Bachelorarbeit, 2021
39 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen
1.1 Burnout
1.1.1 Grundlagen
1.1.2 Symptome und Folgen
1.1.3 Entstehungsmodelle
1.2 Emotionsarbeit
1.2.1 Das Konzept der Emotionsarbeit
1.2.2 Formen der Emotionsarbeit
1.2.3 Folgen der Emotionsarbeit
1.3 Zeitdruck
1.4 Fragestellungen und Hypothesen
2. Methode
2.1 Stichprobe
2.2 Fragebogen
2.2.1 Burnout
2.2.2 Zeitdruck
2.2.3 Emotionale Dissonanz
2.3 Versuchsablauf
2.4 Auswertung
3. Ergebnisse
4. Diskussion
4.1 Zentrale Ergebnisse
4.2 Ergebnisinterpretation
4.2.1 Zeitdruck
4.2.2 Emotionsarbeit
4.2.3 Zeitdruck und emotionale Dissonanz
4.2.4 Praktische Implikationen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Zeitdruck, emotionaler Arbeit und dem Burnout-Risiko bei Pflegekräften in der stationären Altenpflege. Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Zeitdruck zu einer Steigerung emotionaler Dissonanz führt und inwiefern diese Faktoren zur Entstehung von Burnout-Symptomen beitragen, um daraus Handlungsstrategien für Einrichtungen abzuleiten.
1.2.2 Formen der Emotionsarbeit
Die Emotionsregulation wird von Gross (1998b) definiert als „processes by which individuals influence which emotions they have, when they have them, and how they experience and express these emotions“ (S. 275). Neben der automatischen Emotionsregulation, bei der die erwünschte Emotion ohne bewusste Regulation erscheint, gibt es laut Hochschild zwei zentrale Emotionsregulationsstrategien, die dem Individuum dazu verhelfen, die eigenen Emotionen beeinflussen zu können: das Tiefenhandeln (deep acting) und das Oberflächenhandeln (surface acting) (vgl. Hochschild 2006: 55f.; Schmedes 2021: 53).
Das Tiefenhandeln bezeichnet die Regulation der Gefühle „in Richtung der (wahrgenommenen) Vorgaben“ (Schulz & Schöllgen 2017: 27). Durch die Veränderung des Gefühlslebens versucht das Individuum ein selbstinduziertes und authentisches Gefühl in sich selbst zu erzeugen (vgl. ebd.; Hochschild 2006: 53). Auf den gefühlsauslösenden Reiz wird eingewirkt oder die Wahrnehmung dessen wird verändert; diese Art der Emotionsregulation findet statt, bevor die Emotion ausgelöst wird (vgl. Gross 1998a: 226; Kruse 2016: 11f.). Verschiedene Techniken können zu einer Regulation oder Beeinflussung der Gefühle verhelfen: Körperliche Entspannung, die durch Meditation oder tiefes Durchatmen erreicht werden kann, oder die Stanislawski-Methode, bei der aktiv mentale Bilder, Erinnerungen und Vorstellungen im Individuum hervorgerufen werden, die mit einem bestimmten Gefühl verbunden sind (vgl. Rastetter 2008: 18; Unger 2014: 315f.). Hauptsächlich werden bei dem Tiefenhandeln kognitive Strategien verwendet, damit die eigenen Gefühle im Einklang mit den geforderten Gefühlen stehen (vgl. Nerdinger 2012: 10).
Das Oberflächenhandeln bezeichnet im Gegensatz zum Tiefenhandeln die Regulation der beobachtbaren Aspekte der Emotionen, den Gefühlsausdruck (vgl. Schulz & Schöllgen 2017: 27; Hülsheger, Lang & Maier 2010: 506). Hier entspricht der dargestellte Gefühlsausdruck demnach „nicht dem eigenen Gefühlszustand“ (Kauffeld 2019: 288; vgl. Unger 2014: 305). Mittels der Anpassung von Mimik, Gestik und der Stimme kann der gewünschte Ausdruck hergestellt werden, um mit den Darstellungsregeln im Einklang zu sein (vgl. Unger 2014: 305; Schulz & Schöllgen 2017: 27).
Einleitung: Einführung in das Berufsfeld Altenpflege, die Darstellung der hohen Arbeitsbelastung und die Relevanz der Untersuchung für die Mitarbeitergesundheit.
1. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Burnout-Konzepte, der Emotionsarbeit inklusive ihrer Formen sowie die Rolle von Zeitdruck als Belastungsfaktor.
2. Methode: Beschreibung der Stichprobe, der verwendeten Messinstrumente (MBI, COPSOQ, FEWS) sowie des Versuchsablaufs und der statistischen Auswertungsverfahren.
3. Ergebnisse: Präsentation der statistischen Daten zu Burnout-Dimensionen, Zeitdruck und emotionaler Dissonanz inklusive der Korrelationsanalysen.
4. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf die Hypothesen, Erörterung von Erklärungsansätzen für die Befunde und Ableitung von praktischen Implikationen für die Pflegepraxis.
Altenpflege, Burnout, Emotionsarbeit, Tiefenhandeln, Oberflächenhandeln, emotionale Dissonanz, Zeitdruck, psychische Belastung, Arbeitsbedingungen, Mitarbeitergesundheit, Pflegekräfte, Stressoren, Emotionsregulation.
Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen Zeitdruck, emotionaler Arbeit und dem Burnout-Risiko von Pflegekräften in der stationären Altenpflege.
Die zentralen Themen sind Burnout-Prävention, Emotionsregulationstechniken (Tiefenhandeln vs. Oberflächenhandeln), die Auswirkungen von Zeitdruck und die psychische Belastung durch Darstellungsregeln am Arbeitsplatz.
Das Ziel ist die empirische Prüfung, ob Zeitdruck die emotionale Dissonanz steigert und ob diese Faktoren signifikant mit Burnout-Symptomen korrelieren.
Es wurde eine quantitative Erhebung bei N = 60 Altenpflegern mittels standardisierter Fragebögen (MBI, COPSOQ, FEWS) durchgeführt und mittels SPSS und Korrelationsanalysen ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Burnout, Emotionsarbeit und Zeitdruck, eine detaillierte methodische Beschreibung sowie die Ergebnisanalyse und Diskussion der Befunde.
Die wichtigsten Schlagworte sind Altenpflege, Burnout, emotionale Dissonanz, Emotionsarbeit, Zeitdruck und Arbeitsbedingungen.
Die emotionale Arbeit im Kontakt mit Klienten erfordert oft eine Regulation von Gefühlen, die im Widerspruch zum eigenen Befinden stehen können, was bei unzureichenden Ressourcen die emotionale Dissonanz und damit das Burnout-Risiko erhöht.
Die Autorin empfiehlt die Bereitstellung ausreichender Personalressourcen, die Etablierung von Supervisionsangeboten und Schulungen zu Bewältigungsstrategien, um die Arbeitsbelastung und den emotionalen Druck zu mindern.
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