Bachelorarbeit, 2021
39 Seiten, Note: 2.7
1. Einleitung
2. Mentale Störung im Spielfilm
2.1 Einfluss der Darstellung im Film
2.2 Grenzen der Darstellung im Film
2.3 Filmbeispiel: A Beautiful Mind
3. Batman und Joker: Die Entstehung
3.1 Die Faszination um den Joker
4. Filmanalyse Joker(2019)
4.1 Figurenanalyse
4.2 Arthur Fleck
5. Die Hauptaussagen des Films
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Darstellung psychischer Störungen im Film am Beispiel von Todd Phillips' „Joker“ (2019). Ziel ist es zu analysieren, wie der Film die Transformation einer bemitleidenswerten Figur in einen Mörder inszeniert, die Rolle des Mediums Film bei der Vermittlung psychischer Krankheiten zu hinterfragen und die moralische Ambivalenz des Publikums im Umgang mit dieser tragischen Figur zu beleuchten.
4.2 Arthur Fleck
Die Figuren eines Films werden unterschieden in „Haupt- und Nebenfiguren, wobei der Protagonist bzw. die Protagonistin zentrale Wichtigkeit beansprucht.“ Der Protagonist ist die zentrale Gestalt, die Schlüsselfigur und das Wahrnehmungszentrum, so auch im Film „Joker“, in dem Arthur Fleck die zentrale Figur ist. Während der 122 Minuten des Films ist er in jeder Szene zu sehen und die Zuschauer erleben den Film aus seiner Perspektive. Die Nebenfiguren des Films sind eher Impulsgeber für sein Handeln oder seine Fantasien und Wunschvorstellungen. Deshalb konzentriert sich die Figurenanalyse ausschließlich auf Arthur Fleck.
Zu unterscheiden sind drei verschiedene Charakterisierungen. „Die Selbstcharakterisierung: Jede Figur charakterisiert sich als die, die sie ist oder zu sein vorgibt, durch ihr Reden, ihr Handeln, ihre Mimik, Gestik, Stimme, ihre Sprache, ihre Kleidung usw.“ Die Hauptfigur Arthur Fleck nimmt eine Selbstcharakterisierung vor.
Bei einer Fremdcharakterisierung hingegen wird eine Figur von einer anderen Figur vorgestellt und bewertet.
Bei einer Erzählcharakterisierung zuletzt kann eine Figur „durch zahlreiche Bauformen des Erzählens charakterisiert werden, etwa durch die Einstellungsgröße oder die Einstellungsperspektive, durch die Musik, die Beleuchtung und andere Stilmittel.“
Arthur Fleck ist eine mehrdimensionale Figur, ein ,round’ Charakter. Das heißt, dass die Figur Komplexität besitzt. „Die Liste der Eigenschaften und Merkmale ist vergleichsweise lang, gekennzeichnet von großer Vielfalt und durchaus auch von Gegensätzen und Widersprüchen, die eine Figur erst wirklich lebendig erscheinen lassen“. Was der Joker in diesem Film erlebt und was ihn zu einem ,round’ Charakter macht, ist „eine persönlichkeitsmäßige Veränderung“. Arthur Fleck ist gegen Ende des Films nicht länger die Person, die er zu Beginn war.
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz und Kontroverse um den Film „Joker“ sowie Formulierung der Forschungsfragen zur Darstellung psychischer Störungen.
2. Mentale Störung im Spielfilm: Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen des Mediums Film bei der Darstellung psychischer Erkrankungen und deren Wirkung auf den Zuschauer.
3. Batman und Joker: Die Entstehung: Historische Einordnung der Entwicklung der Comicfiguren Batman und Joker und Analyse ihrer gegensätzlichen Rollen.
4. Filmanalyse Joker(2019): Detaillierte Untersuchung des Films, insbesondere die Analyse des Protagonisten Arthur Fleck und seiner Transformation.
5. Die Hauptaussagen des Films: Diskussion der gesellschaftlichen Rezeption, der Gewaltdebatte und der Hintergründe für das kontroverse Echo des Films.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Transformation Arthur Flecks als Charakterstudie und Reflexion über die gesellschaftliche Bedeutung des Films als Spiegel.
Joker, Arthur Fleck, psychische Störung, Filmanalyse, Spielfilm, Empathie, Transformation, Gesellschaft, Batman, Darstellung, Medien, Trauma, Gewalt, Identität, Psychologie.
Die Arbeit analysiert die filmische Darstellung von psychischen Störungen anhand des Films „Joker“ (2019) und untersucht, wie der Film den Zuschauer zur Empathie mit einem Mörder führt.
Zentrale Felder sind die filmtheoretische Darstellung psychischer Krankheiten, die Entwicklungsgeschichte der Joker-Figur sowie die Analyse von Arthur Flecks Transformation unter dem Einfluss gesellschaftlicher Bedingungen.
Die Arbeit möchte klären, ob der Joker eine Verherrlichung von Mördern darstellt oder einen gesellschaftlichen Spiegel bietet, der psychische Erkrankungen und soziale Ausgrenzung thematisiert.
Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse angewandt, die Figurenanalyse, psychologische Einordnungen sowie medienwissenschaftliche Aspekte (wie Framing) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Darstellung psychischer Störungen im Film, eine historische Analyse der Figuren Batman und Joker und eine spezifische Filmanalyse von „Joker“ (2019).
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Joker, Arthur Fleck, psychische Störung, Filmanalyse, Transformation, Empathie und gesellschaftliche Randgruppen.
Der Film nutzt bewusst unzuverlässige Erzählmomente, etwa durch halluzinierte Beziehungen oder Tagträume, um den Zuschauer über den Status der Ereignisse im Unklaren zu lassen und Arthurs psychischen Zustand erlebbar zu machen.
Der Tanz markiert die endgültige Transformation Arthurs in den Joker und symbolisiert für ihn Freiheit, Macht und Identität, womit die Treppenszene den Titelcharakter maßgeblich definiert.
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