Bachelorarbeit, 2021
43 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Gescheiterte Säkularisierung
3 Der afghanische misogyne Islamismus
4 Afghanische Migration und Frauen
5 Diasporatheorien und Diskurse
5.1 Theorie der Aufrechterhaltung von Gruppenidentität
5.2 Die Orientierung zum Ursprungsland
6 Methoden
7 Diasporische Identitäten afghanischer Frauen in Deutschland. Wie definieren sie ihre Identität?
7.1 Flucht und Diasporadasein
7.2 In der Heimat vor der Flucht
7.3 Die Orientierung zum Ursprungsland
7.4 Von der Imaginierten zur neuen Heimat
7.5 Lebensentwürfe
7.6 Abschottung und Isolation in der Diaspora
7.7 Haben Sie eine Burka getragen?
8 Schlussbemerkung
9 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die Identitätsbildung junger afghanischer Frauen in der Diaspora in Deutschland vor dem Hintergrund ihrer Fluchterfahrungen und der Konfrontation mit westlichen säkularen Werten. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie diese Frauen ihre subjektive Identität zwischen kultureller Herkunft, dem patriarchalischen Erbe aus Afghanistan und den neuen Lebensbedingungen in Deutschland (neu) konstruieren und ob Traditionen diesen Veränderungsprozess behindern.
7.2 In der Heimat vor der Flucht
Diese allgemeinen Fragen sollten eine Art Momentaufnahme der Erinnerungen sein, an das Homeland, an die eigene Kindheit oder Jugend in der Heimat, an die Abstammungsfamilie, eventuell den gesellschaftlichen Status und Ethnie der Familie sowie an die Fluchtursachen. Diese Frauen stammen meistens aus gebildeter Familie und sind verschiedenen Alters nach Deutschland gekommen oder mit den Eltern geflüchtet.
Für Tawala erfolgte die Flucht bewusst und in ihrem erwachsenen Alter. Hier werden die ersten Einblicke in den traumatischen Hintergrund von diasporischen Menschen und die Risiken, die sie als berufstätige Frauen unter der Taliban-herrschaft in Kauf genommen haben, erfassbar. Tawala, die als Journalistin für einen bekannten Sender arbeitete, berichtet von ihrer langen und gefährlichen Flucht mit ihren Angehörigen:“ Als der Einfluss der Taliban auf unsere Redaktion stärker wurde, und es zu Anschlägen mit Toten in meinem Umfeld kam, habe ich mit meinem Mann Afghanistan verlassen. Ich bekam Drohungen von Taliban und drei meiner Kolleginnen kamen ums Leben. Andere Mitarbeiter wurden schwer verletzt. Da hatten wir keine andere Wahl, als die Koffer zu packen und zu fliehen. Wir fuhren zu dritt, da ich mein erstes Kind hatte. Zuerst flüchteten wir nach Pakistan, danach in den Iran, dann weiter in die Türkei, wo wir 2 Monate blieben, bis zur gefährlichen Überführung mit dem Boot nach Griechenland. Am schlimmsten war es an zwei Stationen unserer Flucht: einmal in Bulgarien, wo mein Mann verhaftet wurde und nach fünfzehn Tagen gegen Lösegeld und mit anwaltlicher Hilfe freigelassen wurde. Die zweite schwerste Phase war an der Grenze zwischen Serbien und Ungarn, wo wir 35 Tage buchstäblich auf der Straße ohne jegliche humanitäre Hilfe verbringen mussten .“
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische und politische Ausgangslage Afghanistans, geprägt durch Krieg und Unterdrückung von Frauen, und definiert das Forschungsziel, diasporische Identitäten afghanischer Frauen empirisch zu untersuchen.
2 Gescheiterte Säkularisierung: Das Kapitel analysiert die gescheiterten Versuche zur Modernisierung Afghanistans seit 1919, die am Widerstand konservativer Eliten und dem Festhalten an patriarchalischen Stammesstrukturen scheiterten.
