Examensarbeit, 2007
168 Seiten, Note: 1,0
1 Lehrerpersönlichkeit
1.1 Einleitung
1.2 Begriffsklärung
1.3 Das Modell von Gudjons
1.3.1 Grundtendenz Distanz
1.3.2 Grundtendenz Nähe
1.3.3 Grundtendenz System/ Ordnung
1.3.4 Grundtendenz Freiheit/ Spontaneität
1.3.5 Zusammenfassung
1.4 Persönlichkeitsmerkmale von Lehrern
1.5 Motive der Berufswahl
1.6 Exkurs: Narzissmus bei Lehrern
1.7 Zusammenfassung
2 Belastungen des Lehrers
2.1 Einleitung
2.2 Begriffsklärung
2.3 Das Beanspruchungsmodell von Rudow
2.4 Das AVEM von Schaarschmidt
2.4.1. Die 11 Dimensionen und die Sekundärfaktoren
2.4.2 Die verschiedenen Muster des AVEM
2.5 Belastungsfaktoren: Übersicht
2.6 Belastungsfaktor Arbeitsaufgaben und schulorganisatorische Bedingungen
2.6.1. Arbeitsaufgaben
2.6.2 Arbeitszeit
2.6.3. Unterrichtsfach
2.6.4 Klassengröße
2.6.5 Klassenzusammensetzung
2.6.6 Schulgröße
2.6.7 Schultyp
2.6.8 Ausbildung
2.6.9 Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen
2.6.10 Unterrichtspausen
2.6.11 Belastungen durch verschiedene Teiltätigkeiten
2.6.12 Lehrmittel
2.6.13 Gesundheitliche Belastung der Lehrer
2.6.13.1 Belastung durch Stehen
2.6.13.2 Belastung durch Sitzen
2.6.13.3 Klima
2.6.13.4 Stimmbelastung
2.7 Arbeitshygienische Bedingungen
2.7.1 Lärm
2.7.2 Klassenraumgröße
2.7.3 Unterrichtsfachspezifische Belastungsfaktoren
2.8 Soziale Arbeitsbedingungen
2.8.1 Umgang mit den Schülern
2.8.1.1 Belastung durch die Schüler
2.8.1.2 Gewalt und Drogen in der Schule
2.8.2 Umgang mit Kollegen, Schulleitern, Schulaufsicht und Verwaltung
2.8.2.1 Umgang mit Kollegen
2.8.2.2 Umgang mit der Schulleitung
2.8.2.3 Umgang mit der Schulaufsicht
2.8.2.4 Umgang mit der Schulverwaltung
2.8.3. Umgang mit den Eltern
2.9 Gesellschaftlich- kulturelle Bedingungen
2.9.1 Ideologische Normen
2.9.2 Kulturelles Berufsbild und Berufsimage
2.9.3 Berufsstatus
2.9.4 Jugendkultur
2.10 Exkurse
2.10.1 Belastung und Alter
2.10.2 Geschlechtsunterschiede hinsichtlich der Belastung
2.10.3 Die Belastung der Sportlehrer
2.11 Zusammenfassung
3 Das Burnout- Syndrom
3.1 Einleitung
3.2 Geschichte des Burnout- Syndroms
3.3 Burnout- Syndrom - Definitionen
3.4 Abgrenzung zu verwandten Konstrukten
3.4.1 Stress
3.4.2 Depression
3.4.3 Arbeitsunzufriedenheit
3.4.4 Überdruss
3.4.5 Angst
3.5 Die Symptome des Burnout- Syndroms
3.6 Erklärungsmodelle zum Burnout- Syndrom
3.6.1 Übersicht
3.6.2 Persönlichkeitszentrierte Ansätze
3.6.2.1 Burnout- Modell nach Meier (1983) – Burnout als Erwartungs- Wirklichkeitsdiskrepanz
3.6.2.2 Modell nach Burisch (1994) – Burnout als gestörte Handlungsepisode
3.6.2.3 Modell nach Freudenberger (1974) – Burnout als Überanstrengung
3.6.2.4 Modell von Edelwich und Brodsky (1984) – Burnout als Prozess fortschreitender Desillusionierung
3.6.2.6 Merkmale der Persönlichkeit, die das Ausbrennen fördern
3.6.2.7 Zusammenfassung zu „Persönlichkeitszentrierte Erklärungsansätze“
3.6.3 Sozial-, arbeits- und organisationspsychologische Ansätze
3.6.3.1 Modell nach Maslach und Jackson (1984)- Burnout als Folge emotionaler Überbeanspruchung
