Bachelorarbeit, 2021
41 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Ziele und Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffes „Global Sourcing“
2.2 Entstehung des Global Sourcing
2.3 Charakterisierung mittelständisches Unternehmen
2.3.1 Quantitative Merkmale
2.3.2 Qualitative Merkmale
3. Anforderungen des Global Sourcing an Unternehmen
3.1 Motive für Global Sourcing
3.2 Rahmenbedingungen für ein effizientes Global Sourcing
3.2.1 Anforderungen an die Beschaffungsorganisation
3.2.2 Anforderungen an die Mitarbeiter
4. Evaluation der Chancen des Global Sourcing
4.1 Kosteneinsparungen
4.2 Steigerung der Versorgungssicherheit
4.3 Zugang zu neuen Ressourcen und Technologien
4.4 Erschließung neuer Absatzmärkte
4.5 Verbesserung der Verhandlungsposition gegenüber vorhandenen Lieferanten
5. Evaluation der Risiken des Global Sourcing
5.1 Beschaffungsmarktspezifische Risiken
5.1.1 Politische Risiken
5.1.2 Finanzielle Risiken
5.1.3 Kulturelle Risiken
5.2 Lieferantenspezifische Risiken
5.2.1 Logistische Risiken
5.2.2 Qualitätsrisiken
5.2.3 Informations- und Kommunikationsrisiken
6. Auswirkungen der Corona Pandemie auf globale Lieferketten
6.1 Lehren aus der Pandemie
6.1.1 Erhöhung von Lagerbeständen
6.1.2 Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten
6.1.3 Stärkere Berücksichtigung von Risikoaspekten
7. Fazit
Die Arbeit analysiert die Chancen und Risiken des Global Sourcing für mittelständische Unternehmen, insbesondere im Kontext der Corona-Pandemie, um aufzuzeigen, wie diese Unternehmen ihre Lieferketten krisensicherer gestalten und zukünftige Versorgungsengpässe verhindern können.
5.1.2 Finanzielle Risiken
Der Hauptgrund, weshalb Unternehmen Global Sourcing betreiben, ist, wie bereits in Kapitel 3.1 erwähnt, das Senken der Beschaffungskosten. Laut der Studie „Beschaffungslogistik im China-Geschäft. Kosten - Prozesse – Strategien“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, welche in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) entstanden ist, erzielen Unternehmen bei der Beschaffung aus China im Vergleich zu Deutschland einen Preisvorteil zwischen 30 und 50%, trotzdem rentiert sich die Beschaffung aus China aus Kostengründen für jedes dritte befragte Unternehmen nicht. Grund hierfür ist die nicht ausreichende Berücksichtigung der zusätzlichen Kosten, welche das Global Sourcing beinhaltet. So müssen bei der Betrachtung von ausländischen Lieferanten Frachtkosten, Versicherungsprämien, Abfertigungsgebühren sowie eventuell entstehende Zölle und höhere Kosten bei der Lagerhaltung in die Analyse einfließen. So kann es sein, dass auf den ersten Blick günstige Auslandsquellen durch die bedingten Nebenkosten doch nicht mehr preisgünstiger als inländische Lieferanten sind. Demzufolge kann beim Global Sourcing nach Berücksichtigung aller Kosten auch eine nationale Quelle die weltbeste Bezugsquelle darstellen. Dementsprechend müssen die besten Bezugsquellen jeweils individuell für jedes Unternehmen bestimmt werden, eine Pauschalisierung der weltbesten Bezugsquelle ist somit kaum möglich.
Ein weiteres finanzielles Risiko, welches beim Global Sourcing zu berücksichtigen ist, ist das Währungsrisiko, dieses ist dann von Bedeutung, sobald ein Unternehmen Forderungen oder Verbindlichkeiten besitzen, welche nicht in der eigenen Währung ausgeschrieben sind. Währungsrisiken entstehen durch Forderungen oder Verbindlichkeiten einer Unternehmung in Fremdwährungen und ergeben sich aus Veränderungen der Wechselkursparitäten zwischen der heimischen und der ausländischen Währung. So kann es vorkommen, dass zwischen dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und Fälligkeit der Rechnung die Verbindlichkeiten steigen, wodurch zu Vertragsabschluss noch eine Unwissenheit bezüglich des tatsächlich zu entrichtendem Kaufpreis herrscht. Da sich Wechselkursschwankungen an einem einzelnen Tag um mehrere Prozentpunkte verändern können, kann diese beträchtliche Ausmaße haben, besonders wenn es sich um langfristige abgeschlossene Verträge handelt. So sollten mittelständische Unternehmen Währungsrisiken schon zu Beginn Ihrer Finanzplanung berücksichtigen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Corona-Pandemie als Störfaktor globaler Lieferketten und definiert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Krisensicherheit mittelständischer Unternehmen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Global Sourcing", grenzt ihn vom internationalen Einkauf ab und charakterisiert mittelständische Unternehmen anhand quantitativer und qualitativer Merkmale.
