Magisterarbeit, 2007
123 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1. Was heißt Legasthenie?
1.2. Historischer Rückblick
2. Ursachen der Legasthenie
2.1. Genetische Erklärungsansätze
2.2. Neurobiologische Erklärungsansätze
2.3. Weitere Erklärungsansätze
3. Symptome der Legasthenie und ihre Auswirkungen
3.1. Die Primärsymptomatik
3.2. Auswirkungen der Legasthenie auf die psycho-soziale Lage
3.2.1. Primäre und sekundäre Komorbidität
3.2.2. Prognose für die schulische, berufliche und soziale Entwicklung
3.2.3. Spätlegasthenie und funktionaler Analphabetismus
4. Förder- und Differentialdiagnostik
4.1. Die Relevanz der Anamnese
4.2. Testdiagnostische Verfahren
4.2.1. Basisdiagnostik
4.2.1.1. Verfahren zur Diagnostik der Rechtschreibstörung
4.2.1.2. Verfahren zur Diagnostik der Lesestörung
4.2.2. Zusatzdiagnostik
4.2.2.1. Intelligenztests
4.2.2.2. Untersuchung der Sprachentwicklung
4.2.2.3. Untersuchung der motorischen Entwicklung
4.2.2.4. Verfahren zur Überprüfung der Aufmerksamkeit
4.2.2.5. Verfahren zur Erfassung von emotionalen und Verhaltensproblemen
4.3. Integration aller Ergebnisse
5. Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Förderung
5.1. Schulische Förderung
5.1.1. Die Erlasse und Richtlinien der Bundesländer
5.1.2. Organisation und Gestaltung des Förderunterrichts
5.1.3. Selbsthilfe durch die Eltern
5.1.4. Die Hausaufgabensituation
5.2. Außerschulische Förderung
5.2.1. Woran erkennt man eine gute Therapie?
5.2.2. Beispiele für Förderprogramme
5.2.2.1. Der Kieler Lese- und Rechtschreibaufbau nach Dummer-Smoch und Hackethal (2002, 2001)
5.2.2.2. Die Lautgetreue Rechtschreibförderung nach Reuter-Liehr (1992)
5.2.2.3. Das Marburger Rechtschreibtraining nach Schulte-Körne und Mathwig (2001)
5.2.3. Computerprogramme
5.3. Sozialrechtliche Hilfen
6. Legasthenie, Gesellschaft und Schule – Prävention der Legasthenie
6.1. Früherkennung von Risikokindern
6.2. Frühförderung als Prävention
6.3. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Legasthenie mit dem Ziel, diagnostische Möglichkeiten sowie geeignete Förderansätze für betroffene Kinder darzustellen, um die negativen Auswirkungen der Störung auf deren schulische, soziale und emotionale Entwicklung frühzeitig zu verhindern oder abzumildern.
1.1. Was heißt Legasthenie?
In der Literatur findet man für den Begriff Legasthenie viele verschiedene Ausdrücke, wie z.B. Lese-Rechtschreibstörung, Lese-Rechtschreibschwäche, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und Dyslexie (internationaler Begriff). Unter Legasthenie versteht man eine massive und langandauernde Störung des Schriftspracherwerbs. Allerdings sollte man zwischen einer Legasthenie und einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) unterscheiden, da eine LRS durch bestimmte Ereignisse, wie häufiger Lehrer- oder Schulwechsel, krankheitsbedingte Abwesenheit oder Familienkrisen, hervorgerufen werden kann und zumeist vorübergehend ist, während eine Legasthenie bereits in der frühen Kindheit entsteht bzw. schon als Anlage mitgebracht wird und über Jahre hinweg existiert (vgl. KLASEN, 1995, S. 15).
In der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) zählt die Legasthenie zu den umschriebenen Entwicklungsstörungen (F8), d.h. dass nur eine Fertigkeit – hier der Schriftspracherwerb – gestört und die allgemeine Entwicklung unauffällig ist. Die Voraussetzungen umschriebener Entwicklungsstörungen sind, dass sie im Kleinkindalter oder in der Kindheit beginnen, eine Einschränkung oder Verzögerung in der Entwicklung von Funktionen vorliegt, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verbunden ist und ein stetiger Verlauf auftritt (vgl. DILLING u.a., 1993, S. 262).
