Bachelorarbeit, 2008
69 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Epochen- und Gattungsmerkmale
2.1 Romantik
2.2 Novelle
2.3 Märchen
3 Die Konstruktion von Gegensätzen – fachwissenschaftlich
3.1 Landschaften
3.2 Jahres- und Tageszeiten
3.3 Geschlechterdarstellung und Figurenkonstellationen
3.3.1 Florio
3.3.2 Bianka und die Venus
3.3.3 Fortunato und Donati
3.3.4 Allgemeine Betrachtungen
4 Die Zusammenfassung der Gegensätze in Eichendorffs Marmorbild
5 Die Konstruktion von Gegensätzen – fachdidaktisch
5.1 Bildungsstandards, Kerncurriculum, Schulbuch und Das Marmorbild
5.2 Aspekte der Unterrichtsinhalte
5.2.1 Die Geschlechterdarstellung
5.3 Anwendungsbeispiel
Die Arbeit untersucht die Konstruktion von Gegensätzen in Eichendorffs Novelle "Das Marmorbild", um zu analysieren, wie der Autor durch landschaftliche, zeitliche und figurenbezogene Elemente die innere Entwicklung des Protagonisten Florio vom Jüngling zum redlichen Dichter darstellt und in den fachdidaktischen Kontext integriert.
3.1 Landschaften
Die Naturschilderungen im Marmorbild können als Stimmungsdominanten der Innerlichkeit der Figuren betrachtet werden. Die Landschaften befinden sich immer in einem Gleichgewicht mit den Hauptfiguren. Eichendorffs Landschaftsbilder entspringen dabei der Phantasie und sind durch das Einfühlungsvermögen des Dichters ausgestaltet. Er überlässt dem Leser zudem die Möglichkeit den geschaffenen Raum während der Lektüre eigenständig zu kolorieren oder auszugestalten. „Heitere, lichte Szenen entsprechen heiterer Stimmung, dumpfe Schwüle belastet das Gemüt.“ Die Tendenzen der direkten Gegenüberstellung von Positivem und Negativem können beispielsweise anhand der Kastanienbäume in der Anfangsszene nachgewiesen werden. Eichendorff lässt den jungen Florio durch eine „wunderschöne(n) Landschaft“(3) auf Lucca zureiten. Die Straße dorthin führt durch eine „hohe Kastanienallee“ (3), unter der sich die Damen und Herren „fröhlichschwärmend ergingen“ (3). Bei der Konstruktion dieser Szene fällt sofort die eindringliche Verwendung von Adjektiven auf, die durch ihre positive Konnotation der Szene Fröhlichkeit und Behaglichkeit verleiht. Es scheint, als reite der Jüngling durch eine Frühlingslandschaft (vgl. Jahreszeiten). Anspielungen auf die kurz darauf drohende Störung (Auftritt Donati) und das unheilvolle Geschehen (Verzauberung der Venus) finden sich dagegen in den Kastanien. Sie werden im Gegensatz zu den anderen Elementen nicht mit einem positiven Adjektiv ergänzt, sondern erhalten vom Autor ein eher neutrales Adjektiv („hohe“, siehe oben) zugeordnet. Eberhardt deutet dagegen die Kastanien mit ihrer tief greifenden Bedeutung des „Unheils“ als Vorzeichen des Verderbens Florios.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage, inklusive einer Hinführung zur Bedeutung von Eichendorffs Novelle.
2 Epochen- und Gattungsmerkmale: Erläuterung der literarischen Grundlagen der Romantik sowie der Gattungen Novelle und Märchen für das Werk.
3 Die Konstruktion von Gegensätzen – fachwissenschaftlich: Detaillierte Analyse der Gegensätze in Landschaft, Zeitdarstellung und Personenkonstellation.
4 Die Zusammenfassung der Gegensätze in Eichendorffs Marmorbild: Synthese der zuvor analysierten Gegensätze und deren Bedeutung für die Dynamik der Erzählung.
5 Die Konstruktion von Gegensätzen – fachdidaktisch: Übertragung der literaturwissenschaftlichen Ergebnisse in den Kontext schulischer Bildungsstandards und Unterrichtsanwendungen.
Eichendorff, Das Marmorbild, Romantik, Novelle, Gegensätze, Naturdarstellung, Figurenkonstellation, Florio, Venus, Bianka, Fortunato, Literaturdidaktik, Bildungstandards, Metamorphose, Wiedergeburt.
Die Arbeit untersucht die systematische Verwendung von Gegensätzen in Eichendorffs Novelle "Das Marmorbild" und deren Bedeutung für die Entwicklung der Hauptfigur.
Die Schwerpunkte liegen auf der Landschaftsgestaltung, der Symbolik von Jahres- und Tageszeiten sowie der psychologisch motivierten Rollenverteilung der Figuren.
Das Ziel ist der Nachweis, dass durch den gezielten Einsatz kontrastiver Elemente eine tiefere Ebene der Interpretation erschlossen wird, die von der fachwissenschaftlichen zur fachdidaktischen Ebene führt.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die durch fachdidaktische Reflexionen zur unterrichtlichen Umsetzung ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Analyse der motivischen Ebenen und eine fachdidaktische Prüfung der Novelle hinsichtlich ihrer Eignung für den Lehrplan.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Romantik, Gegensätze, Florio, Venus, Bildungsstandards, Literaturdidaktik und Symbolik.
Während Bianka als helles, frommes Ideal der "wahren Dichtung" gezeichnet ist, verkörpert die Venus als "femme fatale" Verführung, Sinnlichkeit und den gottesfernen, dämonischen Abgrund.
Fortunato repräsentiert den "redlichen Dichter", der Florio durch fromme Lieder und Lebenserfahrung aus dem Bann der Verführung zu retten versucht.
Die Natur fungiert als Stimmungsdominante für die Innerlichkeit der Figuren, wobei Landschaften oft als emblematische Spiegelbilder des geistigen Zustands von Florio genutzt werden.
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