3.6.3.2 Das „Soziale Kompetenz-Modell“ des Burnouts von Harrison (1983)
3.6.3.3 Das „Stressmodell“ des Burnout von Eisenstat und Felner (1983)
3.6.3.4 Phasenmodell des Burnouts nach Golembiewski und Munzenrieder (1981)
3.6.3.5 Modell Pines, Aronson und Kafry (1980) - Überdruss und Burnout
3.6.3.6 Das „Kybernetische Modell“ des Burnout von Heifetz und Bersani (1983)
3.6.3.7 Integratives Model von Cherniss (1980) – Burnout als verloren gegangene Wirksamkeit
3.6.3.8 Situationale Bedingungen, die fördernd auf das Burnout- Syndrom wirken
3.6.3.9 Zusammenfassung: Sozial-, arbeits- und organisationspsychologische Ansätze
3.6.4 Zusammenfassung aller Erklärungsmodelle
3.7 Der Verlauf des Burnout -Syndroms
3.8 Messinstrumente des Burnout- Syndroms
3.8.1 Das MBI (1981)
3.8.2 Der Fragebogen nach Knauder (1996)
3.8.3 Die SBS-HP (1981)
3.8.4 Die Überdruss-Skala (1983)
3.8.5 Mess- Instrument AVEM
4 Entspannung als präventive und intervenierende Maßnahme gegen Burnout
4.1 Einleitung
4.2 Organisationsbezogene Hilfsmöglichkeiten
4.2.1 Reduzierung der Arbeitsbelastung
4.2.2 Gestaltung der Arbeitsumgebung
4.2.3 Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
4.2.4 Anregung
4.2.5 Verbesserung des Lehrer-Images
4.3 Individuelle Hilfsmöglichkeiten bei dem Burnout- Syndrom
4.3.1 Enttabuisierung
4.3.2 Identifizierung von Stressquellen
4.3.3 Grenzen setzen
4.3.4 Realistische Ziele
4.3.5 Soziale Unterstützung
4.3.6 Zeitmanagement
4.3.7 Selbstakzeptierung
4.3.8 Psychotherapie
4.3.9 Entspannungsmöglichkeiten
4.4 Entspannung als Maßnahme gegen das Burnout- Syndrom
4.4.1 Einleitung
4.4.2 Autogenes Training
4.4.2.1 Entstehung
4.4.2.2 Voraussetzungen
4.4.2.3 Organisation
4.4.2.4 Durchführung
4.4.2.5 Wirkungen
4.4.3 Progressive Muskelentspannung
4.4.3.1 Entstehung
4.4.3.2 Voraussetzungen
4.4.3.3 Organisation
4.4.3.4 Durchführung
4.4.3.5 Wirkungen
4.4.4 Hatha-Yoga
4.4.4.1 Allgemein
4.4.4.2 Organisation
4.4.4.3 Vorrausetzungen für die Yoga-Übungen
4.4.4.4 Durchführung
4.4.4.5 Wirkung
4.4.5 Zusammenfassung Entspannungsmethoden
Die vorliegende Arbeit untersucht das Burnout-Syndrom bei Lehrkräften, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsmerkmalen, beruflichen Belastungsfaktoren und dem Ausbruch des Syndroms zu beleuchten sowie präventive und rehabilitative Entspannungsverfahren vorzustellen.
1.3.1 Grundtendenz Distanz
Kommt ein Mensch einem anderen Menschen zu nahe - er übertritt damit eine unsichtbare Grenze- so wird dies von Persönlichkeiten mit einer ausgeprägten Grundtendenz „Distanz“ als Bedrohung empfunden. Diese Angst nimmt Emotionen und Gefühle aus den Beziehungen. Sie werden rational betrachtet.
Persönlichkeiten mit einer großen Grundtendenz „Distanz“ führen meist sehr unterkühlte Beziehungen. Die Nähe, aber auch die Liebe der Mitmenschen, wird mit einer Angst vor extremer Vereinnahmung erlebt. Diese Menschen benötigen den Abstand zu ihren Mitmenschen als eine Art Selbstschutz.
Dies alles kann zur Isolation dieser Persönlichkeit führen.
