Diplomarbeit, 2003
118 Seiten, Note: Sehr Gut
Einleitung
1 Allgemeine Situation
1.1 Was ist ein Kindersoldat? – Über das Zusatzprotokoll zur UN Kinderrechtskonvention
1.2 Internationale Konventionen – Ein Überblick
2 Die Situation der Kinder im Krieg
2.1 Rekrutierung von Kindersoldaten
2.2 Flucht und Trennung
2.2.1 Die Bedeutung von Flucht für Kinder
2.3 Sexuelle Ausbeutung
3 Der illegale Handel mit Waffen
3.1 Kleinwaffen für kleine Hände – die Folgen für Kinder
3.2 Landminen – ihre spezielle Bedrohung für Kinder
4 Auswirkungen von kriegsbedingten Erlebnissen
4.1 Physische Auswirkungen
4.1.1 Gesundheit
4.1.2 Ernährung
4.2 Psychische Auswirkungen
4.2.1 Allgemeine Definition von Trauma
4.2.2 Posttraumatische Belastungsstörung
4.2.3 Traumatische Reaktionen bei Kindern
4.2.4 Posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern
4.2.5 Hilfe für traumatisierte Kinder
4.3 Psychosoziale Auswirkungen
5 Möglichkeiten der psychosozialen Hilfe
5.1 Demobilisierung, Rehabilitation und soziale Reintegration
5.1.1 Demobilisierung
5.1.2 Rehabilitation und Reintegration
5.1.3 Familienzusammenführung
5.2 Ökonomische Überlegungen
5.3 Erziehung und Berufsausbildung
6 Institutionen – SOS-Kinderdorf
6.1 Ziele und Grundsätze
6.1.1 SOS-Kinderdorf – Sozialpädagogische Intervention
6.1.2 Allgemeinpädagogische Prinzipien
6.2 SOS-Kinderdorf Clearing-house (Salzburg)
7 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifenden physischen, psychischen und psychosozialen Auswirkungen kriegsbedingter Erlebnisse auf Kinder und Jugendliche, insbesondere am Beispiel von Kindersoldaten und Flüchtlingskindern in der sogenannten „Dritten Welt“. Ziel ist es, die komplexen Problemlagen aufzuzeigen und Ansätze für psychosoziale Hilfsmaßnahmen sowie die Bedeutung von Institutionen wie dem SOS-Kinderdorf für die soziale Reintegration zu analysieren.
3 Der illegale Handel mit Waffen
In ihrer Doppelrolle als Opfer und Akteure zugleich kommt Kindern, bzw. Kindersoldaten, im Krieg eine besondere Bedeutung zu, was den illegalen Handel mit Waffen, und hier vor allem den mit Kleinwaffen, betrifft. Der Grund hierfür ist eine deutlich veränderte Art der Kriegsführung, die andere Ziele verfolgt und andere Strategien anwendet.
In den nun vorherrschenden Bürgerkriegen und innerstaatlichen Konflikten geht es um die knappen Ressourcen, um Machtverteilung oder Sicherung von reichen Bodenschätzen des jeweiligen Landes. Die involvierten Streitkräfte setzen sich aus paramilitärischen Verbänden, plündernden Banditen und organisierten Kriminellen zusammen, und hierbei sind Kleinwaffen ein wichtiges Instrument. Die Waffen sind auf dem Schwarzmarkt leicht und spottbillig zu erwerben und an jedem Krisenherd der Welt in großer Zahl zu finden. Das hat seine Gründe: während große Waffen unbrauchbar gemacht werden, wenn es keine Abnehmer gibt, werden militärische Ausrüstungen und Kleinwaffen als Restposten zu Schleuderpreisen abgegeben. Kleinwaffen sind in der Regel leicht und sehr günstig, das fördert ihre Verbreitung und macht sie zur idealen Ware für den illegalen Handel.
