Bachelorarbeit, 2008
39 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Glück
2.1 Der Begriff Glück
2.2 Glücksmessung
2.3 Glücksfaktoren
3. Ziele in der Politik
3.1 Anforderungen
3.2 Kriterien
4. Glück als Ziel in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik
4.2 Positive Analyse
4.3 Normative Analyse
5. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Bachelor-Abschlussarbeit untersucht die theoretische und empirische Verbindung zwischen der modernen Glücksforschung und den Politikfeldern Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik, um zu prüfen, inwieweit Glück ein explizites oder implizites Ziel dieser Politikbereiche ist und sein sollte.
2.1 Der Begriff Glück
Es existieren vier wesentliche Problemkreise, die den Umgang mit dem Begriff Glück erschweren. Wie in Abbildung 1 dargestellt, lassen sich diese in zwei semantische Ebenen unterteilen.
Erstens hat Glück, in der deutschen Sprache, auf einer übergeordneten Ebene diametrale semantische Bedeutungen. Zum einen kann der glückliche Zufall gemeint sein – im Sinne von Glück haben (englisch: luck). Zum anderen kann ein angenehmer Befindlichkeitszustand umschrieben werden – im Sinne von glücklich sein (englisch: happiness). In dieser Arbeit geht es nachfolgend ausschließlich um Letzteres. Darüber hinaus lässt sich auch nach dieser vorgenommenen begrifflichen Eingrenzung auf einer untergeordneten semantischen Ebene in gängigen Lexika keine einheitliche oder vorherrschende Definition finden. Dies spiegelt sich in einer uneinheitlichen Verwendung des Begriffs im alltäglichen Sprachgebrauch wider (4. Problemkreis). Dieses Phänomen ist das Ergebnis zweier Faktoren: Zum einen hat der Begriff Glück in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (2. Problemkreis) als auch in heterogenen Kulturkreisen (3. Problemkreis) unterschiedliche Bedeutung.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Glücksforschung ein, erläutert die historische Verbindung zwischen Glück und Politik und definiert den Aufbau der Untersuchung.
2. Glück: Dieses Kapitel definiert den Glücksbegriff, stellt verschiedene psychologische Messmethoden vor und analysiert ökonomische sowie institutionelle Glücksfaktoren.
3. Ziele in der Politik: Hier werden die theoretischen Anforderungen an politische Ziele definiert und Kriterien festgelegt, anhand derer die Qualität und Durchsetzbarkeit solcher Ziele bewertet werden kann.
4. Glück als Ziel in der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik: Das Kernstück der Arbeit prüft mittels positiver und normativer Analysen, ob Glück ein Ziel der genannten Politikfelder ist und ob es ein solches sein sollte.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei das Fazit gezogen wird, dass Glück als flexibles, nicht aber als fixes Maximalziel für die Politik erstrebenswert ist.
Glücksforschung, subjektives Wohlbefinden, Wirtschaftspolitik, Finanzpolitik, Sozialpolitik, Glücksmessung, Utilitarismus, Hedonismus, Eudämonismus, politische Ziele, Relativtheorie, Lebenszufriedenheit, Effizienz, Legitimität, Rechtsordnung.
Die Arbeit untersucht, ob das psychologische Konzept des "Glücks" oder "subjektiven Wohlbefindens" eine Rolle in der Zielsetzung staatlicher Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik spielt.
Die zentralen Felder sind die Definition und Messbarkeit von Glück, die ökonomischen Determinanten des Glücks sowie die normative Eignung von Glück als Ziel in demokratischen politischen Systemen.
Das Hauptziel ist es, die Verbindung zwischen der aktuellen Glücksforschung und den Politikfeldern herzustellen, um zu prüfen, ob Glück dort bereits ein Ziel ist und ob es dies normativ gesehen sein sollte.
Der Autor verwendet eine positive Analyse (Abgleich von Politikzielen mit Glücksforschungsdaten) sowie eine normative Analyse (Prüfung von Glück als Ziel gegen politiktheoretische Anforderungen).
Im Hauptteil werden zunächst die Glücksbegriffe und Messmethoden geklärt, dann Anforderungen an politische Ziele abgeleitet und schließlich geprüft, ob Glück als Ziel die Kriterien der Legitimität und Gesetzmäßigkeit erfüllt.
Die wichtigsten Begriffe sind Glücksforschung, subjektives Wohlbefinden, Wirtschaftspolitik, Finanzpolitik, Sozialpolitik sowie die Konzepte von Legitimität und Legalität politischer Ziele.
Der Autor argumentiert, dass die Verfolgung eines fixen Maximalziels paternalistische und undemokratische staatliche Eingriffe erfordern würde, was mit der Rechtsordnung in westlichen Industrieländern kollidiert.
Während ein fixes Ziel versucht, ein numerisches Maximum unter allen Umständen zu erzwingen, strebt ein flexibles Ziel an, das Wohlbefinden unter den jeweils gegebenen gesellschaftlichen Umständen bestmöglich zu fördern.
Das Fazit lautet, dass Glück nicht als fixes Maximalziel, wohl aber als variables, die Politik begleitendes Ziel der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik verfolgt werden sollte.
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