3 Der afghanische misogyne Islamismus: Hier wird der Zusammenhang zwischen dem politischen Islam, dem Paschtunwali-Kodex und der systematischen Unterdrückung der Frau thematisiert, wobei Misogynie als zentrales Element der Weltanschauung der Taliban herausgearbeitet wird.
4 Afghanische Migration und Frauen: Dieses Kapitel behandelt die Fluchtursachen und Migrationsbewegungen afghanischer Frauen nach Deutschland, wobei der Wandel vom männlich dominierten Migrationsphänomen hin zu einer stärkeren Rolle der Frauen beleuchtet wird.
5 Diasporatheorien und Diskurse: Es werden theoretische Grundlagen des Diasporabegriffs erläutert, insbesondere Mechanismen der Gruppenidentität und die Orientierung zum Ursprungsland als identitätsstiftende Elemente.
6 Methoden: Beschreibung des explorativen, qualitativen Forschungsdesigns unter Anwendung narrativ-biografischer Interviews, um subjektive Lebenswelten der befragten Frauen zu erfassen.
7 Diasporische Identitäten afghanischer Frauen in Deutschland. Wie definieren sie ihre Identität?: Dieser Hauptteil analysiert die Interviews und untersucht, wie die Frauen Flucht, Identitätskonstruktion, Rollenverteilung und das Spannungsfeld zwischen Tradition und Freiheit in Deutschland erleben.
8 Schlussbemerkung: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse: Die Frauen streben mehrheitlich nach individueller Selbstverwirklichung in Deutschland, bewahren jedoch kulturelle Identitäten und Symbole, während eine physische Rückkehr nach Afghanistan in der aktuellen politischen Lage als unrealistisch eingestuft wird.
9 Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Dokumente.
Diasporische Identität, Afghanistan, Taliban, Flucht und Migration, Frauenrechte, Paschtunwali, Säkularisierung, Identitätsbildung, Qualitative Sozialforschung, Politische Bildung, Geschlechterrollen, Partizipation, Integration, Heimat, Narrativ-biografische Methode
Die Arbeit untersucht, wie junge afghanische Frauen, die nach Deutschland geflüchtet sind, ihre persönliche Identität in der Diaspora entwickeln und welche Rolle dabei ihr kulturelles Erbe und die Erfahrungen mit dem politischen System in Afghanistan spielen.
Zu den zentralen Themen gehören Fluchterfahrungen, der Einfluss des Paschtunwali-Kodex, die Rolle des politischen Islam, der Prozess der Integration in die deutsche Gesellschaft sowie die Konstruktion von Identität zwischen zwei Kulturen.
Das Ziel ist die Erstellung eines diasporischen Porträts auf Basis qualitativer Interviews, um zu verstehen, wie diese Frauen ihre Identität neu definieren und ob Traditionen sie an dieser Entfaltung hindern.
Die Autorin nutzt einen explorativen, qualitativen Ansatz und führt semistrukturierte, narrativ-biografische Interviews durch, um die subjektiven Weltkonstruktionen und Lebenswege der befragten Frauen zu erforschen.
Der Hauptteil analysiert die Erfahrungen der Frauen in Bezug auf Flucht, die Definition ihres Identitätsverständnisses, ihre Lebensentwürfe als Mütter in Deutschland sowie ihre Auseinandersetzung mit traditionellen religiösen Symbolen wie der Burka.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie diasporische Identität, afghanische Migration, Frauenemanzipation, Paschtunwali, Säkularisierung und qualitative Sozialforschung charakterisieren.
Nach den Ergebnissen der Arbeit spielt die Religion für die Mehrheit der befragten Frauen in der neuen Gestaltung ihres Lebens in Deutschland keine zentrale Rolle mehr; sie distanzieren sich von religiös begründeten Zwängen und Unterdrückung.
Die Mehrheit der Frauen kann sich aufgrund der aktuellen politischen Lage, der Wiederkehr der Taliban und der erlittenen Traumata keine tatsächliche Rückkehr in das Heimatland der Eltern vorstellen.
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