Unter dem Begriff „Kleinwaffen“ fallen Revolver, Gewehre, Maschinenpistolen, aber auch schwere Maschinenpistolen, Handgranaten, Granatwerfer, tragbare Luftabwehrraketen, Landminen, Munition und sonstige Explosivkörper. Kleinwaffen können von jedem transportiert und eingesetzt werden. Aufgrund der rapiden technischen Entwicklung in der Waffenindustrie werden die Waffen immer kleiner, immer handlicher, immer präziser und ihre Wirkung umso tödlicher. Diese Art von Waffen zeichnet sich vor allem durch ihre Robustheit aus und muss daher kaum gewartet werden. Weitere Vorteile liegen in ihrer leichten Transportmöglichkeit und in der Einfachheit sie zu bedienen. Kleinwaffen können unbemerkt an ihren Einsatzort gebracht werden, und eine komplizierte Einweisung in ihre Benutzung ist nicht notwendig.
Einleitung: Einführung in die Thematik der Kindersoldaten und der negativen Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen für die Entwicklung von Kindern.
1 Allgemeine Situation: Analyse der Lebensumstände von Minderjährigen in Krisengebieten und kritische Auseinandersetzung mit der Begriffsdefinition „Kindersoldat“ sowie internationalen Konventionen.
2 Die Situation der Kinder im Krieg: Beleuchtung der verschiedenen Gefahren wie Rekrutierung, Flucht, Trennung von Bezugspersonen und Ausbeutung in kriegerischen Konflikten.
3 Der illegale Handel mit Waffen: Untersuchung des Einflusses von Kleinwaffen und Landminen als spezifische Bedrohung und Werkzeug zur Destabilisierung des Kindeswohls.
4 Auswirkungen von kriegsbedingten Erlebnissen: Detaillierte Darstellung der physischen Schäden, psychischen Traumata und psychosozialen Beeinträchtigungen durch den Krieg.
5 Möglichkeiten der psychosozialen Hilfe: Erörterung von Hilfsansätzen, inklusive Demobilisierung, sozialer Reintegration und der Bedeutung von Bildung und ökonomischer Unterstützung.
6 Institutionen – SOS-Kinderdorf: Vorstellung der Arbeit des SOS-Kinderdorfes und der Clearing-Stellen als Beispiele für familienähnliche Betreuungsmodelle zur Rehabilitation.
7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Notwendigkeit koordinierter, interdisziplinärer Hilfsmaßnahmen zur Sicherung einer Zukunft für kriegsgeschädigte Kinder und Jugendliche.
Kindersoldaten, Krieg, Flucht, Sozialisierungsstörungen, Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, Reintegration, SOS-Kinderdorf, Clearing-house, Kleinwaffen, Landminen, humanitäre Hilfe, Kinderrechte, psychosoziale Betreuung, Entwicklungsstörungen.
Die Arbeit befasst sich mit den weitreichenden sozialen und psychischen Folgen von Krieg und Flucht für Kinder und Jugendliche, insbesondere bei ehemaligen Kindersoldaten.
Im Zentrum stehen die Bedingungen, die zur Rekrutierung von Kindern führen, die physische und psychische Gefährdung durch Waffen (Kleinwaffen/Landminen) sowie Möglichkeiten der Rehabilitation.
Das Hauptziel ist es, die Komplexität der Problemlagen darzustellen und aufzuzeigen, wie durch institutionelle Unterstützung die Reintegration in ein ziviles Leben gelingen kann.
Die Autorin nutzt eine kritisch-hermeneutische Methode, um Fachliteratur, Berichte von Hilfsorganisationen und internationale Konventionen zu vergleichen und in einen interpretativen Zusammenhang zu bringen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kriegsereignisse, die Darstellung der physischen, psychischen und psychosozialen Folgen sowie die Vorstellung von konkreten Hilfsprogrammen.
Die zentralen Begriffe sind Kindersoldaten, Traumatisierung, soziale Reintegration, Kinderrechte und interdisziplinäre Hilfe.
Es dient als konzeptionelles Modell, um durch Struktur, Kommunikation, Spiel und familiäre Unterstützung kriegstraumatisierten Kindern wieder ein Gefühl von Sicherheit und Normalität zu vermitteln.
Diese Stellen dienen als Pilotprojekte für die Erstunterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, um deren individuelle Bedürfnisse zu analysieren und den Weg in eine langfristige Betreuung oder Reintegration zu ebnen.
Sie zeichnet sich durch einen multiprofessionellen, interdisziplinären Ansatz aus, der sowohl therapeutische Maßnahmen als auch pädagogische Alltagsgestaltung und Unterstützung bei Asylverfahren bündelt.
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