Examensarbeit, 2008
111 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Musik
2.1 Begriffsbestimmung Musik
2.2 Überlegungen zu Ursprung, Entstehungsgeschichte und Herkunft von Musik
2.3 Musikperzeption nach psychologischer und neurophysiologischer Betrachtungsweise
2.3.1 Wie entstehen Geräusche im Kopf und wie werden sie nach neurophysiologischer Betrachtung wahrgenommen und in Musik verwandelt?
2.3.2 Das menschliche Ohr- wie es funktioniert und was es zu leisten imstande ist
2.3.3 Schwierigkeiten im Bereich der Neurologie
2.3.4 Wege der Musik durch das Gehirn
2.4 Wirkungsweise von Musik
2.4.1 Abhängigkeit der Musikwirkung von außermusikalischen Faktoren
2.4.2 Emotionsauslöser Musik
2.5 Zusammenfassung des Kapitels
3 Musik als motivationaler Faktor in der Arbeitswelt
3.1 Einleitung
3.2 Begriffsbestimmung Arbeit
3.3 Historischer Einblick in die Arbeitsmusik: Arbeitsgesänge in Einzel- und Gruppenarbeit mit und ohne instrumentale Unterstützung
3.4 Veränderung der Arbeitswelt durch den Fortschritt der Werkzeugtechnik
3.5 Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen in Bezug auf die Wirkung funktioneller Hintergrundmusik bei der Arbeit
3.6 Einsatz von Hintergrundmusik kommerzieller Unternehmen
3.6.1 Lässt sich durch funktionelle Hintergrundmusik eine Leistungssteigerung erzielen?
3.6.2 Nachlassende Wirkung der funktionellen Hintergrundmusik im Arbeitsbereich
3.7 Die Wirkung von Musik im Wandel: Der Einfluss der Habituation auf die Musikwahrnehmung und -wirkung
3.7.1 Einsatz funktioneller Hintergrundmusik in Kaufhäusern
3.7.2 Funktionelle Hintergrundmusik in der Werbung
3.7.3 Funktionelle Hintergrundmusik in Bildungsfilmen
3.8 Selbstselektierte versus fremdselektierte Musik
3.8.1 Studie zum Musikeinsatz in englischen Büroeinrichtungen
3.9 Zusammenfassung des Kapitels
4 Musik als motivationaler Faktor im Sportbereich
4.1 Einleitung
4.2 Begriffsbestimmung Sport: Ist Sport Arbeit?
4.3 Differenzierung von Amateur- und Leistungssportlern
4.4 Höchstleistungen im Leistungsport
4.4.1 Sport als Arbeit: Was ist die Motivationsquelle für das Erreichen von Höchstleistungen?
4.4.2 Trainingsprozesse im Leistungssport
4.5 Einsatz von Musik zur Bildung von Automatismen: Rhythmus als Hilfsmittel in der Lernoptimierung von Trainingsprozessen
4.5.1 Einleitung
4.5.2 Begriffsbestimmung Rhythmus
4.5.3 Das sensomotorische System
4.5.4 Vorstellung einer musikalisch-rhythmischen Lehrmethode zu motivationsfördernden und lernoptimierenden Zwecken
4.5.5 Wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich des Einsatzes von Rhythmus/Musik im Sportbereich
4.5.6 Umsetzung der musikalisch-rhythmischen Lehrmethode in die Praxis
4.6 Der Einsatz von Musik am Beispiel des mentalen Trainings von Leistungssportlern im Bereich des Laufsports
4.6.1 Einleitung
4.6.2 Begriffsbestimmung mentales Training
4.6.3 Der Einsatz des mentalen Trainings im Laufsport
4.6.4 Der Einsatz von Musik im Laufsport zu leistungssteigernden Zwecken
4.6.5 Einschränkung der Wirkungsweise von selbstselektierter Musik
4.6.6 Zukunftstrends der Sportartikelindustrie im Laufsport
4.7 Zusammenfassung des Kapitels
5 Resümee und Ausblick
5.1 Zukunftsperspektive
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Musik als motivationalen Faktor in der Arbeitswelt sowie im Leistungssport. Dabei steht die zentrale Frage im Fokus, ob und unter welchen Bedingungen Musik nachweislich zu Leistungssteigerungen beitragen kann und welche psychologischen sowie neurophysiologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen.
2.4.1 Abhängigkeit der Musikwirkung von außermusikalischen Faktoren
Die Wirkung von Musik auf den Menschen ist sehr komplex und hängt nicht nur von musikspezifischen Kriterien ab, sondern auch von einer Vielzahl und Kombination außermusikalischer Faktoren.
