Bachelorarbeit, 2008
82 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Identität und Persönlichkeit
2.1. Zur Entstehung und Funktion des Identitätsstandards einer Person
2.1.1. Der Ansatz des symbolischen Interaktionismus
2.1.2. Psychodynamische Erklärungsansätze
2.2. Zur Bedeutung von Identität, Persönlichkeit, Charakter und Identitätsstandard
3. Wandel der Inditätsstandards
3.1. Der anale Identitätsstandard
3.2. Der narzisstische Identitätsstandard
3.3. Gründe und Anzeichen für den Wandel vom analen zum narzisstischen Identitätsstandard
4. Bedeutung der Selbstdarstellung im Wandel
4.1. Selbstdarstellung zum Anzeigen der Funktionen einer sozialen Rolle
4.2. Selbstdarstellung zur Befriedigung des Bedürfnis nach Anerkennung
5. Wandel der Gesellschaft
5.1. Gruppenorientierte Vergesellschaftung
5.1.1. Gruppenorientierte Vergesllschaftung im privaten Bereich
5.1.2. Gruppenorientierte Vergesllschaftung im öffentlichen Bereich
5.2. Netzwerkorientierte Vergesellschaftung
5.2.1. Netzwerkorientierte Vergesellschaftung im privaten Bereich
5.2.2. Netzwerkorientierte Vergesellschaftung im öffentlichen Bereich
5.3. Gründe und Anzeichen für den Wandel
6. Soziale Netzwerke
6.1. Entstehung von virtuellen Raum
6.2. Entstehung von Netzwerken in virtuellen Räumen
7. Inhaltliche Beschreibung des Internetportals „studiVZ“
7.1. Vorgehensweise
7.1.1. Definition des „studiVZ“ als Netzwerk in einem virtuellen Raum
7.1.2. Beschreibung von virtuellen Räumen des „studiVZ“ mit dem SIS-Modell
7.1.2.1. Beschreibung der Proportionen der virtuellen Räume und der digital verkörperten sozialen Güter
7.1.2.2. Beschreibung des institutionellen Rahmens des Gesamtraumes
7.1.2.3. Symbolanalyse der Benutzeroberfläche des Gesamtraumes
7.2. Morphologie, Interaktions- und Kommunikationskriterien des „studiVZ“
7.2.1. Morphologie
7.2.2. Interaktions- und Kommunikationskriterien
7.3. Beschreibung des Modus der Selbstdarstellung nach Goffman
8. Hypothesen zur Selbstdarstellung im Zusammenhang mit den Funktionen des „studiVZ“
8.1. Selbstdarstellung zur Befriedigung des Bedürfnis nach Geselligkeit
8.2. Selbstdarstellung zur Befriedigung des Bedürfnis nach Selbstbeschreibung
9. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Wandel im Modus der Selbstdarstellung des Individuums vom analen Identitätsstandard des 19. Jahrhunderts hin zum narzisstischen Identitätsstandard der Postmoderne. Dabei wird analysiert, wie sich dieser Wandel in der Art der Vergesellschaftung sowie in virtuellen Netzwerkräumen, konkret am Beispiel des Internetportals „studiVZ“, niederschlägt und welche Auswirkungen dies auf die Identitätsbildung hat.
3.2. Der narzisstische Identitätsstandard
Zwanghafte oder hysterische Persönlichkeitsstörungen treten heutzutage kaum noch auf (vgl. Sennett 1983: 22). Dafür häufen sich undurchsichtige Beeinträchtigungen des Gemüts vieler Menschen, für die die Dominanz des narzisstischen Anteils der menschlichen Persönlichkeit als Begründung angeführt wird (vgl. Lasch 1995: 66 f.).
„In den letzten fünfundzwanzig Jahren ist der Patient, der den Psychiater nicht mehr mit scharf umrissenen Symptomen, sondern mit diffusen Verstimmungen konfrontiert, immer häufiger geworden“ (Lasch 1995: 66).
Nach Sigmund Freud (1914: 138 ff.) ist Narzissmus ein Zustand der menschlichen Persönlichkeit, der durch triebhaften Autoerotismus geprägt ist. Er unterscheidet zwei Formen: Den primären und den sekundären Narzissmus. Die erste Form korrespondiert mit dem Entwicklungsstadium eines Säuglings, der noch nicht zwischen sich und seiner Umwelt unterscheiden kann. Dem entsprechend besteht für einen Erwachsenen mit einer primären narzisstischen Störung die Gefahr, keine Distanz zwischen sich und seiner Umwelt herstellen zu können. Ein weiteres Anzeichen der primär narzisstischen Störung ist die Überschätzung des eigenen Selbst.
Der sekundäre Narzissmus geht als Störung aus dem frühkindlichen Erleben, von einer Person, zu der eine enge Bindung besteht, wiederholt allen gelassen zu worden zu sein, hervor. Durch solche Erfahrungen, werden Empfindungen, Triebe und Begehrlichkeiten, die auf andere Individuen gerichtet waren, auf das eigene Selbst zurück bezogen.
