Diplomarbeit, 2008
77 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition
2.1 Kategorisierung
2.2 Diagnostische Zuordnung
2.3 Häufigkeit und Altersstruktur
2.4 Abgrenzung zu suizidalem Verhalten
3 Erscheinungsformen
3.1 Geschichtlicher Hintergrund
3.2 Akzeptierte Formen von Selbstverletzung
3.2.1 Schönheitsoperationen
3.2.2 Bodybuilding und Extremsportarten
3.2.3 Körperschmuck
3.3 Selbstverletzendes Verhalten als Krankheit
3.3.1 Offene Selbstverletzung
3.3.2 Heimliche Selbstverletzung
3.3.2.1 Die artifizielle Störung
3.3.2.2 Das Münchhausen-Syndrom
3.3.2.3 Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom
4 Begleiterkrankungen und Überschneidungsbereiche
4.1 Persönlichkeitsstörungen
4.2 Dissoziative Störungen
4.3 Affektive und phobische Störungen
4.4 Essstörungen
4.5 Drogen- und Alkoholmissbrauch
4.6 Akne excoriée und Trichotillomanie
5 Entstehung und Psychodynamik von SVV
5.1 Erklärungsansätze für Selbstverletzendes Verhalten
5.1.1 Biologische Erklärungsansätze
5.1.2 Lerntheoretische Erklärungsansätze
5.1.3 Der Psychoanalytische Erklärungsansatz
5.1.3.1 Frühkindliche Erfahrungen
5.1.3.2 Traumatische Einflüsse
5.1.3.3 Sexualisierte Gewalt
5.1.3.4 Sonstige Einflussfaktoren
5.2 Psychodynamik und Funktion der Selbstverletzung
5.2.1 Intrapsychische Funktionen
5.2.1.1 Selbstverletzung als Ausdruck innerer Spannung
5.2.1.2 Selbstverletzung als „Anti-Dissoziativum“
5.2.1.3 Selbstverletzung als Selbstbestrafung
5.2.1.4 Selbstverletzung als Suizidprophylaxe
5.2.1.5 Selbstverletzung zur Selbstwertregulation und Identitätsbildung
5.2.1.6 Selbstverletzung als Sedativum
5.2.1.7 Selbstverletzendes Verhalten als Bewältigungsstrategie
5.2.2 Interpersonelle Funktionen
5.2.3 Störungen des Körpererlebens
5.2.4 Die Bedeutung von Blut und Haut
5.2.5 Charakteristische Persönlichkeitsmerkmale
5.2.6 Bindungsverhalten
6. Zusätzliche Risikofaktoren
6.1 Selbstverletzung und Adoleszenz
6.2 Selbstverletzung und Weiblichkeit
7 Sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten
7.1 Grundsätze professioneller sozialer Arbeit
7.1.1 Die Lebensweltorientierung
7.1.2 Empowerment
7.2 Soziale Arbeit und selbstverletzendes Verhalten
7.2.1 Prävention
7.2.2 Beratung und Begleitung von Menschen mit SVV
7.2.3 Die pädagogische Haltung
7.2.4 Handlungsnotwendigkeiten im Zusammenhang mit SVV
7.2.5 Möglichkeiten zur Selbsthilfe
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, Erscheinungsformen und psychodynamischen Funktionen von selbstverletzendem Verhalten (SVV), insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen. Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für dieses komplexe Phänomen zu entwickeln und daraus spezifische sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten abzuleiten.
3.2.2 Bodybuilding und Extremsportarten
Auch Sport kann unter Umständen unter die selbstverletzenden Verhaltensweisen fallen. Ein Beispiel hierfür ist eine extreme Form des Bodybuildings, bei der der Körper über seine Grenzen belastet wird und die Gesundheit unter Umständen schwer geschädigt werden kann. Sport wird hier als Arbeit verstanden, die ein ideales Körperbild zum Ziel hat. „Der Körper ist zugleich Werkzeug, Rohmaterial und Endprodukt der Arbeit.“ Es werden viele Stunden pro Woche trainiert, spezielle Eiweißdiäten, ein ganz bestimmter Trainingsrhythmus und die richtige innere Einstellung sorgen für den Erfolg. Häufig werden zusätzlich bestimmte Medikamente (Anabolika, Hormone) eingenommen, um den Muskelaufbau voranzutreiben. Das Training bedeutet volle Körperkontrolle, Schmerz wird überwunden, Bedürfnisse des Körpers werden ignoriert. Es finden sich bei dieser Sportart viele Parallelen zu krankhaften selbstverletzenden Verhaltensweisen. Ein bestimmtes Schönheitsideal steht im Vordergrund, der Körper wird stark instrumentalisiert, insbesondere bei Frauen werden Störungen des Körperbildes und der weiblichen Identität vermutet. Weiblichkeit wird völlig abtrainiert, der Körper wird einem männlichen immer ähnlicher, die Menstruation kann unter Umständen ausbleiben. Auch kann der Sport soziale Beziehungen ersetzen, für viele Bodybuilder stellt er einen Lebensinhalt dar und bedeutet häufig eine Art Flucht vor der äußeren Welt in einen inneren Schutzpanzer.
