Examensarbeit, 2008
61 Seiten, Note: Befriedigend
1. Einleitung
2. Migration
2.1 Begriffserklärung „Migration“
2.2 Geschichte der Migration aus der Türkei
2.3 Begriffserklärung „Jugendliche Personen mit Migrationshintergrund“
3. Lebenssituation von Jungen und Mädchen mit türkischem Migrationshintergrund
3.1. Konfrontation mit alltäglichem Rassismus
3.2 Das familiäre Zusammenleben
3.2.1 Elterliche Erziehungsgrundsätze
3.2.2 Geschlechtsspezifische Erziehung
3.2.3 Religiöse Erziehung
3.3 Die Schulsituation von Mädchen und Jungen mit türkischem Migrationshintergrund
3.4 Familiäre Unterstützung während der Ausbildung
3.4.2 Hilfe bei der beruflichen Orientierung
4. Wünsche und Orientierung von Mädchen und Jungen mit türkischem Migrationshintergrund
4.1 Wünsche im Hinblick auf die Wohnsituation und Freizeitgestaltung
4.2 Integrationswünsche
4.3 Formen religiöser Orientierung
Die Arbeit untersucht die Lebensrealität, die sozialen Orientierungen sowie die Wünsche von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Differenzierungen und der Bedeutung religiöser Wertvorstellungen.
3.1. Konfrontation mit alltäglichem Rassismus
Laut Barbara Schramkowski versteht man unter Altgasrassismus in erster Linie die alltägliche Erfahrung von Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, aufgrund der ihnen zugeschriebenen Andersartigkeit strukturell wie institutionell diskriminiert zu werden. Die Autorin weist in diesem Kontext auf die Wichtigkeit hin, die dem Attribut „alltäglich“ zukommt. Spricht man von Rassismus, würden unter diesem Begriff hauptsächlich gewalttätige, ausschließlich offene Übergriffe gegenüber Individuen mit Migrationshintergrund gefasst. Daher würden alltägliche, oftmals unterschwellige Ausgrenzungserfahrungen durch Angehörige der Mehrheitsgesellschaft in ihrer diskriminierenden Dimension nicht berücksichtigt. – Genaue diese Diskriminierungserfahrungen würden aber im Leben vieler Personen mit Migrationshintergrund eine enorme Relevanz einnehmen.
Die rassistischen Handlungs- und Denkmuster von Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft, die im Alltag vorkommen, beruhen – so Schramkowski – auf uneindeutigen, mit ethnischen Zugehörigkeiten gekoppelten Ideen darüber, wer als „deutsch“ und damit als ein Mitglied der Aufnahmegesellschaft Akzeptanz findet. Anhand dessen ließen sich Definitionen von Andersartigkeit und manchmal auch von bestimmten individuellen Eigenarten miteinander kombinieren, die man nicht als „deutsch“ beschreibt. Demnach seien die Alltagsrassismen als Stolpersteine für den Prozess der Integration zu betrachten. Diese im Alltag erfahrenen Rassismen würden bei der Vergrößerung der sozialen Distanz zwischen den Mitgliedern der Majoritätsgesellschaft und Migranten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Debatte über Migration und den Bedarf an Forschung, die die individuelle Lebensrealität der größten Migrantengruppe in Deutschland – türkischstämmige Menschen – in den Fokus rückt.
2. Migration: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Migration, skizziert die historische Entwicklung der türkischen Arbeitsmigration nach Deutschland seit den 1960er Jahren und erläutert den Begriff des Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
3. Lebenssituation von Jungen und Mädchen mit türkischem Migrationshintergrund: Dieser Hauptteil analysiert Erfahrungen mit Alltagsrassismus, familiäre Erziehungsstrukturen, die schulische Situation sowie die elterliche Unterstützung während der Ausbildung.
4. Wünsche und Orientierung von Mädchen und Jungen mit türkischem Migrationshintergrund: Das Kapitel befasst sich mit den Wünschen der Jugendlichen hinsichtlich Wohnumfeld und Freizeit, ihren Vorstellungen von gelungener Integration sowie den vielfältigen Formen religiöser Orientierung.
Migration, Türkischer Migrationshintergrund, Alltagsrassismus, Familiäre Erziehung, Ehrenhaftigkeit, Zusammengehörigkeit, Bildungsbeteiligung, Ausbildungsmarkt, Integration, Religiöse Orientierung, Identität, Geschlechtsspezifische Erziehung, Lebenssituation, Diaspora, Islam.
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation, den Orientierungen und den Wünschen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit türkischem Migrationshintergrund in der deutschen Gesellschaft.
Die zentralen Felder umfassen die Migrationsgeschichte, Erfahrungen mit Alltagsrassismus, die familiäre Sozialisation, die schulische und berufliche Ausbildungssituation sowie die Bedeutung von Religion und Integrationswünschen.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität im Leben der jungen Menschen aufzuzeigen und ein differenziertes Bild ihrer Lebensrealität zu zeichnen, das über mediale Stereotypen hinausgeht.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und stützt sich dabei auf zahlreiche empirische Studien und Forschungsberichte zur Situation von Migrantinnen und Migranten in Deutschland.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sozialen Lebensbedingungen, wie die Konfrontation mit Rassismus und das familiäre Zusammenleben, sowie eine detaillierte Auswertung der Bildungs- und Ausbildungssituation anhand statistischer Daten.
Die wesentlichen Begriffe sind Migration, türkischer Migrationshintergrund, Erziehung, Integration, Alltagsrassismus, Bildungschancen und religiöse Alltagspraxis.
Das Ideal der Ehrenhaftigkeit ist zentral für das Verhältnis zwischen den Geschlechtern sowie für die soziale Kontrolle innerhalb der Familie, wobei der Mann die Verantwortung für das Verhalten seiner weiblichen Familienmitglieder trägt.
Klinkermann stellt fest, dass die jungen Musliminnen zwischen einem "wahren Islam" und einer traditionell geprägten "Fremdinterpretation" differenzieren, um sich von den Eltern zu emanzipieren, ohne die familiären Bande vollständig zu lösen.
Institutionelle Berufsberatung nimmt bei der Orientierung der Mädchen eine eher untergeordnete Rolle ein; sie verlassen sich bei der Berufswahl primär auf Eltern, Geschwister und das soziale Umfeld.
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