Bachelorarbeit, 2021
33 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Die Nation und der Modernismus
2.1 Der Anti-Realismus
2.2 Der Realismus/Historizismus
2.2.1 Nationen als freiwillige Vereinigungen
2.2.2 „Imagined Communities“
3. Der Primordialismus / der Perennialismus
4. Ethnosymbolistische Kritik am Modernismus
4.1 Grundlagen des Ethnosymbolismus
4.2 Kritik am Ethnosymbolismus
5. Politische Konsequenzen
6. Die aktuelle Lage der Nation
7. Schluss
8. Quellen
Die vorliegende Arbeit untersucht den ontologischen Charakter des Nationalismus, indem sie die Entstehung von Nationen kritisch analysiert und verschiedene theoretische Ansätze vergleicht, um eine Antwort auf die Forschungsfrage nach dem konstruierten Charakter von Nation und Nationalismus und dessen politischer Konsequenz zu finden.
2.2.1 Nationen als freiwillige Vereinigungen
Rogers Brubaker hielt anlässlich des Nationalism Studies Program, welches von Ernest Gellner ins Leben gerufen wurde, eine Vorlesung an der Central European University in Wien. Sein Vortrag „Language, religion and the politics of difference“ handelt von der Sprache und der Religion als die wohl wichtigsten Triebfedern bei der Entstehung eines Nationalgefühls. Während Sprache zuerst als die wichtigste Institution im gesellschaftlichen Miteinander gilt, wird diese durch die Religion als wichtigster kultureller Unterschied verdrängt. Dem Zusammenspiel von Sprache und Religion, aber auch deren Unterschiede wurden laut Brubaker in der bisherigen Forschung zu wenig Beachtung geschenkt.
Gellner ist der Ansicht, dass eine gemeinsame Sprache sich unmittelbar auf die Gründung einer Nation auswirkt. Dabei spricht er von „culture and communication“, was Brubaker als Indiz wertet, dass auch Religion bei Gellner eine wichtige Rolle spielt. So stellt er fest: „In popular understandings, both language and religion sort people into distinct, bounded and largely self-reproducing ‘communities’, and in this respect they are both analogous to ethnic groups and nations and variously intertwined with them.“ Außerdem: „language and religion are basic sources and forms of social, cultural and political identification.“
Sprache und Religion seien deshalb eng mit Ethnie und Nationalität verflochten, wenn nicht gar deren gesellschaftlicher Ursprung. Diesen Umstand will Brubaker jedoch nicht grundsätzlich verstanden wissen, sondern weist auf den konstruierten Charakter von Religion, Sprache und Nationalität hin, die sich den Umständen anpassen und von „politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Prozessen“ geprägt seien.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Nationalismusbegriffs ein und umreißt die Forschungsfrage nach dem ontologischen Charakter des Nationalismus im Kontext zeitgenössischer gesellschaftlicher Debatten.
2. Die Nation und der Modernismus: Dieses Kapitel präsentiert und kritisiert modernistische Ansätze, die nationale Identität primär als leeres Konstrukt oder Produkt sozioökonomischer Umstände der Moderne betrachten.
3. Der Primordialismus / der Perennialismus: Das Kapitel erläutert die primordialistische Sichtweise, die Nationen als essenzialistische, historisch tief verwurzelte Einheiten begreift, und setzt diese in den Kontext der Sprachphilosophie.
4. Ethnosymbolistische Kritik am Modernismus: Hier wird der Ethnosymbolismus als Werkzeug vorgestellt, das modernistische und primordialistische Argumente vereint, um Nation und Identität durch Symbole, Mythen und Ethnizität besser zu erklären.
5. Politische Konsequenzen: Das Kapitel diskutiert, wie die verschiedenen theoretischen Verortungen des Nationalismus politische Diskurse beeinflussen und legitimieren können.
6. Die aktuelle Lage der Nation: Eine Untersuchung des Nationalstaats in Zeiten globalistischer Strukturen sowie kultureller und ethnokultureller Vermischung von innen.
7. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass der Nationalismus eine komplexe Realität darstellt, die weder rein konstruiert noch zeitlos gegeben ist, und plädiert für einen pragmatischen Umgang mit der Nation.
8. Quellen: Auflistung der im Text verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Onlinequellen.
Nationalismus, Nation, Ontologie, Modernismus, Primordialismus, Ethnosymbolismus, Identität, Souveränität, Ethnizität, Sprache, Religion, Konstruktivismus, Kollektive Identität, Nationalstaat, Gesellschaft
Die Arbeit befasst sich mit der ontologischen Natur des Nationalismus und der Frage, warum Nationen trotz ihrer dekonstruktiven Analyse in der modernen Forschung weiterhin eine zentrale politische und gesellschaftliche Relevanz besitzen.
Zentral sind der Vergleich zwischen modernistischen, primordialistischen und ethnosymbolistischen Theorien, die Bedeutung von Sprache, Religion und Symbolen für die Nationenbildung sowie die politischen Implikationen dieser Konzepte.
Das Ziel ist es, den ontologischen Charakter des Nationalismus zu erforschen und eine zufriedenstellende Erklärung für die Stärke des Phänomens Nation zu finden, die über eine bloße Dekonstruktion hinausgeht.
Die Arbeit nutzt eine inhaltliche Analyse aktueller Debatten rund um den Nationalismus und einen Vergleich theoretischer Konzepte, ergänzt durch phänomenologische Aspekte des Ethnosymbolismus.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Stärken und Schwächen des Modernismus, des Primordialismus und des Ethnosymbolismus, um auf dieser Basis die politischen Konsequenzen und die aktuelle Lage der Nation zu diskutieren.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Nationalismus, Identität, Konstruktivismus, Ethnosymbolismus und das Verständnis der Nation als „faktische Tatsache“ oder „imagined community“.
Die Arbeit kritisiert, dass modernistische Ansätze zwar gut dekonstruieren können, aber oft nicht in der Lage sind, die emotionale Bindungskraft und die Eigendynamik des Nationalismus sowie dessen tiefere ontologische Basis ausreichend zu erfassen.
Der Ethnosymbolismus fungiert laut der Arbeit weniger als starre Theorie, sondern als Werkzeug, das Symbole, Mythen und die Rolle der Ethnie integriert, um die Kontinuität und Veränderbarkeit von Nationen besser erklären zu können.
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