Essay, 2006
17 Seiten
I. Fünf Bedeutungsaspekte der Coaching – Idee
II. Acht notwendige Elemente des Coaching
III. Implikationen für die Beratung in der Sozialen Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Evolution des Coaching-Begriffs von einer exklusiven Managementberatung hin zu einem eigenständigen Beratungskonzept, das zunehmend in der Sozialen Arbeit und im Bildungswesen Anwendung findet. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Coaching durch spezifische Kernelemente von traditionellen psycho-sozialen Beratungsmethoden abgrenzen lässt und welche Implikationen sich daraus für das Berufsfeld der Sozialen Arbeit ergeben.
3. Person-Zentrierung
„Coaching ist (...), personenbezogene Einzelberatung von Menschen in der Arbeitswelt (...).“ (Looss 1991, S. 13). Andere Autoren definieren Coaching als „personenzentrierten Beratungs- und Betreuungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann und zeitlich begrenzt ist.“ (Rauen 2000, S. 12). Auch wenn sich in den frühen Lehrbüchern der Coaching-Experten selten ein expliziter Hinweis auf die Beratungstheorie von Carl Rogers findet, so kann man doch gewiss davon ausgehen, dass die „personenbezogene Einzelberatung“, die sich Coaching nennt, in der klient-zentrierten Beratungstheorie von Rogers fundiert ist. Die deutschen Gründungsväter des Coaching-Booms haben zumeist eine gesprächspsychotherapeutische Grundausbildung absolviert.
„Coaching versucht eine ähnliche Form der Vertrautheit herzustellen, wie sie oft in Freundschafts- und Partnerschaftsbeziehungen herrscht. Dem Coach kann der Klient sanktionsfrei alles sagen und mit ihm über alles sprechen, ohne jede thematische Einschränkung, sofern dies im Arbeitsbündnis so vereinbart wurde. Damit rückt die Coaching-Beziehung qualitativ zwar in die Nähe einer Freundschaftsbeziehung, ohne jedoch zu einer solchen zu werden. Basis des kommunikativen Geschehens bleibt die Vereinbarung, nicht das Gefühl von Sympathie oder wechselseitiger Abhängigkeit.“ (Loos 1991, S. 84 f.)
Die Beziehungsgrundlage des Coachings-Gesprächs ist durch die von Rogers formulierten Grundhaltungen geprägt: Akzeptanz, Empathie und Kongruenz. (Rogers 1972) Auch wenn Coaching-Gespräche methodisch nicht allein dem non-direktiven Ansatz folgen, sondern bewusst den Perspektivenwechseln, die Konfrontation, kreative Passagen und angeleitete Aktivitäten in einer dialogischen Auseinandersetzung mit einbeziehen.
I. Fünf Bedeutungsaspekte der Coaching – Idee: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Coachings nach, von der exklusiven Beratung für Top-Manager bis hin zur Etablierung als eigenständiges Beratungskonzept in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen.
II. Acht notwendige Elemente des Coaching: Hier werden acht spezifische Kriterien definiert – wie Freiwilligkeit, Zielorientierung und Ressourcenorientierung –, die Coaching von anderen psycho-sozialen Beratungsformen abgrenzen und dessen Qualität sichern.
III. Implikationen für die Beratung in der Sozialen Arbeit: Dieser Abschnitt reflektiert die Übertragung von Coaching-Ansätzen auf soziale Arbeitsfelder und betont die Notwendigkeit, sich von klassischen Versorgungsstrukturen zu lösen, um eine wirksame professionelle Beratung zu etablieren.
Coaching, Soziale Arbeit, Managementberatung, Beratungsmethode, Professionalisierung, Zielorientierung, Ressourcenorientierung, Freiwilligkeit, Supervision, Non-Profit-Organisationen, Beratungsprofession, Gesprächsführung, Persönlichkeitsentwicklung, Klientenzentrierung, Evaluationsinstrumente
Die Arbeit analysiert Coaching als ein berufsbezogenes Beratungskonzept, das sich von seinen Ursprüngen in der Welt des Spitzenmanagements zunehmend in den Non-Profit-Bereich und die Soziale Arbeit ausdehnt.
Im Fokus stehen die historische Evolution des Coachings, die Abgrenzung zu bestehenden psycho-sozialen Beratungsmethoden sowie die methodische und professionelle Qualitätssicherung des Coachings.
Das Ziel ist es, Coaching durch acht definierte Kernelemente präzise zu beschreiben, um einem inflationären Begriffsgebrauch entgegenzuwirken und das Potenzial für soziale Einrichtungen aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Diskurs, Fachliteratur und unterschiedliche Beratungsmodelle analysiert, um eine fundierte Definition des Coaching-Begriffs zu erarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung der fünf Entwicklungsstufen des Coachings sowie eine detaillierte Ausarbeitung der acht wesentlichen Qualitätskriterien für Coaching-Prozesse.
Zu den zentralen Begriffen zählen Coaching, Soziale Arbeit, Professionalisierung, Zielorientierung sowie die Abgrenzung von Supervision und klassischer Psychotherapie.
Der Begriff ist historisch durch die Exklusivität von Spitzenpositionen und hohe wirtschaftliche Erfolgsansprüche geprägt, was zunächst im Widerspruch zur Mentalität der sozialstaatlichen Versorgung steht.
Der Klient wird im Coaching als souveräner Auftraggeber ("Kunde") betrachtet, der aus eigener Motivation und auf Basis einer vertraglichen Vereinbarung an der Optimierung seiner beruflichen Fähigkeiten arbeitet.
Während klassische Hilfekonzepte oft in institutionelle Strukturen eingebettet sind, basiert Coaching auf Freiwilligkeit, einer marktorientierten Auftragsbeziehung und einer strikten Zielvereinbarung zwischen gleichberechtigten Partnern.
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