Dazu zählen nicht nur die Einstellung des Hörers zur Musik, sondern auch unter anderem die Vertrautheit mit der Musik, die momentanen Bedürfnisse, das Wissen über Musik und der situativ-soziale Kontext (Gembris 2002). De la Motte-Haber (1985) ergänzt die Liste der ausschlaggebenden Faktoren mit der musikalischen Vorbildung und Offenheit gegenüber fremder Musik, des Bekanntheitsgrads der Musik, sowie der Sensibilität und Feinfühligkeit der musikhörenden Person. Die genannten Faktoren, die sich größtenteils selbst erklären, sollen noch um zwei weitere, besonders wichtige Aspekte ergänzt werden.
So ist zum einen der subjektive musikalische Geschmack hervorzuheben. Das menschliche Gehirn lässt in der Regel nur eine Wirkung der Musik zu, die in irgendeiner Weise dem Geschmack des Rezipienten entspricht: „[...] our expectations about the nature of music are important [and] we are likely to experience an emotional response.“ (Meyer 1956, nach Hallam 2006, 25). Auch de la Motte-Haber (1985) bestätigt die Wichtigkeit des Musikgeschmacks. Nach Ansicht der Wissenschaftlerin kann Musik nicht nur „höchste Freude“ und „tiefste Trauer“ auslösen, sondern auch ein „[…] Gegenstand heftiger Ablehnung sein, wenn sie das Kategoriensystem des Hörers verletzt“ (de la Motte-Haber 1985, 169). Zum anderen ist die psychophysiologische Aktivierung von Bedeutung, die die Stimmungsabhängigkeit und momentane Gefühlslage der Musikhörenden betrifft. Sie ist deshalb bedeutend, weil die gegenwärtige Stimmung des Hörers seine Reaktion auf Musik entscheidend beeinflussen kann
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Beobachtung ein, dass Musik eine motivierende Wirkung auf sportliche Aktivitäten hat, und leitet daraus die Forschungsfrage ab, ob dieser Effekt auch auf die Arbeitswelt übertragbar ist.
2 Musik: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen und neurophysiologischen Grundlagen der Musikwahrnehmung und untersucht verschiedene Theorien zum evolutionären Ursprung und der Wirkung von Musik auf Emotionen.
3 Musik als motivationaler Faktor in der Arbeitswelt: Das Kapitel beleuchtet den historischen und modernen Einsatz von Musik in Arbeitssituationen und analysiert kritisch die Faktoren, die eine Leistungssteigerung durch Hintergrundmusik beeinflussen.
4 Musik als motivationaler Faktor im Sportbereich: Dieser Abschnitt überträgt die Erkenntnisse aus der Arbeitsforschung auf den Leistungssport, wobei insbesondere der Rhythmus als Lernhilfe und der Einfluss von Musik auf das mentale Training im Laufsport thematisiert werden.
5 Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die notwendige Differenzierung zwischen fremd- und selbstselektierter Musik und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Musik, Arbeitswelt, Leistungssport, Motivation, Musikpsychologie, Neurophysiologie, Hintergrundmusik, Selbstselektierte Musik, Rhythmus, Leistungssteigerung, Arbeitsmoral, Mentales Training, Habituation, Laufsport, Sportartikelindustrie.
Die Arbeit untersucht, inwieweit Musik als motivationaler Faktor in der Arbeitswelt und im Sportbereich fungieren kann, um die Leistung und das Wohlbefinden zu beeinflussen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die neurophysiologische Wirkung von Musik, die Geschichte der Arbeitsmusik, den Nutzen von Musik bei monotonen Tätigkeiten und die Bedeutung von Musik im modernen Leistungssport.
Das Ziel ist es, wissenschaftlich zu belegen, ob Musik gezielt zur Leistungssteigerung und Motivationsförderung eingesetzt werden kann und welche Faktoren dabei über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Studien aus den Bereichen der Musikpsychologie, Neurobiologie und Sportwissenschaft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine anatomische und psychologische Fundierung der Musikwirkung sowie zwei spezifische Anwendungskapitel für die Bereiche Arbeit und Sport, inklusive einer kritischen Reflexion über moderne Technologien.
Wichtige Begriffe sind Musik, Motivation, Arbeitswelt, Leistungssport, Musikperzeption, Rhythmus und der Einfluss der Habituation auf die Musikwirkung.
Die Arbeit zeigt, dass "aufgezwungene" (fremdselektierte) Musik oft zu Reibungsverlusten führt, während selbstgewählte Musik eine individuell passende Stimulation bietet und somit deutlich effektiver zur Motivation beitragen kann.
Das mentale Training nutzt Musik als dissoziative Strategie, um bei monotonen und körperlich belastenden Ausdauerleistungen die Aufmerksamkeit bewusst von der Anstrengung abzulenken und so das Durchhaltevermögen zu stärken.
Die Habituation beschreibt die Gewöhnung des Menschen an die allgegenwärtige Musikbeschallung, was dazu führt, dass Musik zunehmend nur noch oberflächlich wahrgenommen wird und ihre ursprüngliche aktivierende Kraft verliert.
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