Diplomarbeit, 2006
90 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Grundlagen und Vorläufer der ÖKT
2.1 Vorläufer der ÖKT
2.2 Theoretische Grundlagen zum Verständnis der ÖKT
2.2.1 Österreichische Methodologie
2.2.2 Grundlagen der Kapitaltheorie
2.2.3 Sparen und die Produktionsstruktur
3 Darstellung der ÖKT
3.1 Vorbemerkungen
3.1.1 Zyklen versus Schwankungen
3.1.2 Problem der Fehlerhäufung
3.2 Positive Theorie des Zyklus
3.2.1 Wirkungen der Kreditexpansion auf die Produktionsstruktur
3.2.2 Marktreaktion auf die Kreditexpansion
3.3 Folgen des Zyklus
3.3.1 Verlust von Kapital
3.3.2 Sekundäre Depression
3.3.3 Brachliegende Ressourcen
3.3.4 Demoralisierung
4 Ergänzungen zur ÖKT
4.1 Rolle der Banken
4.2 Rolle der Börse
4.3 Preisniveaustabilisierung und ÖKT
4.4 Über- versus Fehlinvestitionen
4.5 Erholung und Rezession
4.6 BIP als unzureichende Erfassung der Vorgänge
5 Kritik an der ÖKT
5.1 Vorbemerkung
5.2 Empirische Relevanz
5.3 Rolle ungenutzter Ressourcen
5.4 Beendigung der Produktionsprozesse durch weitere Kreditexpansion
5.5 Zwangsläufiges unternehmerisches Versagen
6 Heutige Bedeutung der ÖKT
6.1 ÖKT und moderne Konjunkturtheorien
6.1.1 Gemeinsamkeiten
6.1.2 Unterschiede
6.1.3 Synthese
6.2 ÖKT als Hilfe für die heutige Geld- und Konjunkturpolitik
6.2.1 Allgemeine Empfehlungen
6.2.2 Reformvorschläge monetärer Institutionen
6.2.3 Probleme einer hundertprozentigen Goldwährung
6.2.4 ÖKT als Hilfe für Zentralbanken
7 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Diplomarbeit verfolgt das Ziel, eine aktuelle und detaillierte Darstellung der Österreichischen Konjunkturtheorie (ÖKT) in deutscher Sprache zu erarbeiten. Dabei soll eine wissenschaftlich konsistente Version der Theorie aufbereitet werden, um eine fundierte Kritik zu ermöglichen und ihre Relevanz für die moderne Wirtschafts- und Geldpolitik zu untersuchen.
3.2.1 Wirkungen der Kreditexpansion auf die Produktionsstruktur
Die Österreichische Erklärung der sich wiederholenden Fehlerhäufungen nimmt ihren Ausgang bei der Kreditexpansion, zu welcher die Banken - zumindest bei den heutigen institutionellen Gegebenheiten - in der Lage sind. Die Kreditexpansion geschieht gegenwärtig durch die Vergabe von zusätzlichen Krediten, die nicht aus gespartem Geld resultieren, sondern durch die Buchgeldschöpfung der Banken entstehen. Durch die Kreditexpansion steigt das Kreditangebot auf ein Niveau, das höher liegt, als es ohne die Kreditexpansion gewesen wäre.
Die Wirkung der Kreditexpansion ist zunächst den oben beschriebenen Wirkungen eines Anstiegs des Sparvolumens sehr ähnlich. Zunächst sinkt der Geldzins, da für die zusätzlichen Kredite nur bei einer Zinssenkung durch die Banken Nachfrage entsteht. Die Kreditexpansion wird also erst durch eine künstliche Herabsenkung unter das Marktzinsniveau, das durch freiwilliges Sparen bestimmt wird, möglich. Dabei muss der Geldzins nicht absolut fallen, sondern kann sogar absolut steigen. Für eine Kreditexpansion genügt es, dass der Geldzins relativ zu dem Niveau, welches er ohne die Kreditexpansion gehabt hätte, gesenkt wird.
