Bachelorarbeit, 2021
35 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Die grundlegende Ambiguität des Monsters: Historischer Umriss der Entwicklung von sichtbarer zu unsichtbarer Monstrosität
2.1. Exkurs: Das Konzept des „Sittenmonsters“ nach Michel Foucault
3. Das Bild der Anderen: Gesellschaftliche Wahrnehmung
3.1 Henry Jekyll und Edward Hyde – unvereinbare Gegensätze(?)
3.2 Jacques Lantier: Ein gefährlicher Trugschluss
3.3 Patrick Bateman: Anonymität der Oberfläche
4. Das Bild des Anderen: Gespaltene Subjekterfahrungen
4.1 Das Monster als Mittel der Befreiung
4.2 Das Monster als Bedrohung des Subjekts
4.3 Das Monster als Ersatz für das Subjekt
5. Zwischen Mensch und Tier: Spuren des Animalischen bei Stevenson, Zola und Ellis
5.1 Mordlust als animalischer Trieb
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Darstellung und Entwicklung menschlicher Dualität durch das Motiv des "Monsters" in den literarischen Werken von Robert L. Stevenson, Émile Zola und Bret Easton Ellis. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Verhältnis zwischen der gesellschaftlichen Außenwahrnehmung, dem individuellen Selbstbild und dem animalischen Trieb der Protagonisten in diesen Texten manifestiert und welche Rückschlüsse dies auf das Konzept des unsichtbaren Monsters zulässt.
3.3 Patrick Bateman: Anonymität der Oberfläche
Foucaults historischem Apriori zum Trotz, findet das unsichtbare Monster mit Patrick Bateman einen Exponenten in der Literatur der Postmoderne. Die Monstrosität ist in „American Psycho“ vollständig aus der Physiognomie des Protagonisten gewichen: He is, physically, every inch the romantic hero: handsome, with a fit, toned body and impeccable taste. The predictable nature of his appearance is underlined by the frequent questions of others as to whether he is a model or actor. Doch obwohl Bateman optisch exakt dem gesellschaftlichen Idealtypus seiner Zeit entspricht, hebt ihn sein gutes Aussehen im New York der späten 1980er-Jahre keineswegs hervor – eher verleiht es ihm eine gewisse Anonymität. Das Umfeld Batemans setzt sich ausschließlich aus wohlhabenden, attraktiven und gut gekleideten Menschen zusammen, wie auch seine Lebensgefährtin Evelyn im Dialog mit Bateman zusammenfasst: ‚He’s rich,‘ I say. ‚Everybody’s rich,‘ she says, concentrating on the TV screen. ‚He’s good-looking,‘ I tell her. ‚Everybody’s good-looking, Patrick,‘ she says remotely. ‚He has a great body,‘ I say. ‚Everybody has a great body now,‘[…] Hier zeigen sich die hohen Standards, welche für die Lebenswelt der New Yorker Upper Class gelten – und welchen auch der Protagonist entspricht.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der menschlichen Dualität und Vorstellung der untersuchten Autoren sowie der zentralen Fragestellung.
2. Die grundlegende Ambiguität des Monsters: Historischer Umriss der Entwicklung von sichtbarer zu unsichtbarer Monstrosität: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Monsterbegriff und Foucaults Konzept des Sittenmonsters als unsichtbare, verhaltensbasierte Monstrosität.
2.1. Exkurs: Das Konzept des „Sittenmonsters“ nach Michel Foucault: Vertiefende Analyse der Theorie Foucaults und der Abgrenzung von physischer Deformität hin zu deviantem Verhalten.
3. Das Bild der Anderen: Gesellschaftliche Wahrnehmung: Betrachtung der Außenwirkung der drei Protagonisten im Kontext ihrer jeweiligen gesellschaftlichen Umgebung.
3.1 Henry Jekyll und Edward Hyde – unvereinbare Gegensätze(?): Analyse des Dualismus bei Stevenson unter Berücksichtigung der viktorianischen Moralvorstellungen.
3.2 Jacques Lantier: Ein gefährlicher Trugschluss: Untersuchung der Figur Lantiers bei Zola und der Diskrepanz zwischen seinem positiven gesellschaftlichen Image und seinem inneren Trieb.
3.3 Patrick Bateman: Anonymität der Oberfläche: Analyse von Batemans Rolle als postmoderner Charakter, der durch absolute Anpassung im Luxusmilieu anonym bleibt.
4. Das Bild des Anderen: Gespaltene Subjekterfahrungen: Untersuchung der inneren Zerrissenheit der Figuren und ihrer Versuche, mit dem monströsen Anteil zu leben oder ihn zu verdrängen.
4.1 Das Monster als Mittel der Befreiung: Analyse von Jekylls Experiment als Versuch, dem moralischen Druck durch Abspaltung zu entkommen.
4.2 Das Monster als Bedrohung des Subjekts: Darstellung des Kampfes von Lantier gegen seine zerstörerischen Impulse als Bedrohung seiner Subjektivität.
4.3 Das Monster als Ersatz für das Subjekt: Analyse von Batemans Monstrosität als Folge einer konsumorientierten Identitätslosigkeit.
5. Zwischen Mensch und Tier: Spuren des Animalischen bei Stevenson, Zola und Ellis: Untersuchung des Animalischen als gemeinsame Wurzel der menschlichen Devianz in allen drei Werken.
5.1 Mordlust als animalischer Trieb: Analyse der Mordlust als Ausdruck einer tief verwurzelten, atavistischen Kraft, die sich rationaler Kontrolle entzieht.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung, dass die Dualität der Protagonisten in allen Werken eine untrennbare Einheit bildet.
Monster, Dualität, Stevenson, Zola, Ellis, Sittenmonster, Foucault, Animalität, Triebhaftigkeit, Identität, Gesellschaftskritik, viktorianisches Zeitalter, Postmoderne, Subjekterfahrung, Devianz.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der menschlichen Dualität durch das literarische Motiv des Monsters in Werken von Robert L. Stevenson, Émile Zola und Bret Easton Ellis.
Die zentralen Themen umfassen das Verhältnis von gesellschaftlicher Maske und innerem Trieb, die Entwicklung des Monsterbegriffs sowie die Grenzziehung zwischen Mensch und Tier.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Protagonisten Jekyll, Lantier und Bateman mit ihrer inneren Monstrosität umgehen und warum diese "unsichtbaren Monster" trotz gesellschaftlicher Anpassungsbemühungen als fester Bestandteil ihrer Identität erhalten bleiben.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze, insbesondere Michel Foucaults Konzept des Sittenmonsters, mit einer vergleichenden Textanalyse verbindet.
Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte der sichtbaren und unsichtbaren Monstrosität definiert, gefolgt von einer detaillierten Figurenanalyse der Protagonisten hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Außenwahrnehmung, ihrer Subjekterfahrungen und ihrer animalischen Triebe.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Monstrosität, menschliche Dualität, Animalität, Triebhaftigkeit und die Analyse literarischer Identitätskonzepte charakterisiert.
Während Jekyll versucht, seinen bösen Teil durch eine namentliche und physische Abspaltung (Hyde) loszuwerden, integriert Bateman seine Monstrosität in eine von Konsum und Oberflächlichkeit geprägte Existenz, in der sein "Monster-Sein" fast völlig unbemerkt bleibt.
Zola nutzt das Animalische bei Lantier, um zu verdeutlichen, dass seine Gewaltakte keine rationalen Entscheidungen sind, sondern als unausweichlicher, tief in der menschlichen Natur verankerter Trieb aus ihm herausbrechen.
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