Bachelorarbeit, 2008
48 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Erkenntnisinteresse
1.2. Konzeptionelle Überlegungen
2. Politische, ideologische und individuelle Bedingungen der Reise
2.1. Habsburgisch-Osmanische Beziehungen
2.2. Türkenangst
2.3. Busbecks besondere Eignung als Gesandtschafter
3. Fremdheitserfahrungen
3.1. Die Wahrnehmung von Fremdheit bei Ogier Ghiselin de Busbeck
3.1.1. Ess- und Trinkgewohnheiten
3.1.2. Sitten und Bräuche
3.1.3. Zeremoniell
3.1.4. Das Verhältnis zwischen Osmanen und Gesandten
3.1.5. Die Türken als ‚Barbaren’
3.1.6. Die Türken als Vorbild
3.2 Zwischenfazit
4. Strategien zur Bewältigung der Fremdheit
4.1. Bewältigungsstrategien auf Seiten der Reisenden
4.1.1. Stereotype und Feindbilder
4.1.2. Reisevorbereitung
4.1.3. Bewältigungsstrategien in der ‚fremden’ Situation
4.2 Bewältigungsstrategien auf Seiten der Gastgeber
4.3 Individuelle und gesellschaftliche Auswirkungen der erworbenen Erfahrungen
5. Abschließendes Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Wahrnehmung von Fremdheit durch den Diplomaten Ogier Ghiselin de Busbeck während seiner Tätigkeit als Gesandter am osmanischen Hof zwischen 1555 und 1562. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Busbeck kulturelle Differenzerfahrungen konstruierte, bewertete und welche Strategien er zur Bewältigung dieser Fremdheit einsetzte, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen zeitgenössischen Feindbildern und seiner eigenen, humanistisch geprägten Beobachtungsgabe analysiert wird.
3.1.1. Ess- und Trinkgewohnheiten
Die Ess- und Trinkgewohnheiten nehmen eine zentrale Position im Bereich der Fremdwahrnehmung ein. „Einerseits sind sowohl die Nahrung selbst als auch das Mahl […] in hohem Maße mit symbolischer […] Bedeutung aufgeladen. Andererseits sind seitens der Reisenden gerade auf diesem Gebiet besonders häufig Widerstände gegenüber den fremden Sitten zu beobachten […].“48
Busbeck berichtet in seinem ersten Brief sehr ausführlich von den Ess- und Trinkgewohnheiten der Osmanen und stellt ihre Genügsamkeit bezüglich des Nahrungsangebotes heraus:
„Sie sind eben ganz anspruchslos und gar nicht auf Gaumengenüsse eingestellt: haben sie nur Salz und Brot, dazu Knoblauch oder Zwiebel oder eine Art saure Milch, die Galen wohl gekannt und Oxygala genannt hat, sie selbst nennen sie Jugurtha (Yoghurt) – so verlangen sie weiter nichts.“(S.58)49
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Erkenntnisinteresse, erläutert die Bedeutung von Selbstzeugnissen für die Fremdheitsforschung und stellt die methodischen Grundlagen für die Arbeit vor.
2. Politische, ideologische und individuelle Bedingungen der Reise: Dieses Kapitel kontextualisiert die Gesandtschaft vor dem Hintergrund der habsburgisch-osmanischen Konflikte und der zeitgenössischen "Türkenangst" sowie Busbecks persönlicher Qualifikation.
3. Fremdheitserfahrungen: Hier werden Busbecks konkrete Erfahrungen in Bereichen wie Ernährung, Sitten, Zeremoniell und dem Bild der Osmanen als "Barbaren" oder "Vorbild" analysiert.
4. Strategien zur Bewältigung der Fremdheit: Dieses Kapitel untersucht, wie Reisende und Gastgeber mit der empfundenen Fremdheit durch Stereotype, Vorbereitung oder Anpassungsmechanismen umgingen.
5. Abschließendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Busbecks weitgehend differenzierte Wahrnehmung im Kontrast zur zeitgenössischen Ideologie.
Fremdheit, Alterität, Ogier Ghiselin de Busbeck, Osmanisches Reich, Kulturkontakt, Diplomatie, Wahrnehmung, Türkenangst, Humanismus, Interkulturelle Kommunikation, Bewältigungsstrategien, Stereotype, Feindbild, Frühe Neuzeit, Kulturtransfer.
Die Arbeit analysiert die Reisebriefe von Ogier Ghiselin de Busbeck, um zu verstehen, wie ein europäischer Diplomat im 16. Jahrhundert das "Fremde" im Osmanischen Reich wahrnahm und bewertete.
Im Zentrum stehen die Fremdwahrnehmung, der interkulturelle Austausch sowie die politischen und ideologischen Bedingungen, unter denen die Gesandtschaft stattfand.
Ziel ist es, Busbecks spezifische Perspektive auf die Osmanen zu bestimmen und zu zeigen, inwieweit er von gängigen zeitgenössischen Feindbildern abwich.
Die Arbeit folgt einem hermeneutisch-rekonstruktiven Prinzip, um Busbecks individuelle Wahrnehmung und seinen soziokulturellen Hintergrund aus den Quellen zu erschließen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Erfahrungen des Diplomaten in Bereichen wie Alltagssitten, Zeremoniell und dem gesellschaftlichen Umgang sowie die Strategien, die zur Bewältigung von kultureller Fremdheit genutzt wurden.
Wichtige Begriffe sind Fremdheit, Alterität, Kulturkontakt, Diplomatie, Humanismus und interkulturelle Kommunikation.
Er beschreibt die Osmanen als anspruchslos und genügsam, stellt dies jedoch in den Kontrast zu den üppigeren europäischen Mahlzeiten, wobei er ihre Schlichtheit teils mit Befremden, teils mit Interesse wahrnimmt.
Er sieht sie als Barbaren, wenn sie kulturelle Güter oder Antike missachten, lobt sie jedoch als Vorbild für Ordnung, Disziplin und militärische Struktur, die er im zeitgenössischen Europa als verfallen empfindet.
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