Bachelorarbeit, 2021
52 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Bitcoin als neue Form des Geldes
1.1.1 Die Eigenschaften des Bitcoins
1.1.2 Bitcoin als Geld und Zahlungsmittel
1.2 Die gefühlte Inflation bei der Einführung des Euro in Deutschland
1.2.1 Wahrnehmung des Euro als „Teuro“
1.2.2 Experimentelle Untersuchungen zu der der Wahrnehmung des Euro
1.3 Einfluss von Erwartungen auf die Wahrnehmung von Preisen
1.3.1 Einfluss von Erwartungen und Einstellungen bei der Wahrnehmung
1.3.2 Einfluss von Erwartungen bei der Wahrnehmung von Preisen
1.4 Aktuelle Studie und Hypothesen
2 Methode
2.1 Stichprobe
2.2 Material
2.3 Versuchsdesign
2.4 Versuchsablauf
3 Ergebnisse
3.1 Manipulationscheck
3.2 Analyse der Varianzen und Mittelwerte zur Prüfung der Hypothesen
3.3 Analyse genereller Verzerrungen in der Preiswahrnehmung
3.4 Weitere post-hoc Analysen und Untersuchung der Kontrollvariablen
4 Diskussion
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Limitationen und mögliche Erklärungen für den Ausgang des Versuchs
4.3 Implikationen für die Forschung und Praxis
Die Arbeit untersucht, ob die bei der Euro-Einführung beobachteten erwartungsgeleiteten Preisverzerrungen auch auf den Bitcoin übertragbar sind. Ziel ist es, durch die Induktion von Preisdifferenzerwartungen zu prüfen, ob diese einen kausalen Einfluss auf die Wahrnehmung von Bitcoin-Preisen beim Vergleich mit Euro-Preisen haben.
1.3.1 Einfluss von Erwartungen und Einstellungen bei der Wahrnehmung
Gemäß Olson et al. (1996) können Menschen Informationen nicht unabhängig von ihren intrinsischen Erwartungen verarbeiten. Wird ein Individuum mit neuen Informationen konfrontiert, so zieht es meist Schlüsse, die mit seinen vorexistierenden Einstellungen, Präferenzen oder Wissen übereinstimmen. Gleichzeitig ist das kognitive System des Menschen eher konservativ veranlagt, was das Ändern oder Ersetzen bestehender Erwartungen angeht (Olson et al., 1996). Dieses Phänomen wird bereits seit über 60 Jahren in verschiedenen Kontexten der psychologischen Forschung dokumentiert (Traut-Mattausch et al., 2007).
Frühe Nachweise für die Bedeutung von ersten Eindrücken und Informationen bei einer Urteilsbildung lieferte Asch (1946). In seinen Versuchen entdeckte er den Primäreffekt, gemäß welchem sich Menschen an früher eingehende Informationen besser erinnern als an später eingehende. Diese früher eingehenden Inhalte werden zudem als Grundlage für Interpretationen weiterer Informationen hergenommen (Asch, 1946). Des Weiteren konnten Darley und Gross (1983) in ihrer Studie nachweisen, dass eine mehrdeutige Information über eine Person von Probanden auf die Art interpretiert wird, wie sie am besten mit ihren initialen Vorstellungen über diese Person zusammenpasst. So wurden Leistungen eines Kindes in einer Videoaufnahme als besser bewertet, wenn den Probanden die Information gegeben wurde, dass das Kind aus guten sozioökonomischen Verhältnissen stammt. Wurde den Teilnehmern kommuniziert, das Kind komme aus schlechten Verhältnissen, so wurde die Leistung als schlechter eingeschätzt. Zur Begründung ihrer Position bezogen sich Gruppen auf die gegebene Videoaufnahme. Dies führte zu einem Selbstbestätigungsprozess, denn das Beweismaterial in Form des Videos bat genügend Interpretationsspielraum um es als Argument für beide Positionen herzunehmen (Darley & Gross, 1983). Somit lieferten Darley und Gross (1983) Belege dafür, dass der Mensch bei seiner Wahrnehmung und Interpretation nicht frei von Einflüssen stereotyper Erwartungen ist.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Bitcoin als Geldersatz und die psychologischen Aspekte der Preiswahrnehmung bei Währungswechseln ein.
2 Methode: Hier wird das Online-Experiment beschrieben, das ein 4x3 faktorielles Zwischensubjektdesign nutzt, um Erwartungseffekte bei Preisvergleichen zu untersuchen.
3 Ergebnisse: Die statistischen Auswertungen zeigen, dass zwar Effekte der Manipulation vorhanden sind, aber nur bedingt die selektive Ergebniskorrektur stützen.
4 Diskussion: Das Fazit bewertet die Limitationen der Studie, insbesondere das Online-Format, und diskutiert Implikationen für die zukünftige Forschung und die Eignung von Bitcoin als Zahlungsmittel.
Bitcoin, Preiswahrnehmung, Erwartungen, Währungsreform, Preissensitivität, Psychologie, Online-Experiment, Kognition, Selektive Ergebniskorrektur, Zahlungsverhalten, Volatilität, Experimentelle Forschung, Kaufverhalten, Preisentwicklung, Geld.
Die Arbeit untersucht, ob die Erwartungen von Konsumenten die Wahrnehmung von Preisen beeinflussen, wenn diese in Bitcoin angegeben sind, analog zu bekannten Effekten bei der Euro-Einführung.
Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Preiswahrnehmung, der Akzeptanz von Kryptowährungen als Zahlungsmittel und dem Einfluss von induzierten Erwartungen auf kognitive Urteilsprozesse.
Es soll geprüft werden, ob eine gezielte Induktion von Erwartungen hinsichtlich der Höhe von Bitcoin-Preisen einen kausalen Einfluss auf die Wahrnehmung dieser Preise beim Vergleich mit Euro-Preisen hat.
Es wurde ein 4x3 faktorielles Online-Zwischensubjektdesign mittels SoSci Survey durchgeführt, gefolgt von einer statistischen Analyse der Daten mittels ANOVA und post-hoc Tests.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Hintergrund zu Bitcoin, die Zusammenfassung früherer Studien zur Euro-Währungsreform, die detaillierte Methodenbeschreibung sowie die Darstellung und Diskussion der Ergebnisse.
Zu den zentralen Begriffen gehören Bitcoin, Preiswahrnehmung, Erwartungen, Preissensitivität, selektive Ergebniskorrektur und psychologische Experimente.
Die hohe Volatilität erschwert die Eignung von Bitcoin als Recheneinheit und Wertspeicher, was wiederum die Preisvergleiche für Endverbraucher verkompliziert und anfällig für Verzerrungen macht.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nur die Induktion teurerer Preise einen signifikanten Einfluss auf die Wahrnehmung hatte, während andere Erwartungen keine oder nur geringe Effekte zeigten.
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