3. Anforderungen des Global Sourcing an Unternehmen: Hier werden die Motive für Global Sourcing erläutert und die notwendigen Rahmenbedingungen für die Beschaffungsorganisation sowie die Anforderungen an die Mitarbeiter dargestellt.
4. Evaluation der Chancen des Global Sourcing: Dieses Kapitel analysiert potenzielle Vorteile für den Mittelstand, wie Kosteneinsparungen, verbesserte Versorgungssicherheit, Zugang zu Technologien und die Erschließung neuer Absatzmärkte.
5. Evaluation der Risiken des Global Sourcing: Der Fokus liegt auf der detaillierten Betrachtung verschiedener Risikokategorien, darunter politische, finanzielle, kulturelle sowie lieferantenspezifische Risiken wie Logistik und Qualität.
6. Auswirkungen der Corona Pandemie auf globale Lieferketten: Basierend auf den Lehren aus der Pandemie werden Methoden wie die Erhöhung von Lagerbeständen und eine diversifizierte Lieferantenstrategie zur Risikominimierung diskutiert.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunft des Global Sourcing, wobei betont wird, dass trotz der Pandemie ein Rückbau der Globalisierung unwahrscheinlich bleibt, jedoch eine Anpassung der Supply-Chain-Strategien notwendig ist.
Global Sourcing, Mittelstand, KMU, Lieferketten, Corona-Pandemie, Beschaffungsmanagement, Risikomanagement, Versorgungssicherheit, Kostenoptimierung, Lieferantendiversifikation, Logistikrisiken, Globalisierung, Strategische Beschaffung, Resilienz, Lagerhaltung.
Die Arbeit untersucht, wie mittelständische Unternehmen Global Sourcing-Strategien einsetzen können und welche Chancen sowie Risiken damit verbunden sind, insbesondere im Licht der durch die Corona-Pandemie offengelegten Schwachstellen in globalen Lieferketten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Global Sourcing, der Charakterisierung des Mittelstands, der Identifikation von Chancen (z.B. Kosten, Innovation) und Risiken (z.B. politisch, kulturell) sowie der Ableitung von Krisenbewältigungsstrategien für globale Liefernetzwerke.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie mittelständische Unternehmen ihre Lieferketten angesichts globaler Krisen krisensicherer aufstellen können, ohne auf die Vorteile internationaler Beschaffung zu verzichten.
Es handelt sich um eine theoretische Thesis, die auf einer fundierten Analyse existierender Fachliteratur, aktueller Studien und Berichte zu Beschaffung, Lieferkettenmanagement und den Auswirkungen der Corona-Pandemie basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Evaluation von Chancen und Risiken, sowie eine Analyse der Auswirkungen der Corona-Pandemie inklusive konkreter Handlungsempfehlungen für das Lieferkettenmanagement.
Die wichtigsten Begriffe sind Global Sourcing, Mittelstand (KMU), Lieferketten-Resilienz, Risikomanagement, Corona-Pandemie und Versorgungssicherheit.
Global Sourcing wird als strategische, langfristige Ausrichtung der Beschaffung über alle Prozessphasen hinweg verstanden, während der internationale Einkauf primär als operative Erweiterung auf ausländische Märkte zur Kostensenkung dient.
Die Pandemie hat gezeigt, dass rein kostenoptimierte, "schlanke" Lieferketten bei externen Schocks extrem anfällig sind; erhöhte Sicherheitsbestände dienen hierbei als "Versicherung" gegen Lieferausfälle.
Es ist ein Instrument zur Klassifizierung von Materialien nach Versorgungsrisiko und Bedarf, um Unternehmen dabei zu unterstützen, für kritische A- und B-Materialien gezielt Lagerbestände aufzubauen und Kosten zu optimieren.
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