Lehrer mit der Grundtendenz „Distanz“ bezeichnen sich als „hart, aber gerecht“. Aggressionen werden auf andere Menschen, in der Schule sind dies Kollegen und Schüler, projiziert.
Er hat Probleme, Zuwendungen von Schülern anzunehmen. Als Beweggrund eines Geschenkes von einem Schüler sieht er beispielsweise dessen schlechtes Gewissen. Aus Angst verletzt zu werden geht er keine Nähe zu den Schülern ein.
Er bewertet die Leistungen seiner Schüler äußerst sachlich. Seinen Unterricht hält er meist frontal, neuere Unterrichtsformen sieht er aus einem konservativen Blickwinkel.
Die Grundtendenz „Distanz“ „befähigt durchaus auch positiv zur Unabhängigkeit, Selbstständigkeit, oft zu einer hohen Sachkompetenz, zu Durchblick und Klarheit“. Seine Schüler empfinden zwar keine Sympathie für ihn, sie haben aber Respekt vor ihm.
Einem Lehrer mit dieser Persönlichkeit fällt es schwer, mit den Gefühlen der Schüler umzugehen und ihnen die wichtige emotionale Wärme zu geben.
Gudjons vermutet, dass Lehrer mit einer ausgeprägten Grundtendenz „Distanz“ häufig naturwissenschaftliche Fächer unterrichten und die Rolle des Fachlehrers bevorzugen.
1 Lehrerpersönlichkeit: Das Kapitel analysiert verschiedene Persönlichkeitsmodelle, insbesondere das von Gudjons, und untersucht typische Motive sowie den Narzissmus bei Lehrkräften.
2 Belastungen des Lehrers: Dieses Kapitel erläutert theoretische Belastungsmodelle wie das von Rudow und das AVEM von Schaarschmidt, um die vielfältigen Arbeitsbedingungen und gesundheitlichen Belastungen im Lehrberuf darzustellen.
3 Das Burnout- Syndrom: Hier werden Geschichte, Definitionen und zahlreiche Erklärungsmodelle des Burnout-Syndroms sowie gängige Messinstrumente detailliert wissenschaftlich aufgearbeitet.
4 Entspannung als präventive und intervenierende Maßnahme gegen Burnout: Dieses Kapitel stellt organisationsbezogene und individuelle Hilfsmöglichkeiten vor und gibt praktische Anleitungen zu Entspannungsmethoden wie Autogenem Training, Progressiver Muskelentspannung und Yoga.
Lehrer, Burnout-Syndrom, Lehrerpersönlichkeit, Belastung, Stress, Beanspruchungsmodell, AVEM, Arbeitsbedingungen, Prävention, Entspannung, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Yoga, Gesundheit, Schulalltag
Die Hausarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen den Persönlichkeitsmerkmalen von Lehrern, den spezifischen beruflichen Belastungen im Schulalltag und der Entstehung des Burnout-Syndroms.
Die Arbeit fokussiert auf die Lehrerpersönlichkeit, berufliche Beanspruchungsmodelle, theoretische Burnout-Erklärungsmodelle sowie Möglichkeiten der Prävention durch Entspannungstechniken.
Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für das Burnout-Syndrom bei Lehrkräften zu schaffen, um Möglichkeiten der Entlastung und psychischen Gesunderhaltung im Lehrberuf aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener psychologischer Modelle und empirischer Studien zum Lehrerberuf und Burnout.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Persönlichkeit, die detaillierte Darstellung von Belastungsfaktoren, die Erörterung von Burnout-Modellen und die Vorstellung praktischer Entspannungsmethoden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Burnout, Lehrerbelastung, Persönlichkeitsmodelle, Stressbewältigung und Entspannungsverfahren charakterisiert.
Die Arbeit stellt heraus, dass organisationale Faktoren wie Klassengröße, Schulform und mangelnde Unterstützung durch die Schulleitung signifikante Stressoren sind, die das Burnout-Risiko erhöhen können.
Sportlehrer sind durch eine spezifische Kombination aus physischen Belastungen, Lärmpegeln in Hallen und einer oft schwierigen organisatorischen Situation einer besonderen Belastungssituation ausgesetzt, die gesondert betrachtet werden muss.
Die Arbeit betont, dass Entspannungsmethoden primär präventiv wirken, während bei bereits fortgeschrittenem Burnout-Prozess oft professionelle psychologische Unterstützung oder Therapie notwendig sind.
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