Examensarbeit, 2016
81 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Die Grundlagen der Glaubensverständnisse von Muslimen und Christen
1.1 Die Buch gewordene Offenbarung
1.2 Die Fleisch gewordene Offenbarung
1.3 Gegenüberstellung der unterschiedlichen Offenbarungsvorstellungen
2. Die Stellung des Menschen in der Welt und seine Beziehung zu Gott
2.1 Der Mensch, ein schwacher Statthalter Gottes auf Erden
2.2 Der Mensch, das sündhafte Ebenbild
2.3 Die Sünde als Ursache für die Schwäche des Menschen
2.3.1 Die Erbsünde, die Sünde und der Mensch
2.3.2 Der Schaitan, die Sünde und der Mensch
2.3.3 Die Erbsünde und der Schaitan im Kontext der Menschenbilder
3. Die Barmherzigkeit Gottes
3.1 Gott, der barmherzige Vater
3.2 Gott, der barmherzige Erbarmer
3.3 Vgl. der göttlichen Barmherzigkeit mit Implikationen auf das Miteinander
4. Der gerechte Gott
4.1 Der wahrhaft-gerechte Gott
4.2 Gerechtigkeit Gottes als das gemeinschaftsgemäße Verhalten
4.3 Die Wahrhaftigkeit der Gemeinschaftsgemäßheit
5. Das Verhältnis zwischen Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Oder: Über des Menschen »Rechtfertigung«.
5.1 Gerecht durch Glauben und gute Taten
5.2 Rechtfertigender Glauben
5.3 Das Für und Wider der Auffassungen zur Heilserlangung
6. Der barmherzige und gerechte Gott im Kontext einer unbarmherzigen und ungerechte Welt
7. Zusammenfassende Überlegungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes im Islam und Christentum. Ziel ist es, das christliche und muslimische Gottesbild sowie das jeweilige Menschenbild vergleichend zu analysieren, um aufzuzeigen, wie diese Attribute Gottes das menschliche Handeln und die Vorstellung von Heil und Rechtfertigung prägen.
3.1 Gott, der barmherzige Vater
Neben Seiner Größe und Allmacht betont der christliche Glaube bereits von seinen jüdischen Wurzeln ausgehend die Barmherzigkeit, den Erbarmungswillen und die damit einhergehende Gnade Gottes, auf die der in seinem sündhaften Wesen behaftete Gläubige hoffen darf.
Im Psalter werden diese Attribute Gottes an vielen Stellen lobgepriesen und ihre große Bedeutung für den Menschen beschrieben. Sehr eindrücklich geht dies bspw. bereits aus der Überschrift von Psalm 103 hervor: „Preis der Barmherzigkeit des Herrn gegen sündige und schwache Menschen“. Die Menschen sollen Gott loben, weil er ihnen viel „Gutes getan hat“ (103,2): Er macht die Menschen fröhlich (5), unterweist Israel und deren Nachkommen in seinem heilsschaffenden Willen (7) und wird „nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben“ (9). Er „weiß, was für ein Gebilde“ der Mensch ist und somit auch um seine Sünden (14). Dennoch krönt er sie „mit Gnade und Barmherzigkeit (4). Er vergilt die Menschen „die ihn fürchten“ nicht nach deren Missetaten (10), sondern erbarmt sich über sie, wie „sich ein Vater über Kinder erbarmt“ (13) und vergibt ihnen ihre Sünden (3); denn seine Gnade ist „so hoch [wie] der Himmel über der Erde“ (11). Die Gnadenformel in Vers 8 pointiert dies, indem sie das Gotteswort aus Ex 34,6 aufnimmt: „Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.“
Das Adjektiv »barmherzig« aus Ex 34,6 und Ps 103,8 lautet im hebräischen Original »rachum« und leitet sich vom Substantiv »rachamim« („Barmherzigkeit“) und dem Verb »rchm« („sich erbarmen“) ab. Diese Wortfamilie ist wiederum abgeleitet von dem hebräischen Wort »rechem«. Dieses Wort bedeutet im Deutschen „Mutterschoß“ und deutet sowohl im alt- als auch im neutestamentlichen Sprachgebrauch auf das Innerste des Menschen hin: Auf die „Eingeweide“, die als „Sitz der Gefühle“ verstanden werden.
