Masterarbeit, 2021
78 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Staatsverschuldung und Schuldenquote
2.2 Indikator
2.3 Inflation
2.4 Finanzielle Repression
2.5 Abgrenzung fiskalische Dominanz und finanzielle Repression
3 Historischer Rückblick
3.1 Finanzielle Repression in Italien
3.2 Fazit
4 Wissenschaftliche Untersuchung
4.1 Fragestellung
4.2 Vorgehensweise und Suchstrategie
4.3 Zusammenfassung der untersuchten Empirie
4.4 Indikatoren
4.4.1 Banken
4.4.2 Geldpolitik
4.4.2.1 Allgemeine Geldpolitik
4.4.2.2 Inflationsbetrachtung der EZB
4.4.2.3 Marktbewertung der EZB-Politik: Aktuelles Beispiel
4.4.3 Regulatorik
4.4.4 Sonstige Indikatoren
4.5 Vergleich zwischen finanzieller Repression in der Vergangenheit und dem Status Quo in Europa
5 Schlussfolgerungen
5.1 Diskussion der Ergebnisse
5.2 Szenarien für einen Ausstieg aus dem Status Quo
5.3 Ansätze für künftige Forschung
6 Grenzen der Thesis
7 Fazit
Die Masterthesis verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick und eine Zusammenfassung über den aktuellen Forschungsstand zum Vorliegen finanzieller Repression in Europa sowie der damit verbundenen Indikatoren zu geben, wobei die aktuelle Situation durch eine Analyse relevanter Studien und Statistiken bewertet und mit historischen Erfahrungen verglichen wird.
2.4 Finanzielle Repression
Der Begriff der finanziellen Repression geht auf die Wissenschaftler Shaw und McKinnon im Jahr 1973 zurück und referenziert auf eine breite Palette von politischen und regulatorischen Maßnahmen, die das Spielfeld auf dem Finanzmarkt zu Gunsten des Staates verändert.25
Diese Einflussnahme erfolgt zu Gunsten staatlicher Schuldner und zu Lasten von Gläubigern und Bürgern. Das bedeutet eine Besserstellung von Staatsanleihen, welche wiederum zu geringerem Zinsaufwand führt. Dabei lässt sich zwischen indirekter und direkter Einflussnahme unterscheiden.26 Durch diverse regulatorische Vorgaben kann der Staat Spielregeln für den Markt aufstellen bzw. beeinflussen. Typisches Beispiel hierfür ist, dass Staatsanleihen als risikofrei gelten und Banken (gem. Basel III) oder Versicherungen (gem. Solvency II) für Investments in diese kein Eigenkapital hinterlegen müssen. Für andere Anlageformen, zum Beispiel von Unternehmen herausgegebene und mit Sicherheiten hinterlegte Anleihen besteht hingegen eine Eigenkapitalhinterlegungspflicht.27
Direkte Einflussnahme des Staates kann über verschiedene Kanäle erfolgen. Dieser kann, mit dem Ziel der Schaffung erhöhter Nachfrage auf Staatsanleihen, Druck auf private Marktteilnehmer ausüben, verstärkt in Staatsanleihen zu investieren. Eine weitere Möglichkeit des direkten Einflusses ist eine Einbindung der Zentralbank, welche als verlängerter Arm des Staates diesem direkten Kredit gewähren könnte oder dessen Anleihen kauft.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Anstieg der europäischen Schuldenquoten infolge der Finanz-, Euro- und Corona-Krise und führt in die Relevanz einer nachhaltigen Schuldentragfähigkeit ein.
2 Begriffsbestimmungen: Dieser Abschnitt definiert zentrale Begriffe wie Staatsverschuldung, Schuldenquote, Indikator, Inflation und finanzielle Repression sowie die Abgrenzung zur fiskalischen Dominanz.
3 Historischer Rückblick: Es wird die historische Praxis finanzieller Repression analysiert, wobei Italien als zentrales Fallbeispiel der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre dient.
4 Wissenschaftliche Untersuchung: Das Kernkapitel enthält die Forschungsfrage, die Methodik des Literatur-Reviews sowie die detaillierte Analyse der Indikatoren (Banken, Geldpolitik, Regulatorik) im Kontext der aktuellen Situation in Europa.
5 Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse werden diskutiert, mögliche Ausstiegsszenarien aus dem Status Quo skizziert und Ansätze für weiterführende Forschung formuliert.
6 Grenzen der Thesis: Das Kapitel reflektiert methodische Einschränkungen wie den Fokus auf nordeuropäische Autoren und mögliche Auswahl-Bias bei der Identifikation von Studien.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass finanzielle Repression durch Intransparenz gekennzeichnet ist und identifiziert die EZB-Geldpolitik, Regulatorik und den Staaten-Banken-Nexus als Hauptindikatoren im heutigen Euroraum.
Finanzielle Repression, Staatsverschuldung, Schuldenquote, EZB, Geldpolitik, Regulatorik, Basel III, Solvency II, Staatsanleihen, Realzins, Finanzstabilität, Fiskalische Dominanz, Inflation, Banken-Staaten-Nexus, Eurokrise.
Die Arbeit untersucht, ob sich Europa aktuell in einer Phase finanzieller Repression befindet und identifiziert hierfür relevante Indikatoren.
Die zentralen Felder umfassen die europäische Staatsverschuldung, die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie regulatorische Maßnahmen, die den Finanzsektor beeinflussen.
Die Forschungsfrage lautet, ob sich Europa derzeit in einer finanziellen Repression befindet, und wie sich die aktuelle Situation im Vergleich zu historischen Episoden darstellt.
Der Autor führt ein systematisches Literatur-Review durch, analysiert 33 relevante Studien aus dem Zeitraum 2010 bis 2020 und gleicht diese mit aktuellen statistischen Daten ab.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen spezifische Indikatoren wie der Staaten-Banken-Nexus, die Geldpolitik der EZB und verschiedene regulatorische Vorgaben analysiert, die eine Bevorzugung von Staatsanleihen begünstigen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Finanzielle Repression, Staatsverschuldung, EZB-Geldpolitik, Regulatorik, Staatsanleihen und Fiskalische Dominanz.
Der Autor stellt fest, dass der Markt die EZB als Unterstützerin von Staatsanleihen sieht, auch wenn die EZB selbst betont, dass ihre Maßnahmen primär der Preisstabilität dienen.
Die Arbeit zeigt auf, dass Vorgaben wie Basel III oder Solvency II Staatsanleihen regulatorisch bevorteilen, wodurch Banken und Versicherungen dazu motiviert werden, verstärkt in diese Papiere zu investieren.
Während früher direkte Maßnahmen wie Kapitalverkehrskontrollen dominierten, erfolgt die aktuelle Einflussnahme in Europa subtiler über Regulatorik, expansive Geldpolitik und den Staaten-Banken-Nexus.
Der Autor plädiert für einen international abgestimmten Ausstiegsprozess, der mit Haushaltskonsolidierung, Strukturreformen und einer konsequenten Steuererhebung einhergehen sollte.
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