Magisterarbeit, 2008
336 Seiten, Note: 1,0
1. Forschungsprozess
1.1 Einführende Bemerkung zur depressiven Erkrankung
1.2 Entstehung und Wandel des Forschungsinteresses, Entwicklung des Forschungsdesigns
1.3 Stand der Forschung im untersuchten Feld
1.4 Durchführung der Interviews
1.4.1 Vorüberlegungen und Entscheidungen betreffend der Informantengewinnung
1.4.2 Vorgespräch und Verlauf des Interviews
2. Methodische und theoretische Überlegungen und Konzepte
2.1 Was bringt autobiographisch- narratives Interview hervor?
2.2 Technik des autobiographisch-narrativen Interviews
2.2.1 Gliederung des autobiographisch-narrativen Interviews
2.2.2 Schritte der Textanalyse
2.3 Das Konzept der Verlaufskurve
3. Fallstudie: Susanne Bräuer
3.1 Strukturelle Beschreibung
3.2 Biographische Gesamtformung
3.3 Biographische Arbeit: Theoretische Verarbeitung und handlungsschematische Bearbeitung der Verlaufskurve
Das Hauptziel der vorliegenden Magisterarbeit ist die biographieanalytische Untersuchung von Erleidensprozessen psychiatrischer Patienten, mit einem spezifischen Fokus auf die depressive Erkrankung. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie betroffene Personen ihren Alltag und ihre Handlungsineffizienz erleben, welche Rolle die stationäre Therapie spielt und inwiefern der Klinikaufenthalt zu einem biographischen Wendepunkt werden kann.
1.1 Einführende Bemerkung zur depressiven Erkrankung
Bei der vorliegenden soziologischen Studie handelt es sich um eine biographieanalytische Untersuchung zum Thema der psychischen Erkrankung auf der Grundlage narrativer Interviews. Mein Interesse an dem Entwickeln einer Forschungsarbeit zum Thema der psychischen Erkrankung, im Speziellen zu der depressiven Erkrankung, entstand während meiner Arbeit in einer psychiatrischen Klinik, in der ich für ungefähr drei Monate als Praktikantin auf der Depressionsstation angestellt war. Bevor ich genauer auf mein Forschungsvorhaben und den Forschungsprozess eingehe, seien zunächst erst einmal ein paar Informationen zu der psychischen Krankheit Depression gegeben:
Was Statistiken betrifft, so unterscheiden sich die Angaben – um einige Beispiele zu nennen: CHICHA (’03) zufolge gehört die Depression zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung. Es würde geschätzt, dass etwa jeder Fünfte im Laufe seines Lebens an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. (S. 3) PLENDL (’06) gibt an, dass in Deutschland circa acht Prozent der Bevölkerung, also ungefähr 6,5 Millionen Menschen, an einer depressiven Erkrankung leiden (S. 5). RUDOLF u.a. (’06) ist zu entnehmen, dass von den Personen, die in Deutschland eine Allgemeinarztpraxis aufsuchen, circa zwölf Prozent an einer depressiven Störung leiden (S. B1503). Generell ist jedoch davon auszugehen, dass Frauen doppelt so häufig wie Männer betroffen sind (PLENDL ’06; S. 10 und RUDOLF u.a. ’06; S. B1503), wobei der Zeitpunkt der ersten Erkrankung bei 50 Prozent der Betroffenen vor dem 32. Lebensjahr liegt (RUDOLF ’06; S. B1503).
Was ein weitläufiges Problem darstellt, ist, dass das Vorliegen einer psychischen Erkrankung häufig lange unbemerkt bleibt. RUDOLF u.a. (’06) zufolge trifft dies auf ein Viertel der Betroffenen zu, die aufgrund ihrer Beschwerden einen Allgemeinmediziner aufsuchen (S. B1503). Ursachen für die geringe Erkennungsrate sind insbesondere, dass die Patienten die depressive Symptomatik nicht ansprechen, allein deshalb, weil sie sie selbst nicht erkennen und dass die Beschwerden, die geäußert werden, vom behandelnden Arzt als durch andere medizinische Störungen ausreichend begründet gesehen werden. (RUDOLF u.a. ’06; S. B1504).
1. Forschungsprozess: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Forschungsinteresses während eines Klinikpraktikums, die Auswahlkriterien für Informanten und die methodische Herangehensweise an die Datenerhebung.
2. Methodische und theoretische Überlegungen und Konzepte: Hier werden die theoretischen Grundlagen des autobiographisch-narrativen Interviews sowie das Konzept der Verlaufskurve nach Schütze ausführlich dargelegt und deren Eignung für die Analyse biographischer Erleidensprozesse begründet.
3. Fallstudie: Susanne Bräuer: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten strukturellen Beschreibung, der biographischen Gesamtformung und der Analyse der theoretischen sowie handlungsschematischen Verarbeitung von Frau Bräuers Lebensgeschichte.
4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Biographieanalyse, Depression, narratives Interview, Verlaufskurve, Orientierungszusammenbruch, Handlungskompetenz, Erleidensprozess, Psychische Erkrankung, Alltagsbewältigung, Identitätswandlung, Fallstudie, Psychiatrie, Biographische Arbeit, Qualitative Sozialforschung, Lebensführung.
Die Arbeit ist eine biographieanalytische Untersuchung, die sich mit dem Erleben und der Verarbeitung psychischer Krankheiten, insbesondere der Depression, auf Basis von narrativen Interviews auseinandersetzt.
Zentrale Themen sind der Verlust der Handlungskompetenz bei depressiven Erkrankungen, die Auswirkungen auf die Lebensführung und die Bedeutung therapeutischer Interventionen für die biographische Restabilisierung.
Das primäre Ziel ist es, typische Strukturen des Erleidens und des Umgangs mit Depressionen in Biographien aufzudecken, ausgehend von der Erfahrung des Orientierungszusammenbruchs bis hin zur therapeutischen Aufarbeitung.
Die Autorin nutzt das autobiographisch-narrative Interview nach dem methodischen Ansatz von Schütze, um subjektive Wirklichkeiten und biographische Prozessstrukturen zu rekonstruieren.
Im Hauptteil wird eine tiefgehende Fallstudie der Informantin „Susanne Bräuer“ präsentiert, die ihre Lebensgeschichte, ihre Erkrankung, den Zusammenbruch des Alltags und den therapeutischen Prozess chronologisch und analytisch aufarbeitet.
Die wichtigsten Schlagworte sind Biographieanalyse, Depression, Verlaufskurve, Orientierungszusammenbruch, Identitätswandlung und qualitative Sozialforschung.
Frau Bräuer ist ein besonders reichhaltiger Fall, da ihre Biographie tiefgreifende Erleidensprozesse und einen totalen Zusammenbruch der Alltagsbewältigung widerspiegelt, was sie zu einer idealen Probandin für die Analyse von „Verlaufskurven“ macht.
Das Konzept hilft zu erklären, wie betroffene Menschen die Kontrolle über ihr Leben an fremdbestimmte, krankheitsbedingte Prozesse verlieren und wie sie versuchen, durch biographische Arbeit wieder eine neue Handlungsstruktur zu finden.
Die Analyse verdeutlicht, dass die Interaktion mit dem sozialen Umfeld – insbesondere dem Ehemann und den Kindern – maßgeblich dazu beiträgt, ob sich der Zustand stabilisiert oder weiter verschlechtert, was die psychische Belastung der Betroffenen unmittelbar beeinflusst.
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