Einleitung: Einführung in die Thematik der göttlichen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit im Spannungsfeld der menschlichen Existenz und des Leids in der Welt.
1. Die Grundlagen der Glaubensverständnisse von Muslimen und Christen: Vergleich der Offenbarungskonzepte, wobei der Koran als „Buch gewordene Offenbarung“ und Christus als „Fleisch gewordene Offenbarung“ gegenübergestellt werden.
2. Die Stellung des Menschen in der Welt und seine Beziehung zu Gott: Analyse des Menschenbildes als Statthalter Gottes einerseits und als sündhaftes Wesen andererseits, inklusive der Ursachen der menschlichen Schwäche.
3. Die Barmherzigkeit Gottes: Eingehende Betrachtung der barmherzigen Wesenszüge Gottes sowohl in väterlicher (christlich) als auch in erbarmender (islamisch) Perspektive.
4. Der gerechte Gott: Untersuchung des Konzepts der göttlichen Gerechtigkeit als wahrhaftiges und gemeinschaftsgemäßes Handeln, das über bloße Vergeltung hinausgeht.
5. Das Verhältnis zwischen Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Oder: Über des Menschen »Rechtfertigung«.: Reflexion über die Vereinbarkeit von Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit im Kontext menschlicher Heilserlangung.
6. Der barmherzige und gerechte Gott im Kontext einer unbarmherzigen und ungerechte Welt: Auseinandersetzung mit der Rolle der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit in einer modernen, oft als unbarmherzig wahrgenommenen Welt.
7. Zusammenfassende Überlegungen: Resümee der Ergebnisse über das christliche und muslimische Verständnis der göttlichen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.
Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gott, Islam, Christentum, Offenbarung, Sünde, Rechtfertigung, Heilserlangung, Menschenbild, Koran, Bibel, Schöpfung, Religion, Theodizee.
Die Arbeit untersucht das Gottesbild des barmherzigen und gerechten Gottes im Islam und im Christentum und analysiert, wie diese beiden Religionen das Verhältnis zwischen göttlicher Barmherzigkeit und Gerechtigkeit sowie die Rolle des Menschen als Geschöpf Gottes verstehen.
Zentrale Themen sind die Offenbarungsvorstellungen, das menschliche Selbstverständnis (Sünde und Gottebenbildlichkeit), die Konzepte von Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit sowie die Frage, wie ein Mensch vor Gott „rechtfertig“ oder „gerecht“ bestehen kann.
Das primäre Ziel ist es, die interreligiöse Perspektive auf Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit herauszuarbeiten und zu beleuchten, inwieweit diese Attribute das Leben und Handeln der Gläubigen bestimmen.
Es handelt sich um eine theologisch-vergleichende Untersuchung, die sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Exegese zentraler Schriften (Koran und Bibel) sowie dogmatischer und theologischer Fachliteratur stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Offenbarungen, die Bestimmung der menschlichen Stellung und Sündhaftigkeit, die detaillierte Analyse der Attribute „Barmherzig“ und „Gerecht“ bei Gott sowie die Diskussion um die Rechtfertigung des Menschen und das Leben in einer unvollkommenen Welt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Offenbarung, Sünde, Rechtfertigung und Schöpfung geprägt.
Während das Christentum die Barmherzigkeit oft durch die Person Jesu Christi als „barmherzigen Vater“ definiert, betont der Islam die Barmherzigkeit durch die Anrufungsformel „Basmala“ als grundlegendes Wesensattribut Allahs, das die gesamte Schöpfung umfasst.
Die Sünde dient in beiden Religionen als Erklärung für die Distanz zwischen Mensch und Gott. Während das Christentum das Konzept der Erbsünde zur Erklärung der Sündhaftigkeit nutzt, betont der Islam die Schwäche des Menschen, der sich durch Verführung (Schaitan) vom rechten Weg entfernt, aber durch Gottes Barmherzigkeit wieder zurückfinden kann.
Beide Religionen lehnen eine rein mechanische Vergeltung ab. Sowohl der Islam (mit dem ḥaqq-Begriff) als auch das Christentum (mit dem ṣәdāqāh-Begriff) betonen eine Gerechtigkeit, die auf Gemeinschaftsgemäßheit und die Wiederherstellung des Bundes mit Gott zielt.
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