Durch die relative Geldzinssenkung steigt der Wert der Kapitalgüter relativ an, und es erscheinen Projekte profitabel, die ohne die relative Zinssenkung nicht profitabel erschienen wären. Hierbei werden von der Zinssenkung Projekte, die länger dauern, bzw. langlebige Kapitalgüter relativ stärker in ihrer Rentabilität bzw. ihrem Wert betroffen sein, als kürzere Projekte und kurzlebige Kapitalgüter, weil der Zeitfaktor bei ersteren eine größere Rolle spielt. Dies lässt die Nachfrage nach Kapitalgütern steigen. Durch diesen Nachfrageanstieg können die Produzenten dieser Kapitalgüter nun Produktionsfaktoren, die zuvor in anderen, dem Konsum näher gelegenen Produktionsstufen verwendet wurden, an sich ziehen. Mithin besitzt die Kreditexpansion Auswirkungen auf die reale Produktionsstruktur, die in einer Verlängerung und Verbreiterung der höheren Produktionsstufen bestehen.
1 Einleitung: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der ÖKT von Mises bis zur modernen Renaissance und Darstellung des Aufbaus der Arbeit.
2 Grundlagen und Vorläufer der ÖKT: Einführung in die theoretischen Wurzeln sowie die methodologischen und kapitaltheoretischen Prinzipien der Österreichischen Schule.
3 Darstellung der ÖKT: Umfassende Analyse des Konjunkturzyklus, von den Ursachen der Kreditexpansion über die daraus resultierenden Fehlinvestitionen bis hin zu den Folgen der Krise.
4 Ergänzungen zur ÖKT: Vertiefende Erörterung der Rolle von Banken und Börse sowie kritische Betrachtung des BIP als Indikator.
5 Kritik an der ÖKT: Auseinandersetzung mit zentralen Einwänden gegen die Theorie, insbesondere hinsichtlich ihrer empirischen Relevanz und der Annahme rationalen unternehmerischen Handelns.
6 Heutige Bedeutung der ÖKT: Vergleich der ÖKT mit modernen Makrotheorien und Erarbeitung von wirtschaftspolitischen Implikationen für Zentralbanken und Geldordnung.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die Plausibilität der ÖKT und die Notwendigkeit ihres weiteren Studiums für eine stabile Wirtschaft.
Österreichische Konjunkturtheorie, ÖKT, Kreditexpansion, Produktionsstruktur, Kapitaltheorie, Konjunkturzyklus, Fehlallokation, Zeitpräferenz, Fehlinvestitionen, Rezession, Zentralbanken, Goldwährung, Wirtschaftspolitik, Preisniveaustabilität, Marktprozess.
Die Arbeit liefert eine aktuelle und detaillierte Darstellung der Österreichischen Konjunkturtheorie und untersucht deren Erklärungskraft für Konjunkturzyklen aus heutiger Sicht.
Im Zentrum stehen die Entstehung von Konjunkturzyklen durch unnatürliche Kreditexpansion, die Struktur der Produktion sowie der Vergleich mit anderen modernen Konjunkturtheorien.
Das Ziel ist es, eine konsistente Version der ÖKT zu erarbeiten, um eine faire wissenschaftliche Kritik zu üben und den Nutzen der Theorie für die aktuelle Geld- und Konjunkturpolitik zu bewerten.
Die Arbeit folgt dem methodologischen Individualismus und Subjektivismus der Österreichischen Schule, wobei der Fokus auf logisch-deduktiven Zusammenhängen liegt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Konjunkturmechanismus, eine kritische Auseinandersetzung mit empirischen Gegenargumenten sowie eine Analyse der praktischen Anwendbarkeit der Theorie.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kreditexpansion, Produktionsstruktur, Fehlinvestitionen, Zeitpräferenz und Konjunkturzyklus definiert.
Der Autor kritisiert das BIP als unzureichend, da es lediglich den Konsumgütersektor betont und die komplexen Vorgänge in den höheren Produktionsstufen bei der Entstehung von Zyklen nicht adäquat abbildet.
Es dient der schematischen Illustration der Produktionsstruktur, um die Auswirkungen von Spar-Konsum-Entscheidungen und Kreditexpansionen auf die intertemporale Allokation visuell verständlich zu machen.
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