Examensarbeit, 2001
79 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
2 Sallusts Werke und ihr historischer Hintergrund
2.1 Kurzer Abriss des historischen Hintergrunds von Sallusts Gesamtwerk
2.2 Kurze Zusammenfassung der für pax und libertas einschlägigen Textpassagen in Sallusts Monographien und ihre Einordnung in den Kontext
3 Libertas in den Monographien Sallusts
3.1 Die Verwendung von libertas gegenüber dem Volk
3.2 Die Verwendung von libertas gegenüber der politischen Führungsschicht
3.3 Die Verwendung von libertas in den narrativen Passagen
4 Pax in den Monographien Sallusts
4.1 Die Verwendung von pax gegenüber der politischen Führungsschicht
4.2 Die Verwendung von pax gegenüber dem Volk
4.3 Die Verwendung von pax in den narrativen Passagen
5 Pax und libertas in den Epistulae ad Caesarem senem de re publica und in der Invectiva in M. Tullium Ciceronem
5.1 Epistula ad Caesarem senem de re publica II
5.2 Epistula ad Caesarem senem de re publica I
5.3 Invectiva in M. Tullium Ciceronem
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der Historiker Sallust die beiden zentralen Begriffe pax und libertas in seinem Gesamtwerk instrumentalisiert, um den politischen und moralischen Sittenverfall der römischen Republik darzustellen. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der semantischen Verschiebung und parteiischen Umdeutung dieser Termini in den fingierten Reden und Briefen sowie in Sallusts eigenen narrativen Analysen.
3.1 Die Verwendung von libertas gegenüber dem Volk
Aus den Historiae besitzen wir drei Reden, die Sallust die jeweiligen Redner vor dem Volk halten lässt. Zwei von ihnen (die Reden des Lepidus und des Macer) haben als Hauptgedanken den Kampf für die libertas, wobei dieser die Wiederherstellung der alten Rechte des Volkes, die vor Sullas Herrschaft noch gültig waren, zum Ziel hat. Zu ihnen zählt die tribunicia potestas, d. h. die Machtbefugnisse der Volkstribunen. Das Volkstribunat galt als Bollwerk der Freiheit.
Lepidus appelliert mehrmals zum Widerstand gegen die Macht der Herrschenden und zur Rückgewinnung der Freiheit, bevor er gegen Ende der Rede den Begriff libertas sogar explizit benutzt: „adeste, Quirites, et bene iuuantibus diuis M. Aemilium consulem ducem et auctorem sequimini ad recipiundam libertatem!“ (Hist. 1,55,27; Hervorhebung von mir). Sicherlich ist es gezielte Rhetorik, den Appell an das Volk, unter Lepidus’ Führung um die Wiederherstellung der Freiheit zu kämpfen, mit dem Wort libertas enden zu lassen. Der libertas-Gedanke ist hier vor allem mit einem Aufruf zum Widerstand gegen die gegenwärtige Verfassung des Staates unter der maßgeblichen Führung des Lepidus verbunden. Damit exkulpiert dieser sein Verhalten selbst. In Wirklichkeit verfolgt der Konsul aber nicht ein Handeln im Interesse der Freiheit des Volkes, sondern eigene Ziele.
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert Sallusts Absicht, den moralischen Verfall der Römischen Republik anhand von exemplarischen Ereignissen darzustellen und die instrumentelle Rolle der Begriffe pax und libertas in der politischen Propaganda zu erläutern.
2 Sallusts Werke und ihr historischer Hintergrund: Dieses Kapitel bietet einen Abriss der Entstehung von Sallusts Schriften und ordnet die behandelten historischen Ereignisse, insbesondere den Jugurthinischen Krieg und die Sullanische Zeit, in den Kontext der Untersuchung ein.
3 Libertas in den Monographien Sallusts: Es wird analysiert, wie libertas als politischer Kampfbegriff von verschiedenen Parteien in Reden vor dem Volk und dem Senat umgedeutet wird, wobei die Divergenz zwischen dem Anspruch der Redner und den tatsächlichen Machtinteressen im Vordergrund steht.
4 Pax in den Monographien Sallusts: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Verwendung von pax in Verbindung mit bellum und zeigt auf, wie der Friedensbegriff zur taktischen Rechtfertigung von Krieg oder zur Anklage gegen politische Gegner genutzt wird.
5 Pax und libertas in den Epistulae ad Caesarem senem de re publica und in der Invectiva in M. Tullium Ciceronem: Die Echtheit dieser kleineren Schriften wird nicht vertieft; stattdessen werden die dort enthaltenen Leitgedanken zu Reformen und zur moralischen Verpflichtung der Staatsmänner gegenüber dem Volk analysiert.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass pax und libertas zwar positive Werte darstellen, jedoch durchgehend instrumentalisiert werden, um gesellschaftlichen Verfall zu kaschieren oder persönliche Machtziele zu verfolgen.
Sallust, Libertas, Pax, Römische Republik, Bellum, Politische Propaganda, Historische Analyse, Volkstribunat, Nobilität, Sittenverfall, Redekunst, Machtinstrumentalisierung, Caesar, Cicero, Jugurthinischer Krieg.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Gebrauch der Begriffe pax (Frieden) und libertas (Freiheit) im Werk des römischen Historikers Sallust unter besonderer Berücksichtigung ihrer politischen Instrumentalisierung.
Zentral sind der Verfall der römischen Werte, die Machtkämpfe zwischen Popularen und Optimaten sowie die rhetorische Verwendung politischer Schlagworte in den fingierten Reden des Autors.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Sallust diese Begriffe instrumentalisiert, um sowohl den geschichtlichen Prozess des Sittenverfalls zu deuten als auch die eigennützige Propaganda der damaligen Akteure zu entlarven.
Es handelt sich um eine philologisch-historische Textanalyse, die Reden, Briefe und narrative Passagen bei Sallust vergleichend auswertet und den Kontext der Forschungsliteratur einbezieht.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Verwendung von libertas und pax in den Monographien (Catilina, Jugurtha) sowie den Historiae, getrennt nach den jeweiligen Adressaten (Volk vs. Führungsschicht) und den narrativen Erzählstrukturen.
Wichtige Begriffe sind neben pax und libertas vor allem Instrumentalisierung, Sittenverfall, Propaganda und die historische Einordnung der Werke Sallusts.
Sallust stellt in den Historiae dar, wie libertas nach dem Wegfall der äußeren Bedrohung durch Karthago (146 v. Chr.) zunehmend an Bedeutung verliert und in licentia (Zügellosigkeit) abgleitet, was den Verfall der republikanischen Ordnung beschleunigt.
Der fingierte Mithridates-Brief dient dazu, die römische Regierungsform aus einer kritischen Außenperspektive zu brandmarken, wobei pax instrumentalisiert wird, um Rom als treubruchig und egoistisch darzustellen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

