Bachelorarbeit, 2019
38 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Zur Filmdidaktik
2.1 Vorteile und Chancen von Filmen im Fremdsprachenunterricht
2.2 Literarische, dramatische und cineastische Aspekte
2.3 Verfahren der Filmbetrachtung und -behandlung
3. Ein kulturelles Phänomen: Der American Dream
3.1 Der Beginn des Traums
3.2 Der Traum vom individuellen Erfolg
3.3 Benjamin Franklin und der self-made man
3.4 Der American Dream als ‚Grundrecht‘
4. Sachanalyse
5. Drei Unterrichtsentwürfe zum American Dream in Forrest Gump
5.1 Forrest Gump als wise fool
5.1.1 Lernziele
5.1.2 Legitimierung der Lernziele
5.1.3 Lehr- und Lernvoraussetzungen
5.1.4 Methodisch-didaktische Analyse
5.2 Jenny und der geplatzte Traum
5.2.1 Lernziele
5.2.2 Legitimierung der Lernziele
5.2.3 Lehr- und Lernvoraussetzungen
5.2.4 Methodisch-didaktische Analyse
5.3 Szenenanalyse: Dear God, Make Me a Bird
5.3.1 Lernziele
5.3.2 Legitimierung der Lernziele
5.3.3 Lehr- und Lernvoraussetzungen
5.3.4 Methodisch-didaktische Analyse
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die widersprüchliche Darstellung des American Dream im Film Forrest Gump. Ziel ist es, drei konkrete Unterrichtsentwürfe für die 11. Klasse an einem Gymnasium in Rheinland-Pfalz zu entwickeln, die den Schülerinnen und Schülern eine kritische Auseinandersetzung mit diesem zentralen US-amerikanischen Mythos ermöglichen.
1. Einleitung
„Life is like a box of chocolates: You never know what you’re gonna get“ (Zemeckis 1994: TC 00:03:36). Dieses Zitat ist eine von vielen ‚Weisheiten‘, die der titelgebende Protagonist aus dem Film Forrest Gump während seiner Erzählung immer wieder erwähnt. Gleichzeitig kann es wohl auch als das Zitat bezeichnet werden, das seit dem Erscheinungsjahr 1994 am stärksten Einzug in die US-amerikanische Popkultur gehalten hat – wahrscheinlich, weil es die kindliche Naivität und die unverdorbene Sichtweise des Helden auf sein Umfeld und die Welt im Allgemeinen am ehesten widerspiegelt. Dabei wird allerdings oft übersehen, dass es insgeheim den zentralen Mythos der US-Kultur, auf den in der Filmhandlung fortlaufend Bezug genommen wird, mit einer sehr ironischen und fast schon zynischen Haltung unterminiert. Die Rede ist vom sogenannten American Dream. Allgemeingefasst handelt es sich hierbei um die in den USA vorherrschende Vorstellung, dass jeder Bürger seine Lebensträume und beruflichen Wünsche durch harte Arbeit und den steten Glauben an sich selbst erreichen kann, vollkommen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Glaube oder sonstigen persönlichen Eigenschaften. Besonders die Ausgangslage in Armut, die sich schließlich in ein späteres Leben in Reichtum verwandelt, entspricht dem Prototyp des realisierten amerikanischen Traums und ist entsprechend in die weit verbreitete Trope From rags to riches (dt. vom Tellerwäscher zum Millionär) gemündet.
Viele Elemente aus diesem Mythos lassen sich auch tatsächlich auf Forrest Gump übertragen. Schließlich lebt die Hauptfigur Forrest zu Beginn in relativ einfachen Verhältnissen mit seiner alleinerziehenden Mutter. Mit der Zeit gelingt es ihm, die soziale Leiter hochzusteigen, indem er nicht nur hart arbeitet, immer mehr Geld verdient, ein Shrimp-Business eröffnet und sogar in das Anfang der 1980er Jahre neuartige Unternehmen Apple investiert, sondern auch durch die gesellschaftliche Würdigung, die er immer wieder erfährt, wie beispielsweise durch die Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson (vgl. TC 01:02:55). Selbst zu nationalem Ruhm schafft es Forrest, etwa wenn er durch sein außergewöhnliches Talent für Tischtennis oder durch seinen wochenlangen Lauf durch die verschiedensten US-amerikanischen Bundesstaaten für Schlagzeilen in Zeitung und Fernsehen sorgt. Und dennoch lässt er sich nicht als Paradebeispiel des American Dream bezeichnen, da er zu keinem Zeitpunkt den Wunsch nach Erfolg oder Geld äußert, sondern im Gegenteil immer äußere Faktoren zu seinem erfolgreichen Leben führen. Genau wie bei der Wahl der nächsten Praline aus dem eingangs erwähnten Zitat lässt sich Forrest immer vom nächsten Ereignis in seinem Leben überraschen, anstatt selbst aktiv an ein eigens gesetztes Ziel zu gelangen – wie es dem Sinne des American Dream eigentlich entsprechen würde.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie der Film Forrest Gump den Mythos des American Dream durch die ironische Darstellung des Protagonisten unterminiert.
