Bachelorarbeit, 2020
29 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Narzissmus
3. Narzissmusforschung
4. Narzissmusmodelle
5. Online-Plattformen
6. Motive für die Nutzung von Online-Platformen
6.1. Bedürfnis nach Integration und sozialer Interaktion
6.2. Bedürfnis nach Information
6.3. Bedürfnis nach Unterhaltung
6.4. Bedürfnis den Selbstwert zu steigern
7. Diskussion
8. Fachdidaktische Überlegungen für die Behandlung des Themas im Unterricht
9. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob ein Kausalzusammenhang zwischen dem Anstieg narzisstischer Persönlichkeitsmerkmale in der heutigen Gesellschaft und der intensiven Nutzung von Social Networking Sites (SNS) besteht, und analysiert dabei die psychologischen Motive hinter der Online-Selbstinszenierung.
4. Narzissmusmodelle
Durch die Tatsache, dass es in den letzten Jahren zu einem enormen Anstieg des Interesses am subklinischen Narzissmus kam, entwickelten einige Forscher diverse Narzissmusmodelle, für welche empirische Beobachtungen als Grundlage dienten. Diese Modelle orientieren sich größtenteils an den Prozessen des Narzissten, welche charakterisierend für diese Persönlichkeitsstörung sind. Man unterscheidet hier zwischen intrapsychischen Prozessen, also jenen Prozessen, welche sich innerhalb der eigenen Psyche abspielen und interpersonellen Prozessen. Letztere finden zwischen dem Narzissten und weiteren zwei oder drei Personen statt (Morf & Rhodewalt 2001).
Im „Dynamic self-regulatory processing model“, welches von Morf und Rhodewalt (2001) entwickelt wurde, wird eine Person mit einer erhöhten narzisstischen Charakterausprägung mit einem überdimensional übersteigerten positiven Selbstbild beschrieben. Für seine Mitmenschen stellt der Narzisst eine stabile Persönlichkeit dar, welche sich für wertvoller und besser hält und aufgrund seiner Selbstüberzeugtheit, Anspruch auf eine dementsprechend einzigartige Behandlung seines sozialen Umfeldes stellt (Campbell, Rudich & Sedikides, 2002). Neben dem aber tatsächlich instabilen Selbstkonzept des Narzissten konnten Emmons (1987) und Foster, Campbell und Twenge (2003) eine wechselseitige Beziehung zwischen Fremd- und Selbstfokussierung feststellen. So beschreiben sie den Narzissten als eine Person mit einer übersteigerten und intensiven Selbstfokussierung sowie einer wenig ausgeprägten und somit schwachen Fremdfokussierung. Wallace und Baumeister (2002) führen die vom Narzissten dauerhaft vorhandene Notwendigkeit nach externer Bestätigung und externer sozialer Anerkennung auf das instabile Selbstkonzept des Narzissten zurück.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der digitalen Selbstinszenierung ein und thematisiert die wissenschaftliche Diskussion um den Narzissmus als "Epidemie" im Zeitalter sozialer Medien.
2. Narzissmus: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Narzissmus, seine mythologischen Wurzeln sowie die Abgrenzung zwischen klinischer Störung und gesundem Ausmaß im Alltag.
3. Narzissmusforschung: Es wird die Entwicklung der Forschung von der Psychoanalyse hin zur modernen sozialpsychologischen Erfassung mittels Instrumenten wie dem Narcissistic Personality Inventory (NPI) skizziert.
4. Narzissmusmodelle: Das Kapitel stellt theoretische Modelle wie das "Dynamic self-regulatory processing model" vor, um die psychologischen Prozesse und das instabile Selbstkonzept des Narzissten zu erklären.
5. Online-Plattformen: Hier werden die Funktionen, die enorme Verbreitung von Social Networking Sites bei der Generation Y und die Bedeutung der dortigen Nutzerprofile beschrieben.
6. Motive für die Nutzung von Online-Platformen: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Motivationsfaktoren für die Mediennutzung, basierend auf dem Modell von Katz, Blumler & Gurevitch.
6.1. Bedürfnis nach Integration und sozialer Interaktion: Es wird untersucht, wie Online-Plattformen der Pflege von sozialen Kontakten und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit dienen.
6.2. Bedürfnis nach Information: Hier steht die zielorientierte Suche nach Inhalten, Trends und Informationen als treibendes Nutzungsmotiv im Vordergrund.
6.3. Bedürfnis nach Unterhaltung: Es wird analysiert, wie soziale Medien als Entspannungsquelle und Ablenkung vom Alltag fungieren.
6.4. Bedürfnis den Selbstwert zu steigern: Dieses Kapitel beleuchtet, wie gezielte Selbstdarstellung und das Sammeln von Likes zur Stärkung des eigenen Identitätsgefühls und Status beitragen.
7. Diskussion: Die Ergebnisse diverser Studien zur Korrelation zwischen Narzissmus und Online-Aktivität werden kritisch gegenübergestellt und reflektiert.
8. Fachdidaktische Überlegungen für die Behandlung des Themas im Unterricht: Es werden praxisnahe Empfehlungen gegeben, wie Lehrkräfte Schüler bei einem kritischen Umgang mit sozialen Medien unterstützen und präventiv beraten können.
9. Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der in der Bachelorarbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Studien.
Narzissmus, Social Networking Sites, SNS, Generation Y, Online-Selbstinszenierung, Soziale Netzwerke, Psychologie, Selbstwert, Internetnutzung, Medienpädagogik, Narcissistic Personality Inventory, NPI, digitale Identität, Korrelationsstudien, Selbstdarstellung
Die Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Zunahme von Narzissmuswerten in der Bevölkerung und der intensiven Nutzung von sozialen Netzwerken.
Die Arbeit behandelt die psychologische Definition des Narzissmus, die verschiedenen Motivationsstrukturen bei der Internetnutzung sowie die Auswirkungen von Selbstdarstellung im digitalen Raum.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob ein direkter Kausalzusammenhang zwischen dem Anstieg des subklinischen Narzissmus und der verstärkten Nutzung von Online-Plattformen wissenschaftlich nachweisbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung zahlreicher bestehender empirischer Studien aus der Sozial- und Persönlichkeitspsychologie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Narzissmus-Modellen und eine detaillierte Analyse der vier primären Bedürfnisse (Integration, Information, Unterhaltung, Selbstwertsteigerung), die zur Nutzung sozialer Medien führen.
Die zentralen Begriffe sind Narzissmus, Social Networking Sites (SNS), Selbstwertsteigerung, digitale Identität und Medienkompetenz.
Likes und Follower dienen als messbare Indikatoren für Popularität, die von Personen mit höheren Narzissmuswerten zur externen Bestätigung ihres instabilen Selbstkonzepts genutzt werden.
Es wird empfohlen, dass Lehrkräfte das Thema kritisch thematisieren und durch fächerübergreifende Projekte die Medienkompetenz und ein gesundes Selbstwertgefühl der Schüler fördern.
Nein, die vorliegende Arbeit kommt zu dem Schluss, dass zwar korrelative Zusammenhänge bei bestimmten Online-Verhalten existieren, jedoch kein eindeutiger Kausalzusammenhang nachgewiesen werden kann.
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