Bachelorarbeit, 2017
26 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Begriffserklärung und Hintergründe
2.1 Theater on Location & Site-Specific Theater
2.2 Environmental Theater
3. Raum- theoretischer Abriss
3.1 Grundsätze der Utopien und der Heterotopien
3.2 Eine Definition der Begriffspaare
3.2.1 Raum/Ort
3.2.2 Wegstrecke/Karte
4. Theaterfestival: Theater der Welt 2002
4.1 Konzept und Route
4.2 Ausgewählte Themenkomplexe der X-Wohnungen
4.2.1 Migration
4.2.2 Installation
4.2.3 Zurschaustellung des Wohnraumes
5. Conclusio
Die Arbeit analysiert das ortsspezifische Theater am Beispiel des Projekts "X-Wohnungen" (Duisburg 2002), um zu untersuchen, wie sich die Wahrnehmung von Ort und Raum durch die theatrale Bespielung privater Räume verändert und welche sozialen Auswirkungen dies hat.
3.1 Grundsätze der Utopien und der Heterotopien
Ort oder Nicht- Ort? Real oder irreal? Mit seinem Aufsatz Andere Räume aus dem Jahr 1976, führt Michel Foucault einige raumtheoretische Grundlagen an. Er verweist schon am Anfang seines Textes darauf, dass der Raum kein neuentdecktes Thema mehr ist, da er schon in der abendländischen Erfahrung thematisiert wurde und es im Mittelalter verschiedene Formen der Räumlichkeiten gab, die jedoch hierarchisch aufgebaut waren. Daher gab es zum Beispiel die „heiligen Orte und profanen Orte; geschützten Orte offenen, wehrlose Orte; städtische und ländliche Orte […].“ Die eigentliche Öffnung des lokalisierten Raumes wird aber erst durch Galileo Galilei Entdeckungen verbreitet. Im Gegensatz zum heutigen Zeitalter leben wir nach Foucault in einer Epoche des Raumes, wo wir von Gegensätzen, räumlichen Positionen und Fixierungen beherrscht werden, da die Trennung zwischen dem öffentlichen und privaten Raum immer deutlicher zu spüren sind und die Machtverhältnisse eine gewisse Struktur bilden.
Foucault interessierte sich besonders für:
„Platzierungen […] die die sonderbare Eigenschaft haben, sich auf alle anderen Platzierungen beziehen, aber so, daß sie die von diesen bezeichneten oder reflektierten Verhältnisse suspendierten, neutralisieren oder umkehren. Diese Räume, die mit allen anderen in Verbindung stehen und dennoch allen anderen Platzierungen widersprechen.“
Solch einen Widerspruch der Platzierung und zugleich der Anwesenheit von mehreren fragmentierten Welten erkennt man anhand der von ihm benannten Utopien. Nach Foucault sind die Eigenschaften der Utopien, dass sie an keine wirklichen (realen) Orte gebunden sind und somit mehr als ein irrealer unwirklicher Ort fungieren. Aufbauend auf der Theorie der Utopien, führt Foucault den Begriff der Heterotopien ein, dessen systematische Beschreibung des Raumes eine Art Verwirklichung der Utopien darstellt, die in jeder Gesellschaft vorhanden sind und gewisse Bedingungen erfüllen müssen.
1. Einleitung: Einführung in das Theaterprojekt "X-Wohnungen" und die Forschungsfrage zur Wahrnehmung von Raum und Ort im ortsspezifischen Theater.
2. Begriffserklärung und Hintergründe: Definition zentraler Begriffe wie "Theater on Location", "Site-Specific Theater" und "Environmental Theater" auf Basis theoretischer Grundlagen.
3. Raum- theoretischer Abriss: Darstellung raumtheoretischer Modelle von Foucault (Heterotopien) und de Certeau (Raum/Ort, Wegstrecke/Karte) als Basis für die Analyse.
4. Theaterfestival: Theater der Welt 2002: Vorstellung des Konzepts der "X-Wohnungen" in Duisburg und Untersuchung spezifischer Themenkomplexe wie Migration, Installation und Wohnraumdarstellung.
5. Conclusio: Zusammenfassende Reflexion über die Transformation privater Räume in Theatersituationen und die soziale Bedeutung der Partizipation im Rahmen des Projekts.
Ortsspezifisches Theater, X-Wohnungen, Raumtheorie, Michel Foucault, Michel de Certeau, Heterotopien, Environmental Theater, Postdramatisches Theater, Migration, Installation, Wohnraum, Urbanität, Partizipation, Duisburg, Theater der Welt 2002
Die Bachelorarbeit untersucht das Phänomen des ortsspezifischen Theaters anhand des Projekts "X-Wohnungen", das 2002 im Rahmen des Festivals "Theater der Welt" in Duisburg stattfand.
Zentrale Themen sind die theoretische Differenzierung zwischen Raum und Ort, die Neustrukturierung des Theaterraums sowie die künstlerische Auseinandersetzung mit Privatsphäre, Migration und Urbanität.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie durch das Bespielen von Wohnungen als Aufführungsorte eine neue Wechselwirkung zwischen Theater und Realität entsteht und wie sich die Rollen von Zuschauern und Akteuren dabei verändern.
Die Arbeit nutzt eine diskurstheoretische Analyse, basierend auf den Raumkonzepten von Michel Foucault und Michel de Certeau, um das Projekt "X-Wohnungen" phänomenologisch zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abriss zu Raum- und Theaterkonzepten sowie eine spezifische Analyse der Duisburger "X-Wohnungen" unter Berücksichtigung der Themenbereiche Migration, Installation und Zurschaustellung des Wohnraums.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Heterotopien, Site-Specific Theater, Raum vs. Ort, Wegstrecke und der Aspekt des voyeuristischen Blicks innerhalb privater Räume.
Nach de Certeau ist die Karte statisch und bezeichnet Orte, während die Wegstrecke durch das konkrete Handeln, Gehen und Erleben im Raum eine dynamische, lebhafte und realitätsnahe Form der Raumbeschreibung darstellt.
Der Voyeurismus dient als Mittel, um die Teilnehmer in eine unangenehme, fremde Intimsphäre zu versetzen, wodurch sie dazu angeregt werden, ihre eigene Rolle und die Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit kritisch zu reflektieren.
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