Ein weiteres Beispiel sind Extremsportarten, wie beispielsweise Base-Jumping (Fallschirmspringen von festen Objekten), Apnoetauchen (Tauchen ohne Ausrüstung) oder gefährliche alpine Expeditionen. Extremsport bedeutet für die Sportler eine besondere Herausforderung, die eigenen psychischen und physischen Grenzen werden ausprobiert, was immer mit einem sehr hohen Risiko verbunden ist. Dabei wird durch die Ausschüttung von körpereigenen Glückshormonen ein Rauschzustand herbeigeführt, was zu Überschätzung und Missachtung von Warnsignalen führen kann und häufig auch süchtig macht. Dieses Spiel mit der Gefahr beinhaltet meist eine unbewusste selbstzerstörerische Tendenz, die Sportler begeben sich absichtlich in riskante Situationen und überlassen ihr Leben dem Schicksal.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen des selbstverletzenden Verhaltens ein, erläutert die persönliche Motivation der Autorin und grenzt den Untersuchungsgegenstand auf Mädchen und junge Frauen sowie sozialpädagogische Perspektiven ein.
2 Begriffsdefinition: Dieses Kapitel definiert selbstverletzendes Verhalten als Form der Autoaggression und diskutiert verschiedene Begriffsverwendungen sowie erste Ansätze zur Kategorisierung und diagnostischen Einordnung.
3 Erscheinungsformen: Das Kapitel erläutert sowohl gesellschaftlich akzeptierte Formen wie Bodybuilding oder Körperschmuck als auch pathologische Erscheinungsformen der offenen und heimlichen Selbstverletzung.
4 Begleiterkrankungen und Überschneidungsbereiche: Hier wird der Zusammenhang von SVV mit anderen psychischen Störungen wie Persönlichkeitsstörungen, Dissoziationen, Essstörungen und Suchterkrankungen analysiert.
5 Entstehung und Psychodynamik von SVV: Dieses umfangreiche Kapitel widmet sich biologischen, lerntheoretischen und psychoanalytischen Erklärungsansätzen sowie der Funktion der Selbstverletzung als Bewältigungsstrategie und Ausdruck innerer psychischer Konflikte.
6. Zusätzliche Risikofaktoren: Die Autorin beleuchtet hier die spezifische Bedeutung der Adoleszenz und der weiblichen Sozialisation als kritische Phasen, die das Entstehen von SVV begünstigen können.
7 Sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten: Das Kapitel leitet auf Basis professioneller Grundsätze wie Lebensweltorientierung und Empowerment konkrete Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit SVV ab.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Komplexität des Themas zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit intensiverer Forschung sowie den dringenden Ausbau professioneller sozialpädagogischer Angebote.
Selbstverletzendes Verhalten, SVV, Psychodynamik, Soziale Arbeit, Adoleszenz, Traumatisierung, Autoaggression, Bindungsmuster, Empowerment, Lebensweltorientierung, Identitätsbildung, Dissoziation, Körperbild, Kindheitserfahrungen, Prävention
Die Arbeit befasst sich mit selbstverletzendem Verhalten (SVV) als Ausdrucksform psychischer Konflikte, insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen, und beleuchtet die sozialpädagogischen Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Betroffenen.
Die Arbeit behandelt Erscheinungsformen von SVV, psychodynamische Erklärungsmodelle, begleitende psychische Störungen sowie die Bedeutung von Adoleszenz und Sozialisation.
Das Ziel ist, SVV als komplexes Phänomen verstehbar zu machen, um die theoretische Basis für eine professionelle Beratung und Begleitung in der Sozialen Arbeit zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und -synthese verschiedener psychologischer, pädagogischer und soziologischer Fachquellen zum Thema SVV.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der verschiedenen Erscheinungsformen (offen vs. heimlich), eine Darstellung der Begleiterkrankungen sowie eine differenzierte Untersuchung der Ursachen, wie Traumata und Bindungsstörungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Selbstverletzendes Verhalten, Psychodynamik, Adoleszenz, Traumatisierung, Soziale Arbeit und Empowerment geprägt.
Die Lebensweltorientierung dient als fachliches Rahmenkonzept, das den Fokus auf die aktuellen Lebensverhältnisse der Betroffenen legt und Hilfe zur Lebensbewältigung durch die Nutzung vorhandener Ressourcen anstrebt.
Die Autorin argumentiert, dass SVV oft in der Adoleszenz beginnt, jedoch ihre Wurzeln in frühkindlichen Erfahrungen hat; eine frühzeitige Intervention kann helfen, die Entstehung der Symptomatik zu verhindern oder zu mildern.
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