Fachbuch, 2008
85 Seiten
Vorbemerkungen
1. Friedenssehnsucht und Gewalt: Das Unvereinbare vereint in den Weltreligionen?
2. Erklärungen
a. Sakralisierung der Gewalt
b. Sakralisierung der Liebe
c. Vermischungen
3. Jugend und Gewalt
4. Der Religionsunterricht als friedenspädagogisches Kernfach
5. Schlussüberlegung
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Religion und Jugendgewalt, mit dem zentralen Ziel zu klären, ob der von Jugendlichen häufig verwendete Begriff "Opfer" eine religiöse Dimension besitzt und inwiefern der Religionsunterricht als friedenspädagogisches Instrument auf diese Problematik reagieren kann.
a. Sakralisierung der Gewalt
Ausgangspunkt der Überlegungen in diesem Kapitel ist die Situation des Urmenschen vor Millionen von Jahren: in der Altsteinzeit. Die Lebensbedingungen der damaligen Hominiden liegen weitgehend im Dunkeln. Weil wenig aus dieser Zeit überliefert ist, ist Spekulation erforderlich, um überhaupt ein Bild von den damaligen Verhältnissen zu bekommen. Und nicht immer ist man davor gefeit, bei diesen Spekulationen von Projektionen geleitet zu werden, die letztlich mehr über uns und unsere Leitbilder aussagen, als über die damalige Zeit. Andererseits ist eine solche Annäherung reizvoll und wichtig, weil damals Weichenstellungen stattfanden, die bis heute nachwirken – und zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf dem Gebiet, das in dieser Arbeit von besonderem Interesse ist: der Religion.
Wie nun lebten damals unsere Vorfahren? Lange Zeit ist angenommen worden, dass das menschliche Leben in der Altsteinzeit ein Jägerleben war. Um ihren Hunger zu stillen, hätten unsere Vorfahren gleichsam als Raubtier gelebt, hätten gejagt, getötet und sich anschließend am Gejagten gesättigt (vgl. Ehrenreich, S. 47ff). In den letzten Jahren ist diese Jägerhypothese allerdings grundsätzlich in Frage gestellt worden.
Das Verdienst, die entsprechenden Thesen verbreitet zu haben, kommt insbesondere der amerikanischen Wissenschaftsjournalistin Barbara EHRENREICH zu; auf ihre Untersuchungen werde ich mich im Folgenden hauptsächlich beziehen.
Vorbemerkungen: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Auseinandersetzung mit dem Thema Jugendgewalt, die aus seiner Tätigkeit als Religionslehrer sowie aus medialen Berichten über Gewaltverbrechen resultiert.
1. Friedenssehnsucht und Gewalt: Das Unvereinbare vereint in den Weltreligionen?: Es wird aufgezeigt, dass Religionen sowohl pazifistische Traditionen als auch eine religiöse Legitimierung von Gewalt in sich vereinen, exemplarisch dargestellt am Christentum und am Islam.
2. Erklärungen: Dieses Kapitel analysiert die religionswissenschaftlichen Ursprünge menschlicher Gewalt, insbesondere die Sakralisierung der Gewalt in der Altsteinzeit und das Spannungsverhältnis zur Sakralisierung der Liebe.
3. Jugend und Gewalt: Hier wird der Blick auf aktuelle Phänomene der Jugendgewalt in Deutschland gelenkt und untersucht, inwiefern diese Gewalttaten religiös aufgeladene Motive oder Analogien zu archaischen Ritualen aufweisen.
4. Der Religionsunterricht als friedenspädagogisches Kernfach: Der Autor diskutiert, wie ein am Liebesgebot orientierter Religionsunterricht als Mittel gegen Gewaltstrukturen wirken und Schüler zu einer friedfertigen Lebenshaltung anleiten kann.
5. Schlussüberlegung: Das Fazit fasst zusammen, dass Jugendgewalt nicht nur als soziales, sondern auch als religiöses Phänomen verstanden werden muss, das eine Antwort durch eine Theologie des Friedens und der Liebe erfordert.
Jugendgewalt, Religion, Gewalt, Opfer, Friedenspädagogik, Religionsunterricht, Opferriten, Liebe, Christentum, Islam, Altsteinzeit, Aggressivität, Tötungswillen, Friedenssehnsucht, Gewaltlegitimation
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Religion und Gewalt und fragt, ob die von Jugendlichen ausgeübte Gewalt eine religiöse Dimension hat.
Die zentralen Felder sind die religionsgeschichtliche Verwurzelung von Gewalt, die Dynamik von Opfer- und Täterrollen bei Jugendlichen sowie Möglichkeiten einer friedenspädagogischen Intervention durch den Religionsunterricht.
Ziel ist es, den Ursprüngen von Gewalt in religiösen Traditionen nachzugehen und aufzuzeigen, wie durch eine konsequente Ausrichtung des Religionsunterrichts am Liebesgebot eine Alternative zu gewaltfördernden Verhaltensmustern geschaffen werden kann.
Es wird ein religionswissenschaftlicher Zugriff gewählt, der Mythen, historische Entwicklungen und aktuelle jugendsoziologische Erkenntnisse in eine interdisziplinäre Analyse einbindet.
Der Hauptteil beleuchtet die Ambivalenz von Religion (Friedenssehnsucht vs. Gewalt), analysiert archaische Techniken zur Erzeugung von Tötungsbereitschaft und diskutiert, wie ein evangelischer Religionsunterricht hierauf antworten sollte.
Zu den Kernbegriffen zählen Jugendgewalt, Opfer, Gewaltlegitimation, Friedenspädagogik, Religion und die Theologie der Liebe.
Der Autor legt dar, dass dieser Begriff eine religiöse Dimension durchschimmern lässt, bei der es um Macht, Erlösung und die Abwertung des Anderen geht, um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern.
Opferriten dienten historisch oft der Demonstration von Tötungsmacht und der Habitualisierung von Aggression, um Hominiden zu befähigen, in einer gefährlichen Umwelt zu bestehen.
Da in einer säkularisierten Gesellschaft andere Vermittlungsinstanzen an Einfluss verlieren, sieht der Autor den Religionsunterricht als einen der wenigen Orte, an denen eine "Theologie des Friedens" systematisch vermittelt werden kann.
Er plädiert für einen konsequenten, am Liebesgebot orientierten Pazifismus und kritisiert theologische Rechtfertigungsmodelle für Krieg, wobei er Dietrich Bonhoeffer als ein Beispiel für die schwierige ethische Auseinandersetzung in Notzeiten anführt.
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