Bachelorarbeit, 2019
78 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung
2 Gesundheit und ihre Förderung im betrieblichen Kontext
2.1 Definitorische Herleitung von Gesundheit
2.2 Obligatorische betriebliche Gesundheitsförderung
2.2.1 Globale Ebene – Ottawa Charta
2.2.2 Nationale Ebene – Gesetzliche Verankerung
3 Psychosoziale Determinanten und korrespondierende Störungen
3.1 Klinische Abgrenzung von psychischen Störungen
3.2 Psychosoziale Determinanten
3.3 Psychische Störungen im betrieblichen Kontext
4 Betriebliches Gesundheitsmanagement als Präventionsmaßnahme
4.1 Einführung
4.2 Präventive und kurative Ansätze im betrieblichen Kontext
4.2.1 Praktische Umsetzung und Reichweite des betrieblichen Gesundheitsmanagements
4.2.2 Gesundheitsförderliche Führung
4.2.3 Arbeitsmotivation und Gesundheit
5 Ökonomische Motivation
5.1 Humankapital als wichtigste unternehmerische Ressource
5.2 Psychisch bedingte Krankenstände und Arbeitsunfähigkeitsfälle
5.3 Psychisch bedingte Frührenten als Belastung für Rentenversicherungen
6 Wissenstransfer des betrieblichen Gesundheitsmanagements
7 Konklusion und Ausblick
8 Anhang
8.1 Qualitative Analyse des Interviewinhalts nach Mayring (Mayring, 2015)
8.2 Aufteilung der Erkrankungsarten bei Frauen
8.3 Aufteilung der Erkrankungsarten bei Männern
8.4 Verlauf der Fehlzeiten
8.5 Rentenzugänge verteilt auf Diagnosegruppen - Männer
8.6 Rentenzugänge verteilt auf Diagnosegruppen - Frauen
Diese Arbeit analysiert den aktuellen Stand und Umfang betrieblicher Gesundheitsvorsorge, um den wachsenden Anforderungen und veränderten Krankheitsbildern von Arbeitnehmern gerecht zu werden. Ein zentraler Fokus liegt auf der Untersuchung psychosozialer Belastungsfaktoren und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
3.2 Psychosoziale Determinanten
Der European Working Condition Survey (EWCS) ist eine Querschnittsbefragung, der die Arbeitsplatzqualität einschließlich der physischen und psychosozialen Risiken alle fünf Jahre erfasst. „The EWCS gathers information on… aspects, helping to paint a picture of the quality of jobs in Europe” (Union, 2012, S. 82). Seit 1990 werden anhand eines einheitlichen Fragebogens in Europa Arbeitnehmer und Selbstständige anhand von Zufallsstichproben befragt. Der Fragebogen beinhaltet Schlüsselfragen zur Arbeit und Anstellung. Abbildung 2 zeigt vergleichend auf Basis der Daten des EWCS für das Jahr 2010, durchschnittliche Werte der physischen und psychosozialen Tätigkeitsanforderungen für 15 europäische Länder. Der Kreuzungspunkt der beiden Achsen stellt dabei als Referenz das Gesamtmittel der in Betracht gezogenen Länder dar (Tobsch & Eichhorst, 2014). Es lässt sich erkennen, dass Deutschland zu den Ländern gehört, die mit höheren psychosozialen Anforderungen, in Bezug auf Arbeitstätigkeiten, umgehen müssen.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel skizziert den Wandel der Arbeitswelt von physischer zu psychosozialer Beanspruchung und betont die Notwendigkeit, Mitarbeitergesundheit strategisch zu verankern.
2 Gesundheit und ihre Förderung im betrieblichen Kontext: Es werden die begrifflichen Grundlagen von Gesundheit sowie die globalen und nationalen Rahmenbedingungen der betrieblichen Gesundheitsförderung erörtert.
3 Psychosoziale Determinanten und korrespondierende Störungen: Das Kapitel befasst sich mit der klinischen Abgrenzung psychischer Störungen und analysiert die spezifischen psychosozialen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz.
4 Betriebliches Gesundheitsmanagement als Präventionsmaßnahme: Hier wird das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) als Instrumentarium vorgestellt, wobei insbesondere Führungskräfteverhalten und Motivationsstrategien beleuchtet werden.
5 Ökonomische Motivation: Dieses Kapitel verknüpft das Konzept des Humankapitals mit den ökonomischen Folgen psychischer Erkrankungen, wie Fehlzeiten und Frühverrentungen.
6 Wissenstransfer des betrieblichen Gesundheitsmanagements: Es wird die Rolle psychologischer Beratungsangebote und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fachkräften im Arbeitsschutz diskutiert.
7 Konklusion und Ausblick: Die Arbeit fasst die Notwendigkeit einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur zusammen und fordert ein klareres gesetzliches Berufsbild für Arbeitspsychologen.
8 Anhang: Der Anhang enthält die qualitative Inhaltsanalyse der Experteninterviews sowie umfangreiches statistisches Datenmaterial zur Fehlzeiten- und Rentenstatistik.
Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Psychische Belastung, Psychosoziale Determinanten, Arbeitsmotivation, Humankapital, Prävention, Arbeitsunfähigkeit, Gefährdungsbeurteilung, Führungskultur, Arbeitspsychologie, Gesundheitsschutz, Fehlzeiten, Frühverrentung, Unternehmenskultur.
Die Bachelor-Thesis untersucht den Stellenwert und die praktische Anwendung von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) vor dem Hintergrund zunehmender psychischer Belastungen in der modernen Arbeitswelt.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Gesundheit, die Rolle von Führungskräften bei der Prävention, die ökonomischen Auswirkungen von Krankheit sowie die Integration psychologischer Fachkompetenz im Betrieb.
Das primäre Ziel ist die Analyse des aktuellen Stands der Gesundheitsvorsorge und die Aufzeigung von Möglichkeiten, wie Unternehmen durch systematisches BGM die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und damit ihre eigene Zukunftsfähigkeit sichern können.
Die Arbeit nutzt neben einer Literaturanalyse eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, basierend auf Experteninterviews mit Vertretern aus der Praxis.
Im Hauptteil werden theoretische Modelle zur Gefährdungsbeurteilung, die Bedeutung von Führung für die Mitarbeitergesundheit sowie statistische Daten zu krankheitsbedingten Fehlzeiten und Erwerbsminderungsrenten analysiert.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Betriebliches Gesundheitsmanagement, psychische Belastung, Humankapital, Prävention und Arbeitspsychologie.
Führungskräfte fungieren als direkte Ansprechpartner und gestalten durch ihr Verhalten, ihre Wertschätzung und ihre Art der Kommunikation das Arbeitsumfeld maßgeblich mit, was direkten Einfluss auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter hat.
Die Autorin betont, dass Arbeitspsychologen als unverzichtbare dritte Säule neben Arbeitsmedizinern und Sicherheitsfachkräften fest in das BGM integriert werden sollten, fordert jedoch gleichzeitig ein gesetzlich geschütztes und klar definiertes Berufsbild.
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