Bachelorarbeit, 2019
34 Seiten
1. Einleitung
2. Auswahl von Kinder- und Jugendliteratur
2.1 Literarische Wertung
2.2 Literarische Wertung im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur
2.3 Kriterien für die Auswahl guter Kinder- und Jugendliteratur
3. Zwei ausgewählte Kriterien
3.1 Definition Figurendarstellung
3.2 Definition Bildlichkeit
4. Ausgewählte Bücher für gute Kinder- und Jugendbücher
4.1 Der Jugendroman Tanz der Tiefseequalle von Stefanie Höfler
4.1.1. Kriterium der Figurendarstellung
4.1.2 Kriterium der Bildlichkeit
4.2 Der Roman GIPS oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte von Anna Woltz
4.2.1 Kriterium der Figurendarstellung
4.2.2 Kriterium der Bildlichkeit
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bewertungskriterien für Kinder- und Jugendliteratur im historischen Wandel und fokussiert dabei auf die Analyse der Kriterien "Figurendarstellung" und "Bildlichkeit" in zwei aktuellen Jugendromanen, um deren Eignung als hochwertige Literatur zu beurteilen.
4.1.1. Kriterium der Figurendarstellung
Die Hauptfiguren in dem Roman „Tanz der Tiefseequalle“ sind die zwei Jugendlichen Sera und Niko, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Sie gehen zusammen in eine Klasse. Sera, Marko und Melinda bilden eine Clique. Sera ist sehr beliebt und selbstbewusst im Gegensatz zu Niko, der übergewichtig ist und deshalb ständig in der Klasse von Seras Freunden gedemütigt wird und somit in der Klasse der Außenseiter ist. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Niko und Sera von einem Ich-Erzähler erzählt. Das Besondere daran ist, dass, wenn ein Thema aus der Sicht von Sera aufgegriffen wird, anschließend der Leser aus der Perspektive von Niko die gleiche Situation geschildert bekommt.
Aus Seras Perspektive wird eine Situation beispielsweise wie folgt erzählt: „Marko glotzt komisch, Niko nimmt Anlauf und macht eine Arschbombe, total überraschend. Marko schluckt echt viel Wasser und ich muss lachen.“ (Höfler 2017: 29) Mit der Aussage ist das Kapitel beendet. Das nächste Kapitel knüpft direkt aus der Sichtweise von Niko auf dasselbe Geschehen an: „Exakt eine Viertelsekunde nachdem ich die Arschbombe punktgenau neben Marko gelandet habe und eine Sekunde bevor ich wieder mit dem Kopf über Wasser auftauche frage ich mich, warum ich das gemacht habe […].“ (ebd.: 30) Durch diese Erzählweise ist es dem Leser möglich sich in beide Figuren hineinzuversetzen und er bekommt die individuellen Gedankengänge der beiden Figuren vermittelt.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Untersuchung von Bewertungskriterien für Kinder- und Jugendliteratur vor und führt in die zentralen Analysepunkte Figurendarstellung und Bildlichkeit ein.
2. Auswahl von Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der literarischen Wertung und beschreibt den historischen Wandel der Kriterien, hin zu einer stärkeren Betonung ästhetischer Qualität.
3. Zwei ausgewählte Kriterien: Hier werden die methodischen Kernbegriffe Figurendarstellung und Bildlichkeit auf Basis des Metzler Lexikons für Literatur definiert und für die Analyse operationalisiert.
4. Ausgewählte Bücher für gute Kinder- und Jugendbücher: Dieses Kapitel enthält die praktische Analyse der Romane "Tanz der Tiefseequalle" und "GIPS" im Hinblick auf die beiden gewählten Kriterien.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt, dass beide Romane aufgrund ihrer ästhetischen Qualitäten als gute Kinder- und Jugendliteratur einzustufen sind.
Kinderliteratur, Jugendliteratur, Literaturkritik, Figurendarstellung, Bildlichkeit, literarische Wertung, Rezeptionsprozess, ästhetische Qualität, Tanz der Tiefseequalle, GIPS, Stefanie Höfler, Anna Woltz, Jugendliteraturpreis, Scheidung, Mobbing
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, anhand welcher Kriterien Kinder- und Jugendliteratur als "gut" bewertet wird und wie sich diese Bewertungsmaßstäbe historisch verändert haben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Literaturkritik, dem Stellenwert ästhetischer Gestaltung und der Analyse von Figurendarstellung sowie Bildlichkeit in aktuellen Jugendromanen.
Ziel ist es zu untersuchen, ob die Romane "Tanz der Tiefseequalle" und "GIPS" die Kriterien Figurendarstellung und Bildlichkeit in einem Maße erfüllen, das sie als hochwertige Kinder- und Jugendliteratur qualifiziert.
Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, basierend auf Definitionen und Kriterienkatalogen (z.B. Metzler Lexikon für Literatur), um die narrativen und sprachlichen Mittel der untersuchten Romane zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Kriterien sowie die anschließende Analyse der zwei ausgewählten Romane unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Figurengestaltung und bildhaften Sprache.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie literarische Wertung, Figurendarstellung, Bildlichkeit, ästhetische Qualität und die Analyse spezifischer aktueller Jugendromane.
Durch den stetigen Wechsel zwischen den Ich-Perspektiven von Sera und Niko erhält der Leser tiefe Einblicke in die individuellen Gedankengänge beider Figuren, was Empathie und eine realistische Darstellung fördert.
Die Scherben symbolisieren die durch die Trennung der Eltern verletzten Gefühle der Protagonistin, während der Gips als Metapher für den Wunsch nach Heilung der zerbrochenen Familie fungiert.
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