Laut ICD-10 werden die umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten unterschieden in die Lese- und Rechtschreibstörung (F81.0), bei der das Lesen und Rechtschreiben deutlich hinter der zu erwartenden Leistung zurückbleibt und die isolierte Rechtschreibstörung (F81.1), bei der nur der Rechtschreib-, aber nicht der Leseprozess gestört ist.
1. Einleitung: Diese Einführung klärt den Begriff der Legasthenie und beleuchtet historisch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen sowie die Bedeutung früher Hilfsangebote.
2. Ursachen der Legasthenie: Hier werden diverse genetische und neurobiologische Erklärungsmodelle für die Entstehung der Störung vorgestellt.
3. Symptome der Legasthenie und ihre Auswirkungen: Dieses Kapitel beschreibt sowohl die Primärsymptome als auch die sekundären Auswirkungen auf das Sozialverhalten und die psychische Verfassung des Kindes.
4. Förder- und Differentialdiagnostik: Es wird dargelegt, wie mittels Anamnese und standardisierter Testverfahren eine fundierte Diagnose erstellt und von anderen Störungen abgegrenzt werden kann.
5. Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Förderung: Hier stehen praktische schulische und außerschulische Interventionskonzepte im Fokus, inklusive konkreter Förderprogramme.
6. Legasthenie, Gesellschaft und Schule – Prävention der Legasthenie: Dieser Teil konzentriert sich auf vorschulische Screening-Verfahren und präventive Frühförderung, um schwere Lernrückstände gar nicht erst entstehen zu lassen.
Legasthenie, Lese-Rechtschreibstörung, Schriftspracherwerb, Frühdiagnose, Förderdiagnostik, Lerntherapie, phonologische Bewusstheit, Teilleistungsstörung, schulische Förderung, Nachteilsausgleich, Prävention, Kieler Leseaufbau, Marburger Rechtschreibtraining, psychische Komorbidität, Intelligenzdiagnostik
Die Arbeit befasst sich mit dem Störungsbild der Legasthenie, beleuchtet deren Ursachen, Symptome sowie Auswirkungen auf Kinder und zeigt detailliert auf, wie eine frühzeitige Diagnose und Förderung in Schule und Therapie erfolgen kann.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen (Ursachen, Entwicklung), die Diagnostik (Anamnese, Testverfahren), die pädagogische Förderung (Methodik, Programme) sowie präventive Ansätze im Vorschulbereich.
Das Hauptziel ist es, Möglichkeiten der Früherkennung und der individuellen Förderung aufzuzeigen, um den betroffenen Kindern langfristig schulische und soziale Teilhabe zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Forschungsergebnisse, pädagogischer Modelle und aktueller diagnostischer Klassifikationssysteme (wie ICD-10).
Im Hauptteil werden neben den Ursachen und Symptomen ausführlich diagnostische Instrumente (Basis- und Zusatzdiagnostik) sowie konkrete Förderprogramme (Kieler Lese-/Rechtschreibaufbau, Marburger Rechtschreibtraining) analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Legasthenie, Frühdiagnose, Förderdiagnostik, Lerntherapie, phonologische Bewusstheit und schulische Nachteilsausgleiche charakterisieren.
Dies ist ein Konzept aus der therapeutischen Praxis, bei dem das Training auf einem Niveau beginnt, auf dem das Kind bereits fehlerfrei arbeiten kann, um durch erste Erfolgserlebnisse die Lernmotivation zu stärken.
Lautgebärden dienen als methodische Unterstützung, um die Aufmerksamkeit des Kindes auf die Lautfolge eines Wortes zu richten und so das Erlernen der Graphem-Phonem-Korrespondenz durch die Einbeziehung mehrerer Sinneskanäle zu erleichtern.
Die Unterscheidung ist zentral, da eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) oft durch äußere Faktoren (z.B. Krisen) bedingt und vorübergehend ist, während Legasthenie als tiefgreifende Störung eine spezifische therapeutische Intervention erfordert.
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