Magisterarbeit, 2008
91 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Quellenlage
3. Roms frühere Begegnungen mit Germanen
3.1 Kimbern und Teutonen
3.2 Caesars Begegnungen mit Germanen
4. Frühe augusteische Germanienpolitik
4.1 Agrippa am Rhein
4.2 Die Beurteilung der clades Lolliana in den Quellen und in der modernen Forschung
4.3 Die Feldzüge des Drusus in den Jahren 12 bis 9 v. Chr.
5. Die Weiterführung der Germanienpolitik durch Tiberius
5.1 Germanienoperationen bis zum Römisch - Germanischen Krieg
5.2 Der Römisch - Germanische Krieg von 9 bis 16 n. Chr.
5.2.1 Die Bedeutung der clades Variana in den Quellen und in der modernen Forschung
5.2.2 Römische Germanienpolitik zwischen 9 und 16n. Chr.
5.2.3 Die Gründe und die Deutung der Abberufung des Germanicus durch Tiberius in der modernen Forschung
6. Fazit: Imperialismus - Problematischer Umgang mit einem modernen Begriff
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die Beziehungen Roms zu den germanischen Stämmen während der augusteischen und tiberischen Herrschaft. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwiefern die römische Germanienpolitik als imperialistisch zu charakterisieren ist.
3.1 Kimbern und Teutonen
Die erste ernsthafte römisch-germanische Begegnung fand am Ende des zweiten Jahrhunderts v. Chr. statt, als die Kimbern, die, wie Poseidonios zu berichten weiß, Räuber gewesen seien, ihre Wohnsitze verließen und einen Kriegszug bis zum Asowschen Meer unternommen hätten. Die eigentliche Heimat der Kimbern läßt sich nicht mit Sicherheit festlegen, die überlieferten Quellen weichen voneinander ab. Strabons Berichten zufolge wohnten die nördlichen Germanen am Ozean, die bekanntesten Stämme, also die Sugambrer und die Kimbern hätten von den Rheinmündungen bis an die Elbe gesiedelt. Tacitus beschreibt die Heimat der Kimbern als Halbinseln, die dem Ozean am nächsten liegen, eundem Germaniae sinum proximi Oceano Cimbri tenent, und lobt gleichzeitig in Kenntnis der Vergangenheit den Stamm als parva nunc civitas sed gloria ingens.
Ptolemaios erwähnt in seiner Geographia eine Kimbrische Halbinsel, die am Ozean liegt und von unterschiedlichen Stämmen entlang der Elbe bewohnt wird. Die Kimbern bewohnen nach Ptolemaios den nördlichsten Teil der Halbinsel. Diese Kimberninsel wird mit Jütland identifiziert. Einerseits aufgrund von einer Projektion augusteischer Überlieferungen auf eine moderne Karte über das Vordringen der römischen Flotte, die auf ihren Expeditionen auf Kimbern gestoßen sei, andererseits sei der Zusammenhang zwischen dem Kimbernnamen und dem dänischen Landschaftsnamen Himbersyssæl immer noch unwiderlegt, so Timpe.
Ob nun die räuberische Veranlagung allein oder doch die alljährliche Flut, wie Poseidonios vermutet hatte, zu den Beweggründen der Auswanderung gezählt werden können, ist nicht mehr mit Sicherheit festzustellen. Da die Meeresküste damals nicht durch Deiche gesichert wurde, vermutete Koestermann die Auswanderung der Kimbern als Folge einer besonders schweren Flutkatastrophe.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die römische Germanienpolitik des frühen Prinzipats ein und definiert den problematischen Begriff „Germanen“ sowie das Ziel der Untersuchung.
2. Quellenlage: Es werden die für das Verständnis der römisch-germanischen Beziehungen maßgeblichen antiken Quellen und deren unterschiedliche Glaubwürdigkeit und Motivationen erörtert.
3. Roms frühere Begegnungen mit Germanen: Dieses Kapitel behandelt die historischen Vorläufer, insbesondere die Züge der Kimbern und Teutonen sowie die durch Caesar geprägte Epoche der Gallienpolitik.
4. Frühe augusteische Germanienpolitik: Der Fokus liegt auf den Maßnahmen Agrippas zur Grenzsicherung und den Feldzügen des Drusus, die eine neue Phase der Offensive einleiteten.
5. Die Weiterführung der Germanienpolitik durch Tiberius: Das Kapitel analysiert die Fortführung der Politik durch Tiberius und die einschneidende Bedeutung des Römisch-Germanischen Krieges.
6. Fazit: Imperialismus - Problematischer Umgang mit einem modernen Begriff: Abschließend wird kritisch reflektiert, ob der moderne Begriff „Imperialismus“ auf die antiken Expansionsbestrebungen Roms angewendet werden kann.
Römischer Imperialismus, Germanienpolitik, Prinzipat, Augustus, Tiberius, Drusus, Germanicus, Arminius, Varusschlacht, Kimbern, Teutonen, Tacitus, antike Geschichtsschreibung, Grenzsicherung, Expansionspolitik.
Die Arbeit untersucht die römische Germanienpolitik unter augusteischer und tiberischer Herrschaft und analysiert, ob diese als imperialistisch einzustufen ist.
Die Themen umfassen die militärischen Feldzüge, die Grenzsicherung am Rhein, die Rolle prominenter Feldherren sowie die kritische Auseinandersetzung mit der antiken Quellenlage.
Das Ziel ist es, die Beziehungen zwischen Rom und germanischen Stämmen darzustellen und den Versuch zu unternehmen, die römische Politik auf ihre imperialistischen Tendenzen hin zu prüfen.
Die Arbeit folgt einem chronologischen Aufbau und stützt sich auf eine tiefgehende Analyse und Interpretation antiker Quellen sowie deren moderne wissenschaftliche Beurteilung.
Der Hauptteil deckt den Zeitraum von den frühen Begegnungen mit Kimbern und Teutonen über die augusteische Ära und den Feldzügen des Drusus bis hin zum Römisch-Germanischen Krieg unter Tiberius und Germanicus ab.
Zu den prägenden Begriffen zählen Römischer Imperialismus, Germanienpolitik, das frühe Prinzipat, die Varusschlacht sowie zentrale historische Akteure wie Arminius und Tiberius.
Die Clades Lolliana wird als Wendemarke analysiert, die Augustus dazu veranlasste, die defensive Strategie der Grenzsicherung zu überdenken und durch eine aktivere militärische Offensive zu ersetzen.
Die Arbeit stellt verschiedene Forschungsmeinungen gegenüber, von persönlichen Motiven wie Neid des Tiberius bis hin zu sachlich-politischen Analysen über die Kosten und das Risikopotential der Feldzüge des Germanicus.
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