Bachelorarbeit, 2017
68 Seiten, Note: 2,4
1. Einleitung und Themeneingrenzung
2. Bildung von Menschen mit geistiger Behinderung
2.1 Bildung
2.2 Geistige Behinderung
2.3 Bildungsfähigkeit von Menschen mit geistiger Behinderung
3. Politische Bildung bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung
3.1 Bildungsinhalte zur politischen Bildung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
3.2 Leitprinzipien für politische Bildungsarbeit bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung
3.3 Didaktisch-methodische Prinzipien
4. Bundestagswahl 2017 – ein Seminar zur politischen Bildung für Menschen mit geistiger Behinderung
4.1 Strukturelle Bedingungen
4.2 Inhaltliche Ausrichtung
4.2.1 Einheit 1: Einführung
4.2.2 Einheit 2: Der Bundestag
4.2.3 Einheit 3: Die Parteien
4.2.4 Einheit 4: Die Bundestagswahl I
4.2.5 Einheit 5: Die Bundestagswahl II
4.3 Durchführung und Evaluation
5. Grenzen und Chancen politischer Bildung bei Menschen mit geistiger Behinderung
6. Inklusive politische Bildung
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, Notwendigkeit und Herausforderungen der politischen Bildungsarbeit für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Das Ziel ist es, durch die Konzeption und praktische Durchführung eines Seminars zur Bundestagswahl 2017 aufzuzeigen, wie politische Teilhabe und Partizipation dieser Zielgruppe gestärkt werden können.
Anschaulichkeit
Anschaulichkeit stellt die wohl älteste Form zur Vermittlung von Lerninhalten dar. Schon im 17. Jahrhundert wurde davon ausgegangen, dass nur durch das Prinzip der Anschaulichkeit etwas gelernt oder behalten werden kann. Durch Anschaulichkeit werden verschiedene Wahrnehmungssysteme angesprochen. Soweit dies der Lerngegenstand erlaubt, kann dies neben der visuellen Perzeption, auch das Lernen über haptische, auditive, gustatorische und olfaktorische Reize ermöglichen. Im 19. Jahrhundert beschreibt Pestalozzi Anschaulichkeit als Voraussetzung für einen nachfolgenden Erkenntnisgewinn. Alle gewonnenen Erkenntnisse können somit auf die Anschauung zurückgeführt werden. Kern der Methode ist es, den Lernenden das Wesentliche erkennbar und die Wirklichkeit erfahrbar zu machen (vgl. ebd. S. 51).
Auch auf lern- und gedächtnispädagogischer Ebene kann die Notwendigkeit der Anschaulichkeit nachgewiesen und begründet werden. Die Methode verwendet verschiedene Transmitter, die beide Gehirnhemisphären ansprechen. Der Lernende hat somit die Möglichkeit, die Lerninhalte besser zu erfassen und dauerhaft behalten zu können. In diesem Zusammenhang wirkt Anschaulichkeit zusätzlich als Motivator, der den Lernenden dazu anregt, sich auch über einen längeren Zeitraum intensiv mit einer Thematik zu beschäftigen (vgl. ebd. S. 51f.).
Im Kontext geistiger Behinderung soll Anschaulichkeit den Betroffenen eine konkrete und korrekte Vorstellung des Lerngegenstandes ermöglichen. Lernen durch Anschaulichkeit bedeutet gleichzeitig neue Erfahrungen zu machen. Diese Erfahrungen entstehen im unmittelbaren Kontakt zwischen dem Lernenden und anderen Personen oder Objekten und werden daher Primärerfahrungen genannt. Während diese Art der Erfahrung durch das eigene Erleben geschaffen wird, entstehen Sekundärerfahrungen nicht durch den direkten Kontakt zum Thema. Hier werden Erfahrungen in Form von Arbeitsblättern, Bildern, Texten, Modellen und sonstigen Hinweisen vermittelt (vgl. ebd. S. 52).
