Magisterarbeit, 2002
224 Seiten, Note: 1
0. Einleitung
0.1. Gegenstand der Arbeit
0.2. Forschungsstand
0.3. Aufbau und Ziel der Arbeit
1. Zur Begriffsklärung der Parodie
1.1. Lexikalische Untersuchung der Gattung „Parodie“
1.2. Bestimmung von Parodiemerkmalen anhand einiger Beispiele
1.2.1. Ausschluss von zufälliger Parodieproduktion
1.2.2. Parodieerkennung durch Behandlung desselben Sujets und die antithematische Behandlung der Parodie
1.2.3. Nennung der Vorlage in der Parodie
1.2.4. Merkmale des Parodierten
1.3. Entwicklungsgeschichte
2. Die Parodie im Rahmen verschiedener Literaturtheorien:
2.1. Der russische Formalismus und die Parodie
2.2. Die Dekonstruktionstheorie und die Parodie
2.3. Die Intertextualitätstheorie und die Parodie
2.4. Die Rezeptionsästhetik und die Parodie
2.5. Parodistisches Kommunikationsmodell
2.6. Die Parodie und die unterschiedlichen Theoriekonzepte
3. Faust in parodistischen Werken
3.1. Das Faust-Motiv als Gegenstand von Parodien
3.2. Analyse von Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808)
3.3. Analyse der Parodie „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1985) von Uta Claus mit Karikaturen von Rolf Kutschera
3.4. Vergleich von Vorlage und Parodie
4. Didaktisches Modell zum Einsatz von Parodien im Literatur-unterricht und zur Ausbildung von literaturwissenschaftlicher Kompetenz bei ägyptischen Deutschlehrer-Studenten
4.1. Beschreibung und Auswertung der Didaktisierung
4.1.1. Erste Didaktisierungsphase – Vorbereitungsphase im 2. Studienjahr
4.1.2. Zweite Didaktisierungsphase – Didaktisierung von „Faust“ im 3. Studienjahr
4.1.3. Beschreibung und Analyse des Didaktisierungsversuchs
4.2. Bewertung des Didaktisierungsversuchs
4.2.1. Bewertung durch die Studenten
4.2.2. Bewertung des Versuchs durch die Analyse der Arbeitsblätter
4.3. Ergebnisse des Didaktisierungsversuchs
4.3.1. Auf der Sprachebene
4.3.2. Auf der Textebene
4.3.3. Allgemeine Wissensebene
4.3.4. Interkulturelle Ebene
5. Schluss
Die Arbeit untersucht den Stellenwert der Parodie als Methode im fremdkulturellen Literaturunterricht. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob der Einsatz von Parodien ägyptischen Deutschlehrer-Studenten dabei helfen kann, den Textsinn deutscher Literatur (hier konkret Goethes „Faust“) besser zu erfassen und ihre literaturwissenschaftliche Kompetenz zu fördern.
3.1. Das Faust-Motiv als Gegenstand von Parodien
Goethes „Faust“ ist ein Werk, das bis heute, nach mehr als einem Jahrhundert seit seiner Fertigstellung, zu den wichtigsten Werken der deutschen Literatur zählt und auch in der Weltliteratur eine bedeutende Stellung einnimmt. An diesem Werk hat Goethe sechzig Jahre seines Lebens gearbeitet. Er begann mit der Arbeit an „Faust“ ungefähr im Jahre 1773 und vollendete die erste Fassung, die als „Urfaust“ bekannt ist und in die Zeit des Sturm und Drang gehört, im Jahre 1775. Dieser folgte „Faust. Ein Fragment“, das Goethe im Sinne der Klassik überarbeitet hatte und im Jahre 1788 fertig stellte. Die letzte Überarbeitung von Faust endete mit der Veröffentlichung von „Faust. Der Tragödie erster Teil“ im Jahre 1808. „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“, den wir hier nicht behandeln werden, wurde erst im Jahre 1832 veröffentlicht, da Goethe den Wunsch äußerte, es erst nach seinem Tode zu veröffentlichen.
