Bachelorarbeit, 2008
43 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Der Versuch Männlichkeit zu definieren
2.1.1 Hegemonie
2.1.2 Unterordnung
2.1.3 Komplizenschaft
2.1.4 Marginalisierung
2.2 Gender- die soziale Konstruktion von Geschlecht
2.3 Stereotype Geschlechtszuschreibung
2.4 Gender Mainstreaming
2.5 Gender Mainstreaming- ein Frauen Thema?
3. Wie Helfen zum Beruf wurde- geschichtlicher Hintergrund der Sozialen Arbeit
3.1 Die Entstehung der Sozialen Arbeit als Beruf
3.2 Die Geschlechtergeschichte der Sozialen Arbeit als Beruf
4. Vorstellung des wissenschaftlichen Praxisprojektes
4.1 Überlegungen zum Thema Männer und Männlichkeit in der Sozialen Arbeit
4.2 Prozess in der wissenschaftlichen Arbeit
5. Männer und Männlichkeit in der Sozialen Arbeit- Ergebnisse des wissenschaftlichen Praxisprojektes
5.1 Motivationen für die Berufswahl
5.2 Beweggründe für die Wahl des Arbeitsfeldes der Bewährungshilfe
5.3 Wie Sozialarbeiter sich selber sehen
6. Handlungskonsequenzen im Rahmen des Gender Mainstreaming für die Soziale Arbeit
6.1 Geschlechterhierarchien in der Sozialen Arbeit
6.2 Männliche Arbeitsfelder für männliche Sozialarbeiter
6.3 Bedeutung einer reflexiven Geschlechtsidentität
6.4 Bedeutung von Sozialisation für eine Veränderung gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen
6.5 Bedeutung von Gender Mainstreaming für das Studium der Sozialen Arbeit
7. Fazit
8. Exzerpt
9. Excerpt (english)
Die Arbeit untersucht das Selbstbild männlicher Sozialarbeiter, exemplarisch dargestellt an Bewährungshelfern, um zu verstehen, warum Männer in sozialen Berufen unterrepräsentiert sind und wie diese sich innerhalb eines frauendominierten Berufsfeldes positionieren. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Abgleich zwischen dem gesellschaftlichen Bild des "typischen Mannes" und dem tatsächlichen Selbstverständnis der befragten Männer.
2.1 Der Versuch Männlichkeit zu definieren
Männlichkeit klar zu definieren erweist sich für mich als schwer. In der Literatur sind unterschiedliche theoretische Herangehensweisen bzw. Konzepte von Männlichkeit zu finden, aber keine konkrete Definition. Generell ist in der Literatur zu lesen, dass Männlichkeit durch die Gesellschaft und den jeweiligen Mann in Interaktion konstruiert wird. Dazu gehören bestimmte Rollenzuschreibungen (Geschlechterstereotypen), die besagen welche Eigenschaften als männlich gelten. Dazu gehören in unserer Gesellschaft z. B. Eigenschaften wie Stärke, Dominanz, Rationalität, Strukturiertheit, Logisches Denken u. v. m.
Connell hat vier Hauptformen von Männlichkeiten aufgeführt. Hierbei handelt es sich nicht um pauschalisierte Kategorien. Es sind natürlich nicht alle Männer einer „Form“ gleich in ihrer Männlichkeit oder in ihrem Wesen. Diese Gruppen dienen lediglich dazu, spezifische Formen von Männlichkeit analysieren zu können. Connell betont immer wieder: „…, dass Begriffe wie „hegemoniale Männlichkeit“ oder „marginalisierte Männlichkeit“ keine festen Charaktertypen bezeichnen, sondern Handlungsmuster, die in bestimmten Situationen innerhalb eines veränderlichen Beziehungsgefüges entstehen.“ Diese vier Hauptformen stelle ich in Folge kurz dar.
1. Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für das Thema dar, basierend auf ihrer Beobachtung der Unterrepräsentanz von Männern in sozialen Berufen und ihrer Erfahrung in der Bewährungshilfe.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale Konzepte wie Männlichkeit, Gender, Geschlechterstereotype und Gender Mainstreaming mittels soziologischer Ansätze.
3. Wie Helfen zum Beruf wurde- geschichtlicher Hintergrund der Sozialen Arbeit: Es wird die historische Genese der Sozialen Arbeit als Frauenberuf beleuchtet, einschließlich der Entwicklung von der Armenpflege zur Professionalisierung.
4. Vorstellung des wissenschaftlichen Praxisprojektes: Hier werden die Beweggründe für die Durchführung des Projekts in der Bewährungshilfe und der methodische Ablauf der Datenerhebung beschrieben.
5. Männer und Männlichkeit in der Sozialen Arbeit- Ergebnisse des wissenschaftlichen Praxisprojektes: Das Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse zur Berufswahl, den Arbeitsfeldern und dem Selbstbild der befragten Sozialarbeiter.
6. Handlungskonsequenzen im Rahmen des Gender Mainstreaming für die Soziale Arbeit: Abschließend werden Strategien diskutiert, um Geschlechterhierarchien abzubauen und den Beruf für Männer attraktiver zu gestalten.
7. Fazit: Die Autorin fasst ihre Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, festgefahrene Geschlechterrollen im sozialen Bereich kritisch zu hinterfragen.
Männlichkeit, Soziale Arbeit, Bewährungshilfe, Gender Mainstreaming, Geschlechterstereotype, Rollenzuschreibung, Berufsidentität, Selbstbild, Sozialisation, Geschlechterhierarchie, Berufswahl, Männlichkeitsmuster, Chancengleichheit, Professionalisierung, Empowerment.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Unterrepräsentanz von Männern in sozialen Berufen und untersucht, wie männliche Sozialarbeiter, insbesondere in der Bewährungshilfe, ihr eigenes Selbstbild konstruieren.
Zentrale Themen sind die soziologische Definition von Männlichkeit, die historische Entwicklung der Sozialen Arbeit als Frauenberuf sowie die Auswirkungen von Gender Mainstreaming auf die heutige Arbeitskultur.
Ziel ist es zu ergründen, warum Männer sich für die Soziale Arbeit (speziell Bewährungshilfe) entscheiden und inwieweit ihr Selbstbild mit dem gesellschaftlich erwarteten männlichen Rollenbild korrespondiert oder divergiert.
Die Autorin nutzt ein wissenschaftliches Praxisprojekt, in dessen Rahmen eine quantitative Umfrage mittels Fragebögen unter männlichen Bewährungshelfern im Landgerichtsbezirk Osnabrück durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Geschlechterrollen und Gender-Theorien sowie die Auswertung des Praxisprojekts hinsichtlich Motivation, Arbeitsfeldwahl und Selbstwahrnehmung der männlichen Befragten.
Wichtige Begriffe sind Männlichkeit, Gender Mainstreaming, Soziale Arbeit, Bewährungshilfe, Rollenzuschreibungen und berufliche Identität.
Die Untersuchung zeigt, dass die Befragten sich eher Attribute zuschreiben, die gesellschaftlich als "weiblich" gelten, wie etwa Empathie oder Emotionalität, während klassisch männliche Attribute wie Dominanz oder Stärke in ihrem Selbstbild kaum eine Rolle spielen.
Die Bewährungshilfe dient als spezifisches, als männlich dominiert wahrgenommenes Arbeitsfeld, an dem die Autorin hypothesengeleitet untersucht hat, welche Faktoren (wie z.B. Autonomie oder Anerkennung) für Männer ausschlaggebend bei der Berufswahl sind.
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