Bachelorarbeit, 2021
72 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung – Oder warum schreibe ich über dieses Thema?
II. Gemeinsame Wohnformen für Mütter, Väter und Kinder
2.1 Rechtliche Grundlagen
2.2 Arbeitsansatz in einem Mutter/Vater-Kind-Haus
III. Was macht Bindungen so wichtig?
3.1 Bindungstypen
3.1.1 Sichere Bindung
3.1.2 Unsicher-vermeidende Bindung
3.2 Die Reflexionsfunktion und die reflexive Kompetenz
IV. Mentalisierung – Die Fähigkeit mich und andere zu verstehen
4.1 Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit
4.2 Der Einfluss von Mentalisierung auf die Mutter-Kind-Bindung
4.3 Störung der Mentalisierungsfähigkeit und psychische Erkrankung
4.4 Möglichkeiten zur Erhöhung der Mentalisierungsfähigkeit
V. Fallbeispiele aus der Praxis Vorstellung, Auswertung und Zusammenhänge
5.1 Janine und Mirko
5.2 Catharina und Jolina
5.3 Jana und Timothey
5.4 Alemee und Saba
VI. Schlussbetrachtung
Diese Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Mentalisierungsfähigkeit von Eltern und der Qualität der Mutter-Kind-Bindung in stationären Wohneinrichtungen. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Grundlagen und praxisnaher Fallbeispiele aufzuzeigen, wie sich Mentalisierungsstörungen auf die Bindung auswirken und welche pädagogischen Interventionsmöglichkeiten bestehen, um eine sichere Bindungsentwicklung zu fördern.
3.1.2 Unsicher-vermeidende Bindung
Kinder dieses Bindungstyps haben ein ausgesprochen stark ausgeprägtes Explorationsverhalten. Ihr Bindungsverhalten ist jedoch kaum ausgeprägt. Das zeigt sich unter anderem darin, dass sie bei einer spontanen Trennung von ihrer Bezugsperson einfach weiterspielen und nicht mit Trauer darauf reagieren. Dieses Bindungsmuster trifft auf ca. 25% aller Kinder zu [vgl. Brisch, 2015, S. 40]. Ein unsicher-vermeidend gebundenes Kind ignoriert die Hauptbindungsperson in einer Trennungssituation. Es signalisiert nach außen, dass es die Trennung gar nicht wahrgenommen hat. Es scheint kein Problem damit zu haben. Das, was für Außenstehende und Nichtfachleute positiv aufgefasst werden könnte, führt bei dem Kind jedoch zu einem Dilemma. Es zeigt sich durch sein Verhalten pseudoselbstständig. Der Verlust der Bezugsperson führt jedoch auch bei unsicher-vermeidend gebundenen Kindern häufig zu Stress, der einen Anstieg des Stresshormons Cortisol verursacht und den Puls erhöht [vgl. Brisch, 2015, S. 4].
Anders als bei sicher gebundenen Kindern sinkt der Cortisolspiegel jedoch nicht mit der Rückkehr der Bindungsperson, sondern bleibt über einen längeren Zeit-raum konstant hoch [vgl. Brisch, 2015, S. 45]. Das Kind reagiert beim Rückkehren der Bindungsperson eher abweisend, schaut weg und zeigt keine Freude. Es möchte auch nicht auf den Arm genommen werden. Eher wendet es sich ab und vergrößert somit die Distanz. Brisch beschreibt, dass unsicher-vermeidend gebundene Kinder bereits bis zum Ende des ersten Lebensjahres erlernt haben, ihre Bindungssignale nicht mehr nach außen zu zeigen. Sie spielen ihren Bindungspersonen aktiv vor, dass sie keine Beruhigung oder Nähe benötigen. Dies widerspricht jedoch ihrem tatsächlichen Zu-stand, der von physiologischer Erregung und einem inneren Stresserleben geprägt ist [vgl. ebd.].
I. Einleitung – Oder warum schreibe ich über dieses Thema?: Hinführung zur Thematik der Bindung bei Müttern in schwierigen Lebenslagen und Formulierung der zentralen Fragestellung.
II. Gemeinsame Wohnformen für Mütter, Väter und Kinder: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Arbeitsansätze in speziellen Mutter-Kind-Einrichtungen.
III. Was macht Bindungen so wichtig?: Erläuterung der bindungstheoretischen Grundlagen und Vorstellung der vier zentralen Bindungstypen.
IV. Mentalisierung – Die Fähigkeit mich und andere zu verstehen: Definition des Mentalisierungskonzepts und dessen essenzielle Rolle für die Eltern-Kind-Beziehung.
V. Fallbeispiele aus der Praxis Vorstellung, Auswertung und Zusammenhänge: Konkrete Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf vier unterschiedliche Mutter-Kind-Paare aus dem Einrichtungsalltag.
VI. Schlussbetrachtung: Kritische Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Mentalisierungsförderung.
Mentalisierung, Bindungstheorie, Mutter-Kind-Bindung, Sozialpädagogik, Säuglingspflege, Bindungstypen, Marte Meo, SAFE®, STEEP™, psychische Erkrankung, transgenerationale Weitergabe, Kindeswohl, Resilienz, Eltern-Kind-Interaktion, Reflexionsfunktion.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Mentalisierungsfähigkeit von Eltern in schwierigen Lebenslagen und der Qualität der Bindung zu ihren Kindern in stationären Wohneinrichtungen.
Zentrale Themen sind die Bindungstheorie, die Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit, die Auswirkungen von Mentalisierungsstörungen sowie diverse präventive Interventionsprogramme.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit Mentalisierungsstörungen die Eltern-Kind-Bindung beeinflussen und welche Interventionsmöglichkeiten in diesem Kontext existieren.
Es handelt sich um eine deduktive Literaturarbeit, die existierende Theorien und Daten mit Fallbeispielen aus der beruflichen Praxis der Verfasserin verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Bindung und Mentalisierung sowie eine praktische Auswertung von Fallbeispielen, um die Auswirkungen fehlender Mentalisierung aufzuzeigen.
Die wichtigsten Begriffe sind Mentalisierung, Bindungstheorie, Mutter-Kind-Bindung, transgenerationale Weitergabe und präventive Programme wie Marte Meo.
Unverarbeitete Traumata der Eltern können dazu führen, dass diese Signale ihres Kindes falsch deuten oder als bedrohlich wahrnehmen, was das Kind in seiner sicheren Bindungsentwicklung erheblich beeinträchtigen kann.
Marte Meo dient als praktisches Instrument, um anhand von Videoanalysen die Interaktion zwischen Mutter und Kind zu stärken und das Bewusstsein für kindliche Signale zu schärfen.
Ja, die Arbeit legt dar, dass insbesondere psychische Störungen wie Borderline oder chronische Depressionen oft mit unsicher-desorganisierten Bindungsmustern korrelieren.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Eltern häufig erlernte Bindungsmuster aus der eigenen, oft dysfunktionalen Herkunftsfamilie unbewusst auf das eigene Kind übertragen.
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