Es ist von Bedeutung, diese Entwicklungsphasen des Werkes darzustellen, um die Wichtigkeit des „Faust“ für Goethe zu verdeutlichen. Die lange Arbeitszeit, die er diesem Werk opferte, berechtigt den hohen literarischen Anspruch, den es an den Rezipienten stellt. Es ist nicht verwunderlich, dass ein Werk, das in einer solch langen Zeitspanne geschrieben worden ist, von den Literaturwissenschaftlern ebensoviel Zeit beansprucht, um analysiert zu werden und noch bis heute immer wieder neue Interpretationen zulässt. Dies ist auf den Stil Goethes zurückzuführen, den wir noch im folgenden behandeln werden.
Die Idee zum Faust hatte Goethe schon in früherer Zeit, als er es durch das Puppenspiel kennen lernte. Gefestigt wurde diese Idee noch weiter durch Lessings Fragment, das 1759 im 17. Literaturbrief veröffentlicht wurde. Lessing gestaltete seinen Faust dem Zeitalter der Aufklärung gemäß. Für ihn war Faust, der alles wissen wollte, geradezu das ideale Bild für den Wissenschaftler der Aufklärung und durch diesen Wissensdurst war er ein geeignetes Opfer für den Teufel (Kobligk 1978, S.6). Und es ist mit großer Sicherheit anzunehmen, dass Goethe von dieser Idee angeregt wurde.
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Rezeption deutscher Literatur im fremdkulturellen Kontext ein und definiert die Rolle der Parodie als Methode zur Kompetenzförderung.
1. Zur Begriffsklärung der Parodie: Dieses Kapitel widmet sich der lexikalischen Untersuchung der Gattung und der Herleitung von Parodiemerkmalen sowie einem geschichtlichen Überblick.
2. Die Parodie im Rahmen verschiedener Literaturtheorien:: Hier werden Literaturtheorien wie Formalismus, Dekonstruktion und Intertextualität herangezogen, um das Phänomen der Parodie theoretisch zu fundieren.
3. Faust in parodistischen Werken: Dieses Kapitel analysiert Goethes Faust-Motiv und vergleicht das Originalwerk direkt mit einer spezifischen Faust-Parodie.
4. Didaktisches Modell zum Einsatz von Parodien im Literatur-unterricht und zur Ausbildung von literaturwissenschaftlicher Kompetenz bei ägyptischen Deutschlehrer-Studenten: Dieser Teil beschreibt den praktischen Unterrichtsversuch, seine Durchführung, Bewertung durch Studierende und die erzielten Ergebnisse.
5. Schluss: Das Fazit resümiert die Arbeit und bestätigt den didaktischen Wert der Parodie für den Fremdsprachenunterricht.
Parodie, Russischer Formalismus, Dekonstruktion, Intertextualität, Rezeptionsästhetik, Goethe, Faust, Didaktik, Fremdsprachenunterricht, Literaturvermittlung, Textanalyse, Literarische Kompetenz, Sprachkompetenz, Kulturvermittlung, Literaturkritik.
Die Arbeit untersucht den Stellenwert der Parodie im fremdkulturellen Deutschunterricht und deren Potenzial, das Verständnis komplexer literarischer Vorlagen zu verbessern.
Die zentralen Felder sind die Literaturtheorie (insb. Parodietheorien), die Analyse von Goethes Faust und ein praktischer didaktischer Modellversuch an der Ain Shams Universität.
Das Ziel ist die empirische Untersuchung, ob Parodien ägyptischen Studenten helfen können, literaturwissenschaftliche Kompetenz und das Verständnis für deutsche Klassiker zu erlangen.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einem empirischen Unterrichtsversuch (Didaktisierungsversuch), inklusive Fragebögen und der Auswertung von studentischen Arbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Parodie, die Analyse von Faust-Parodien und die detaillierte Darstellung und Auswertung eines zweiphasigen Unterrichtsmodells.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Parodie, Russischer Formalismus, Rezeptionsästhetik, Intertextualität und Didaktik (DaF) bestimmt.
Das Werk gilt als anspruchsvoller Klassiker, der besonders hohe Anforderungen stellt, und ist zudem ein bekanntes Vorbild für zahlreiche parodistische Bearbeitungen.
Die Ergebnisse zeigen eine positive Progression in der literarischen Kompetenz der Studenten; Parodien wurden als hilfreiches, motivierendes Mittel empfunden, um den Zugang zum Original zu erleichtern.
Die Parodie nutzt oft eine sehr moderne, teils umgangssprachliche Form, die auf Kontrast zur klassischen Sprache des Originals setzt, was den Lernenden eine kritische Auseinandersetzung mit Sprachstilen ermöglicht.
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