Bachelorarbeit, 2021
64 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Erläuterung zentraler Begrifflichkeiten
2.1.1 Definition von Empowerment
2.1.2 Definition von (Selbst-)Objektifizierung
2.1.3 Definition von Selbst-Sexualisierung
2.1.4 Definition von Youtube-Musikvideos
2.2 Thematischer Hintergrund
2.2.1 Die vierte Welle des Feminismus
2.2.2 Postfeminismus
2.2.3 Wer schön sein will, muss leiden?
2.2.4 Von Girlbossen und Powerfrauen
2.2.5 Die Sexualisation of Culture
2.2.6 (Male) Gaze Theory
2.2.7 Forschungsstand bezüglich Musikvideos und Sexualisation of Culture
2.2.8 Theoretische Erklärungsansätze für die Wirkung von Rap-Videos
2.2.9 Aufstieg der Frauen im Deutschrap
2.2.10 Der Aufstieg von Shirin David
3 Die verwendete Methodik
3.1 Fokusgruppen
3.2 Auswertung: Die qualitative Inhaltsanalyse
3.3 Gütekriterien der qualitativen Inhaltsanalyse
4 Die Analyse
4.1 Auf der positiven Seite
4.2 Boss Bitch oder Lustobjekt?
4.3 Selbst-Sexualisierung als Promoter für Empowerment
4.4 Selbst-Sexualisierung als Bedrohung für Empowerment
4.5 Individuelle Wahl vs. soziokulturelle Zwänge
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Empowerment und Objektifizierung im Kontext der Selbst-Sexualisierung deutscher Rapperinnen, insbesondere am Beispiel von Shirin David in ihren Youtube-Musikvideos, und analysiert mittels Fokusgruppen, wie junge Frauen diese Phänomene interpretieren und in den soziokulturellen Kontext einordnen.
Boss Bitch oder Lustobjekt?
Ist die Selbst-Sexualisierung der Rapperin Empowerment oder Objektifizierung? Laut den jungen Frauen schließen sich beide Konstrukte nicht aus, sondern gehen vielmehr Hand in Hand. Die Rapperin ist nicht eine Boss Bitch oder ein Lustobjekt, sondern beides:
A: Das ist ja auch teilweise das Coole daran, dass sie den Spieß umdreht und sich nicht zum Lustobjekt machen lässt, sondern sich selbst dazu macht, weil sie es möchte. (Transkript 1, Z.613f)
Weitere Teilnehmerinnen bezeichnen sie als „Selbstgewähltes Lustobjekt” (Transkript 3, Z.772) und ihre Selbst-Sexualisierung innerhalb der Videos als „Selbst-Objektifizierung als Empowerment” (Transkript 3, Z.924). Daraus resultiert, dass Shirin David den Lustobjekt-Stempel - also Selbst-Objektifizierung - laut der Frauen bewusst benutzt, um sich zu empowern. Auch hierbei spielen wieder individualistische Faktoren die größte Rolle: Wie bei der Oberkategorie „Eigene Definition und Erleben von Empowerment“, ist auch bei der Oberkategorie „Die Selbst-Sexualisierung der Rapperin als Empowerment“ die „unabhängige Selbstverwirklichung” der Künstlerin an erster Stelle. Dies bedeutet auch hier, dass Shirin David ihre Wünsche und Ziele verfolgt, unabhängig von Kritik, der Meinung anderer oder auch Klischees und Vorurteilen. Hier werden demnach soziokulturelle Einflüsse vorerst außer Acht gelassen: Die Rapperin sexualisiert sich selbst, weil sie es möchte, nicht, weil äußere Einflüsse sie dazu drängen. Die Teilnehmerinnen stellen sich dadurch zunächst eher auf die „Sex positive“-Seite des Konflikts, indem sie die Selbst-Sexualisierung nicht als maskierte Objektifizierung sehen, sondern als selbstbestimmte empowerte „Choice” der Rapperin.
Einleitung: Die Arbeit führt in den feministischen Konflikt zwischen "sex-positive" und "sex-negative" Perspektiven ein und formuliert die Forschungsfrage, wie junge Frauen die Selbst-Sexualisierung deutscher Rapperinnen interpretieren.
Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert zentrale Konstrukte wie Empowerment, Objektifizierung und Postfeminismus und beleuchtet den Forschungsstand zu Musikvideos, Rap-Kultur und Shirin David.
Die verwendete Methodik: Hier wird das qualitative Vorgehen mittels Fokusgruppen und die anschließende Inhaltsanalyse nach Mayring erläutert sowie die Gütekriterien für die Untersuchung dargelegt.
Die Analyse: Die Ergebnisse der Diskussionen werden dargestellt, wobei die verschiedenen Facetten der Selbst-Sexualisierung als Empowerment oder Objektifizierung sowie der soziokulturelle Kontext analysiert werden.
Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die ambivalente Wirkung von Musikvideos und Ausblick auf möglichen weiteren Forschungsbedarf.
Empowerment, Objektifizierung, Selbst-Sexualisierung, Postfeminismus, Rap, Shirin David, Fokusgruppen, qualitative Inhaltsanalyse, Musikvideos, Sexualisation of Culture, Male Gaze, individuelle Wahlfreiheit, soziokulturelle Einflüsse, Geschlechterrollen, Feminismus
Es geht um die Untersuchung, wie junge Frauen die bewusste Selbst-Sexualisierung von Rapperinnen in Musikvideos wahrnehmen und bewerten – insbesondere, ob sie dies als Form der persönlichen Ermächtigung (Empowerment) oder als Objektifizierung durch patriarchale Strukturen interpretieren.
Zentrale Themen sind der Postfeminismus, die sogenannten "Sexualisation of Culture", die Rolle des "Male Gaze" in den Medien sowie die Debatte um individuelle Handlungsfähigkeit (Agency) vs. gesellschaftliche Zwänge.
Das primäre Ziel ist es, den wissenschaftlich diskutierten Konflikt um das "sex-positive" vs. "sex-negative" Feminismus-Verständnis empirisch mit den Sichtweisen junger Frauen zu untermauern und besser zu verstehen, wie diese Widersprüche navigiert werden.
Die Autorin verwendet eine qualitative Forschungsstrategie, bestehend aus drei Fokusgruppen-Diskussionen mit insgesamt vierzehn Teilnehmerinnen, die mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Fokusgruppen: angefangen bei der persönlichen Definition von Empowerment, über die Bewertung des Beispiels Shirin David als "Boss Bitch" oder "Lustobjekt", bis hin zur Einordnung in den gesellschaftlichen Kontext und der Frage nach der Vorbildfunktion.
Die wichtigsten Begriffe sind Empowerment, Objektifizierung, Selbst-Sexualisierung, Postfeminismus, Rap, Shirin David und die "Sexualisation of Culture".
Es dient zur Erklärung, wie Frauen im Postfeminismus vermeintlich widersprüchliche Werte – etwa traditionelle Weiblichkeit und Karriere – vereinbaren können, solange dies als selbstbestimmte Wahl verstanden wird.
Sie fungiert als das zentrale Fallbeispiel, da sie als erfolgreichste deutsche Rapperin das Phänomen der bewussten Selbst-Sexualisierung in Musikvideos verkörpert und somit als "Stimulus" für die Diskussionen der Teilnehmerinnen dient.
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