stehen die didaktischen Möglichkeiten, Kindern ein Verständnis für Geschichte zu vermitteln, die Förderung des Geschichtsbewusstseins und die praktische Umsetzung handlungsorientierter Methoden.
Ziel ist es, zu analysieren, wo die Möglichkeiten und Grenzen des historischen Lernens in der Grundschule liegen und inwiefern Handlungsorientierung dazu beitragen kann, geschichtliche Themen für Kinder erfahrbar zu machen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur und einer praktischen Erprobung in einer Unterrichtseinheit, die mittels Beobachtungen und Reflexionen ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des historischen Lernens und des handlungsorientierten Unterrichts, die detaillierte Planung der Unterrichtsreihe sowie die ausführliche Darstellung und Reflexion zweier spezifischer Unterrichtsentwürfe.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sachunterricht, Historisches Lernen, Handlungsorientierung, Geschichtsbewusstsein, Identitätsbildung sowie der gezielte Einsatz von Medien und Methoden im Unterricht.
Die Wahl fiel auf dieses Thema, da es einerseits den Interessen der Kinder entgegenkommt und andererseits einen hervorragenden Anlass bietet, um Vorurteile abzubauen und das Wirklichkeits- sowie Historizitätsbewusstsein der Kinder zu fördern.
Die Autorin schätzt das Konzept als sehr motivierend und förderlich ein, weist jedoch darauf hin, dass die praktische Umsetzung anspruchsvoll ist und eine gute Planung sowie die Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder erfordert.
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