2. Zur Filmdidaktik: Dieses Kapitel erläutert die Vorteile und methodischen Ansätze von Filmen im Fremdsprachenunterricht und führt zentrale Kompetenzbereiche wie film literacy ein.
3. Ein kulturelles Phänomen: Der American Dream: Es wird die historische Genese des amerikanischen Traums von den puritanischen Ursprüngen bis hin zur modernen politischen Rhetorik detailliert nachgezeichnet.
4. Sachanalyse: Die Sachanalyse legt dar, wie der Film auf verschiedenen Ebenen – insbesondere durch die Figur des wise fool – den American Dream dekonstruiert.
5. Drei Unterrichtsentwürfe zum American Dream in Forrest Gump: Der Hauptteil präsentiert drei detaillierte Unterrichtsentwürfe, die analytische und kreative Methoden zur Filmbesprechung in der Oberstufe kombinieren.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Eignung des Films als Gegenstand für den Unterricht zusammen und betont die kritische Distanz, die Schülerinnen und Schüler durch die Analyse gewinnen können.
American Dream, Filmdidaktik, Forrest Gump, Fremdsprachenunterricht, Interkulturelle Kompetenz, Landeskunde, Literaturedidasktik, Medienkompetenz, Mythos, Oberstufe, Post-viewing, Pre-viewing, Self-made man, Unterrichtsentwurf, While-viewing, Wise fool.
Die Arbeit untersucht die kritische und teilweise zynische Darstellung des American Dream im Film Forrest Gump und entwickelt darauf aufbauend methodisch fundierte Unterrichtskonzepte für den Englischunterricht in der Oberstufe.
Die Arbeit verknüpft filmdidaktische Grundlagen mit einer historischen und kulturellen Analyse des American Dream und wendet diese Erkenntnisse auf konkrete Filmszenen und Unterrichtsplanung an.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrerinnen und Lehrer den Film Forrest Gump nutzen können, um Schülerinnen und Schülern ein kritisches Verständnis für den American Dream zu vermitteln, anstatt ihn nur als Bestätigung des Mythos zu rezipieren.
Es wird eine fachdidaktische Analyse durchgeführt, die theoretische Grundlagen aus der Film- und Literaturdidaktik mit den Lehrplänen für das Gymnasium in Rheinland-Pfalz abgleicht und in praxisorientierte Unterrichtsentwürfe übersetzt.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Filmdidaktik und des American Dream dargelegt, gefolgt von einer Sachanalyse des Films und drei detaillierten Unterrichtsentwürfen inklusive Lernzielen und methodischer Begründung.
Wesentliche Begriffe sind American Dream, wise fool, film literacy, Filmdidaktik, kompetenzorientierter Unterricht und methodische Vielfalt.
Die Arbeit argumentiert, dass Forrest Gump keine eigenen ambitionierten Ziele verfolgt und sich passiv durch das Leben treiben lässt, was ihn grundlegend von dem aktiven, zielstrebigen self-made man unterscheidet und ihn stattdessen als literarische Figur des wise fool erscheinen lässt.
Jenny verkörpert das aktive Streben nach dem American Dream, scheitert jedoch tragisch, während Forrest, der diesen Traum gar nicht aktiv anstrebt, durch äußere glückliche Umstände dennoch „erfolgreich“ wird, was die zynische Botschaft des Films unterstreicht.
Aufgrund der Komplexität des Themas und der Notwendigkeit, den gesamten Handlungsverlauf für die Analyse zu kennen, wird in der Arbeit das Blockverfahren gegenüber anderen Vorführtechniken bevorzugt.
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