Anschaulichkeit unterstützt den Lernprozess, indem Interesse am Thema geweckt und die Motivation zum Lernen gesteigert wird. Durch angemessene Konkretisierungen können komplexe Sachverhalte vereinfacht und verstanden werden. Gleichzeitig fördert Anschaulichkeit die nachhaltige Speicherung der Inhalte im Langzeitgedächtnis (vgl. ebd. S. 52).
1. Einleitung und Themeneingrenzung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit politischer Bildungsarbeit für Menschen mit geistiger Behinderung und stellt das zur praktischen Erprobung entwickelte Seminar zur Bundestagswahl 2017 vor.
2. Bildung von Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel analysiert grundlegende Bildungsbegriffe sowie das Verständnis geistiger Behinderung und legitimiert die Bildungsfähigkeit dieser Zielgruppe.
3. Politische Bildung bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung: Hier werden didaktische Leitprinzipien sowie Methoden wie Leichte Sprache für die politische Bildungsarbeit mit Erwachsenen mit geistiger Behinderung dargelegt.
4. Bundestagswahl 2017 – ein Seminar zur politischen Bildung für Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Konzeption, die strukturellen Rahmenbedingungen und die einzelnen Einheiten des durchgeführten Seminars.
5. Grenzen und Chancen politischer Bildung bei Menschen mit geistiger Behinderung: Eine kritische Reflexion des Seminarkonzepts hinsichtlich der Herausforderungen durch Heterogenität und der notwendigen methodischen Anpassungen.
6. Inklusive politische Bildung: Das Kapitel verortet politische Bildung im Paradigma der Inklusion und fordert eine Öffnung herkömmlicher Bildungsangebote für alle Menschen.
7. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass politische Bildung für Menschen mit geistiger Behinderung bei entsprechender methodischer Fundierung erfolgreich und gesellschaftlich relevant ist.
Politische Bildung, Erwachsenenbildung, Geistige Behinderung, Bundestagswahl 2017, Inklusion, Partizipation, Selbstbestimmung, Empowerment, Leichte Sprache, Didaktik, Wahlsystem, Soziale Arbeit, Teilhabe, Heterogenität, Demokratiekompetenz
Die Arbeit befasst sich mit der politischen Bildung von erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung und der Frage, wie diese als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe dienen kann.
Zentrale Themen sind Bildungstheorie für Menschen mit geistiger Behinderung, Konzepte der politischen Bildung, Inklusion, sowie die praktische Umsetzung durch ein Seminarkonzept zur Bundestagswahl.
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Chancen politischer Bildungsarbeit praktisch aufzuzeigen, um Menschen mit geistiger Behinderung in ihrer Rolle als politische Bürger zu stärken.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Fundierung mit der praktischen Konzeption, Durchführung und Evaluation eines Seminars zur politischen Bildung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse (Bildungsbegriffe, didaktische Prinzipien) und die detaillierte Darstellung des entwickelten Seminarkonzepts sowie dessen anschließende kritische Evaluation.
Wichtige Begriffe sind Politische Bildung, Inklusion, Selbstbestimmung, Partizipation, Leichte Sprache und Empowerment.
Leichte Sprache ist ein entscheidendes didaktisches Mittel, um sprachliche Barrieren abzubauen und somit Menschen mit kognitiven Einschränkungen überhaupt erst den Zugang zu komplexen politischen Inhalten zu ermöglichen.
Das Überwältigungsverbot ist ein ethisches Grundprinzip der politischen Bildung, das sicherstellt, dass die Teilnehmer nicht zur Wahl bestimmter Parteien gedrängt werden, sondern zu einer freien Meinungsbildung befähigt werden.
Die Evaluation erfolgte durch regelmäßige Feedbackrunden (Blitzlicht/Stimmungsbarometer) während der Einheiten sowie durch einen abschließenden, objektiven Multiple-Choice-Test.
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