Dem entsprechend zeigen Erwachsene, die an einer sekundären narzisstischen Störung leiden, ein brüchiges Selbstbewusstsein auf, das von der Bestätigung der sie umgebenden Personen abhängt. Unabhängig von solchen Beeinträchtigungen in der frühkindlichen Entwicklung ist die Bestrebung nach Entfaltung und Präsentation der Persönlichkeit, die ich als Anzeichen für den narzisstischen Identitätsstandard begreife, zu einer gesellschaftlichen Wertvorstellung geworden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der verschobenen Grenzen zwischen Verhüllung und Enthüllung der Persönlichkeit ein und skizziert den dreistufigen Aufbau der Arbeit.
2. Identität und Persönlichkeit: Dieses Kapitel gibt einen theoretischen Überblick über Ansätze zur Identitätsbildung und definiert das Selbst im Kontext von Darstellung und gesellschaftlicher Zuschreibung.
3. Wandel der Inditätsstandards: Hier wird der historische Wandel vom analen zum narzisstischen Identitätsstandard sowie deren jeweilige Entstehung und pathologische Merkmale beschrieben.
4. Bedeutung der Selbstdarstellung im Wandel: Das Kapitel analysiert die Funktionen der Selbstdarstellung (als Rollenanzeige und zur Anerkennungssuche) und wie diese durch den gesellschaftlichen Wandel beeinflusst werden.
5. Wandel der Gesellschaft: Es wird die Transformation von gruppenorientierter zu netzwerkorientierter Vergesellschaftung im privaten und öffentlichen Bereich dargelegt.
6. Soziale Netzwerke: Dieser Abschnitt definiert den theoretischen Rahmen für soziale Netzwerke, einschließlich ihrer morphologischen Eigenschaften und der Konzepte zur Entstehung von virtuellen Räumen.
7. Inhaltliche Beschreibung des Internetportals „studiVZ“: Die Arbeit bietet eine detaillierte Inhaltsanalyse des Portals „studiVZ“, inklusive dessen Struktur, Benutzeroberfläche und der Interaktionskriterien.
8. Hypothesen zur Selbstdarstellung im Zusammenhang mit den Funktionen des „studiVZ“: Das abschließende Hauptkapitel leitet aus der Analyse Hypothesen zur Rolle der Selbstdarstellung für die Geselligkeit und Selbstbeschreibung der Nutzer ab.
9. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die interdisziplinären Ergebnisse und stellt offene Forschungsfragen zur Diskussion.
Selbstdarstellung, Identitätsstandard, Narzissmus, Psychogenese, Soziogenese, studiVZ, soziale Netzwerke, virtueller Raum, Identitätsfindung, Vergesellschaftung, Postmoderne, Interaktionismus, Goffman, Rollenverhalten, Online-Kommunikation
Die Bachelor-Thesis untersucht, wie sich die Selbstdarstellung von Individuen in der modernen Gesellschaft verändert hat, insbesondere mit Blick auf die Verschiebung von traditionellen analen hin zu narzisstischen Identitätsstandards.
Die Arbeit verknüpft psychologische Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung (Psychogenese) mit soziologischen Veränderungen der Gesellschaftsstruktur (Soziogenese) und wendet diese Erkenntnisse auf virtuelle soziale Netzwerke an.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen modernen Persönlichkeitsmustern und dem Verhalten in virtuellen Netzwerkräumen am Beispiel des Internetportals „studiVZ“ aufzuzeigen und Hypothesen über den veränderten Modus der Selbstdarstellung abzuleiten.
Der Autor nutzt vorwiegend theoretische Ansätze aus der Psychologie und Soziologie (u.a. Goffman, Lasch, Sennett, Löw) sowie eine inhaltsanalytische Beschreibung der Funktionalitäten und Benutzeroberflächen des Portals „studiVZ“.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Teile: den Wandel der Psychogenese, die soziogenetischen Veränderungen (Gruppe vs. Netzwerk) und die detaillierte inhaltsanalytische Untersuchung der Selbstdarstellung innerhalb des „studiVZ“.
Zentrale Begriffe sind neben „Selbstdarstellung“ und „Narzissmus“ vor allem die „netzwerkorientierte Vergesellschaftung“, „virtueller Raum“ und die „Identitätsbildung“ in einem dynamischen Anpassungsprozess.
Der Autor nutzt das „SIS-Modell“ zur Raumerkundung und Erving Goffmans Theatertheorie, um zu erklären, wie Profile als „Vorderbühne“ für die Selbstdarstellung der Nutzer dienen.
Einstellungen zur Privatsphäre werden als Mittel betrachtet, um den „hinterbühnenartigen“ Charakter des Profils zu steuern und zwischen öffentlicher Darstellung und privatem Rückzug zu balancieren, was für narzisstische Identitätsmuster entscheidend ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

