Examensarbeit, 2003
106 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Beispiele für Konstrukte künstlicher Menschen seit dem 13. Jahrhundert
II.1. Künstliche Menschen aus oder mit organischem Material
II.1.1. Albertus Magnus´ Androide
II.1.2. Paracelsus´Homunculus
II.1.3. Der Golem des Rabbi Löw
II.2. Alraunen
II.3. Mechanische Automaten-Puppen
II.4. Zur Geschichte der künstlichen Besamung (Insemination)
III. E.T.A. Hoffmann
III.1. E.T.A. Hoffmanns Position innerhalb der Romantik
IV. Hanns Heinz Ewers
IV.1. Biografisches
V. Der literarische Jugendstil
V.1. Stilistische Ausformung in „Alraune“
VI. Das Nachtstück „Der Sandmann“
VII. Der Roman „Alraune“
VIII. Aspekte der konstruierten Frau
VIII.1. Erschaffer / Schöpfertum
VIII.2. Die Bedingungen der Erschaffung / Die Schaffens-Prozesse
VIII.3. Das Verhältnis zwischen dem männlichen Protagonisten und der Androide
VIII.4. Das Automatenmotiv und das Konstrukt der Junggesellenmaschine im Kontext
IX. Schlussbetrachtung
X. Literaturverzeichnis
X.1. Primärliteratur
X.2. Sekundärliteratur
X.3. Sonstige Literatur
XI. Quellennachweis der Abbildungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Phänomen der künstlich geschaffenen Frau anhand der Beispiele Olimpia aus E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" und der Protagonistin Alraune aus Hanns Heinz Ewers' gleichnamigem Roman, wobei insbesondere die Aspekte der Erschaffung und des Verhältnisses zwischen Schöpfer und Konstrukt beleuchtet werden.
II.1.1. Albertus Magnus´ Androide
Der Erste, dem eine Erfindung zugeschrieben wird, die man als eine Mischung aus Maschine und künstlichem Menschen bezeichnen könnte, ist Albertus Magnus (gestorben 1280). Er soll den „eisernen Mann“, einen mechanischen Türsteher entwickelt haben, der nicht nur die Tür bedient, sondern auch die Gäste nach ihren Wünschen gefragt haben soll, was auf eine differenzierte Beherrschung der menschlichen Sprache schließen lässt. Es gibt widersprüchliche Berichte über diesen Androiden, welche zum Teil die Konstruktion aus Fleisch und Knochen bezeugen.3
Zumindest die letzten beiden o.a. Elemente dieser archaischen Roboter-Ausformung kann man getrost dem Bereich der Phantasie zuordnen, denn die Fähigkeit des Hörens und Sprechens im frei kommunikativen Sinne fehlt bis heute allen Maschinen. Die erste praktische Durchführung eines mechanischen Entwurfes einer „Sprachmaschine“ gelang dem Ingenieur und Wiener Hofrat Wolfgang von Kempelen erst Ende des 18. Jahrhunderts. Diese Maschine, zusammengesetzt aus einem Blasebalg und einem mit Orgelpfeifchen gefüllten Kästchen, konnte laut ihrem Erbauer mehrere hundert Wörter, welche man ihr vorgesagt hatte, klar und verständlich wiedergeben.4 Von der Möglichkeit einer Kommunikation – und sei es nur eine Antwort auf eine einfache Frage – war diese Maschine noch weit entfernt. Kempelens Popularität für die Nachwelt hat nicht sie, sondern sein bekannter „Schachtürke“ begründet.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der literarischen Konstruktion künstlicher Frauen ein und stellt die beiden im Fokus stehenden literarischen Werke vor.
II. Beispiele für Konstrukte künstlicher Menschen seit dem 13. Jahrhundert: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Tradition künstlicher Menschen von Albertus Magnus bis hin zur Entwicklung mechanischer Automaten.
III. E.T.A. Hoffmann: Hier wird der Autor E.T.A. Hoffmann in den Kontext der Spätromantik eingeordnet und die Entstehungsgeschichte seines "Sandmann" beleuchtet.
IV. Hanns Heinz Ewers: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie von Hanns Heinz Ewers, um Motive und Charaktergestaltung seines Werkes besser verständlich zu machen.
V. Der literarische Jugendstil: Es werden die Charakteristika des literarischen Jugendstils dargelegt und deren stilistische Ausformung direkt an Textstellen aus "Alraune" aufgezeigt.
VI. Das Nachtstück „Der Sandmann“: Dieses Kapitel analysiert Struktur, Erzählhaltungen und die unheimliche Wirkung von Hoffmanns Erzählung.
VII. Der Roman „Alraune“: Hier wird der Aufbau und die inhaltliche Gliederung von Ewers' Roman sowie die erzählerische Reflexion über das Schicksal der Titelfigur betrachtet.
VIII. Aspekte der konstruierten Frau: Die Untersuchung analysiert in vier thematischen Unterkapiteln die Schöpferfiguren, die Erschaffungsbedingungen und das Verhältnis der Protagonisten zu ihren Androiden.
IX. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentrale Frage des Verhältnisses von Mensch und Maschine zusammen und reflektiert die zeitlose Faszination dieser Schöpfungen.
Androiden, E.T.A. Hoffmann, Hanns Heinz Ewers, Der Sandmann, Alraune, künstliche Menschen, Jugendstil, Mechanik, Schöpfertum, Automatenmotiv, Junggesellenmaschine, Literatur, Literaturgeschichte, Romantik, Konstruktion.
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung künstlich geschaffener Frauen als Androiden, konkret anhand der Werke "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann und "Alraune" von Hanns Heinz Ewers.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Erschaffung künstlicher Wesen, das Verhältnis zwischen den männlichen Schöpferfiguren und ihren weiblichen Konstrukten sowie die stilistische Einordnung in den literarischen Jugendstil.
Das Ziel ist die Analyse der Aspekte einer "konstruierten Frau" in der Literatur, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung des Schöpfertums und der Autonomie dieser künstlichen Wesen aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textimmanente Interpretationen der beiden Romane mit biografischen Informationen der Autoren und historischen Kontexten zu Automaten und künstlicher Besamung kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine Untersuchung des literarischen Jugendstils, eine Analyse der beiden Primärwerke und eine vergleichende Untersuchung verschiedener Aspekte der "konstruierten Frau".
Die wichtigsten Begriffe sind Androiden, Automaten, Schöpfertum, Jugendstil, künstliche Frau, Machtverhältnisse und Literaturgeschichte.
Olimpia ist ein rein mechanisches, künstliches Konstrukt, während Alraune auf einer biologischen Ebene durch künstliche Besamung (Insemination) "geschaffen" wird.
Der Begriff dient als theoretisches Konstrukt, um die männliche Neigung zu beschreiben, die Welt oder die Frau als kontrollierbares, künstliches Objekt nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Die Biografie soll Aufschluss über die Motive seines Werkes geben und die Charaktergestaltung seines Protagonisten Frank Braun, der als Alter Ego des Autors gilt, kontextualisieren.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Hoffmann und Ewers ihre Androiden zwar erzählerisch vernichten, ihnen jedoch durch ihre literarische Ausgestaltung Unsterblichkeit verliehen haben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

